Mikroplastik in Fischen: PETA warnt vor Verzehr von Meerestieren

Stuttgart, 17. Februar 2017 – Bis zu 11.000 Plastikteilchen – so viel verzehren Konsumenten von Muscheln, Fischen und anderen Meeresbewohnern pro Jahr. Laut einem Artikel der britischen Tageszeitung The Telegraph warnen Wissenschaftler der belgischen Universität Gent vor der Gefahr der Anreicherung dieser Partikel im menschlichen Gewebe. Mikroplastik steht im Verdacht über einen längeren Zeitraum hinweg ernsthafte Gesundheitsschäden zu verursachen.
 
Da die Ozeane zunehmend mit Plastik verschmutzt sind und bereits Fischlarven Mikropartikel aufnehmen, reichert sich das Plastik über die Nahrungskette an – und landet so auch in immer größeren Mengen im menschlichen Körper. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten regelmäßige Konsumenten von Meerestieren bis zu 780.000 Plastikteile pro Jahr verzehren.
 
„Nicht nur aus ethischen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen sollten wir Fische umgehend vom Teller streichen“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA.
 
Die Tierrechtsorganisation empfiehlt den Umstieg auf pflanzliche „Fisch“produkte, oder auf Algen. Diese enthalten wertvolle Proteine, Omega-3-Fettsäuren und schmecken auch nach Meer, sind aber frei von Plastik.
 
Der Umstieg auf eine ausschließlich pflanzliche Ernährung schützt neben der eigenen Gesundheit auch die Ozeane und ihre Bewohner, denn jedes Jahr werden zwischen 1000 und 3000 Milliarden Fische aus den Weltmeeren gezogen. Hinzu kommt der sogenannte Beifang – Millionen Meerestiere, die oft bereits schon tot wieder über Bord geworfen werden.
 
PETA veranschaulicht das Leid der Fische an folgendem Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie werden in einem riesigen Netz eingequetscht und in die Luft gezogen, wo Sie nicht mehr atmen können. Aufgrund des Druckabfalls zwischen Wasser und Land wird Ihnen der Magen aus dem Mund gepresst und Ihre Augen quellen aus den Höhlen. Anschließend müssen sie langsam und qualvoll an Bord eines Schiffes ersticken oder werden noch lebend und bei Bewusstsein ausgenommen.
 
Fische sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise und schließen Freundschaften. Internationale wissenschaftliche Studien zeigen, dass Fische auf schmerzvolle Reize Angst- und Abwehrverhalten zeigen, positiv auf Schmerzmittel reagieren, sich an schmerzhafte Reize erinnern und versuchen, diese künftig zu meiden. Auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, kommt in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [1]
 
PETA weist darauf hin, das der Umstieg auf eine vegane Ernährung jedes Jahr mehr als 50 Tieren das Leben retten kann.
 
[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichung von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, [email protected]