Münchner „Forscher“ transplantieren Schweineherzen in Paviane – Statement von PETA: Frankenstein-Forschung statt medizinischer Fortschritt

München / Stuttgart, 6. Dezember 2018 – In München ist es erstmals gelungen, dass Paviane bis zu einem halben Jahr überlebten, nachdem ihnen Herzen genetisch veränderter Schweine eingepflanzt wurden. In bisherigen Versuchen starben die Paviane nach maximal 57 Tagen. Das Team um den verantwortlichen „Forscher“ spricht angesichts mangelnder menschlicher Spenderorgane von einem wesentlichen, erfolgreichen Schritt. Den Stand der Forschung kommentiert Anne Meinert, Fachreferentin im Bereich Tierversuche bei PETA.

„Menschen Tierorgane zu transplantieren, erinnert an die Geschichte von Frankensteins Monster. Seit Jahren entfernen Experimentatoren gewaltsam die Herzen von Schweinen und pflanzen sie Pavianen ein. Dass das Schwein dabei geopfert wird und stirbt, versteht sich von selbst. Doch außerdem starb bislang in jedem einzelnen Fall auch der Pavian. Jetzt haben Paviane erstmals einige Monate überlebt und das wird auch noch als ‚Erfolg’ gefeiert. Xenotransplantationen – die Übertragung funktionsfähiger Organe zwischen verschiedenen Spezies – sind ein abartiger Auswuchs der medizinischen Forschung. Tieren wird so unsagbares Leid zugemutet und sowohl ihr Leben als auch das von Menschen gefährdet. Zudem werden mit diesen Versuchen wertvolle Ressourcen verschwendet, die in tatsächlich lebensrettende Methoden zur Prävention und Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden könnten. Diese Ausbeutung von Lebewesen ist ethisch nicht zu rechtfertigen. Außerdem sind diese Tiere sicherlich keine ‚Spender’, wie es euphemistisch von den ‚Forschern‘ dargestellt wird. Eine Spende ist freiwillig, während die Tiere gewaltsam ihrer Organe beraubt und getötet werden. Statt diese absurde Forschung zu finanzieren, sollten die Chancen vorhandener Möglichkeiten besser genutzt werden: Organtransplantationen von Mensch zu Mensch funktionieren, doch derzeit tragen nur 36 Prozent der Einwohner Deutschlands einen Organspendeausweis, auch wenn 81 Prozent angeben, dass sie einer Organspende gegenüber positiv eingestellt sind [1]. Die intensiven Anstrengungen und Millionen von Euro, die für Tier-zu-Mensch-Transplantationsexperimente verschwendet werden, wären viel besser darin investiert, die Menschen zu ermutigen, Organspender zu werden. Zudem ist es wichtig, die Menschen dazu zu bewegen, ihre auf Fleisch- und Milchprodukten basierende Ernährung zu ändern, da diese zu den meisten Herzinfarkten führt.“

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren.

[1] https://www.organspende-info.de/infothek/studien.

Wir weisen darauf hin, dass das Statement auch in gekürzter Form verwendet werden darf.

Weitere Informationen:
PETA.de/Organspende-Rettet-Leben

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de