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Mulberry bestätigt nach PETA-Appell, kein Exotenleder mehr zu verwenden

Britische Luxusmarke kappt Verbindungen zu gefährlicher Industrie
 

London / Stuttgart, 6. Mai 2020 – Die Luxusmodemarke Mulberry hat bestätigt, für künftige Kollektionen kein Exotenleder mehr zu verwenden. Der Entscheidung vorausgegangen waren jahrelange Bemühungen von PETA UK und ihren internationalen Partnerorganisationen sowie die Warnung von Artenschutzexperten, die Exotenlederindustrie könne die Ausbreitung von Krankheiten wie COVID-19 befeuern. Mit der Saison Frühjahr/Sommer 2020 bringt das Unternehmen somit erstmals Designs ohne die Häute von Alligatoren, Krokodilen, Straußen, Echsen oder Schlangen heraus. Eine Firmenpolitik gegen die Verwendung von Pelz hat Mulberry bereits.
 
„[W]ir verwenden viel Zeit darauf, unsere Kriterien und Ziele in puncto Nachhaltigkeit festzulegen und kontinuierlich zu überprüfen“, so Rosie Wollacott, Sustainability Managerin der Mulberry Group. „In diesem Prozess haben wir schon früh entschieden, kein Exotenleder zu nutzen und bei dieser Haltung bleiben wir auch.“
 
„Hinter jeder Handtasche und jeder Geldbörse aus Exotenleder steht ein Tier, das unsagbar gelitten hat“, so PETA UK Director Elisa Allen. „Mulberrys Entscheidung, auf solch grausame Weise gewonnenen Materialien nicht mehr zu verwenden, entspricht dem Zeitgeist. PETA appelliert deshalb auch an andere Luxusmarken, diesem Vorbild zu folgen.“
 
Der aktuelle Ausbruch von COVID-19 soll seinen Anfang auf einem chinesischen Markt genommen haben, auf dem Wildtiere und „Exoten“ sowohl lebend als auch tot für den menschlichen Verzehr verkauft wurden. Die Intensivhaltung exotischer Tiere wegen ihres Fleisches und ihrer Häute stellt ein hohes Risiko dar, da neuartige Viren in diesem Rahmen vom Tier auf den Menschen überspringen können. „Exoten-Farmen“ sind Brutstätten für Pathogene und erhöhen somit das Risiko auf weitere Pandemien.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation hat bereits mehrere Enthüllungsberichte über die Exotenlederindustrie veröffentlicht. Diese zeigen, dass Alligatoren in stinkenden Wasserbecken in feuchten, dunklen Hallen gehalten werden, bevor man ihnen in den Hals schneidet und eine Metallstange in ihren Kopf rammt, um das Gehirn zu zerstören. Oft sind die Tiere dabei noch bei vollem Bewusstsein. Einjährige Strauße werden auf Lkws zu Schlachthöfen transportiert. Dort angekommen fixieren Arbeiter sie kopfüber in einer Betäubungsvorrichtung, schneiden ihnen die Kehle durch und reißen ihnen die Federn aus. Schlangen werden üblicherweise an einen Baum genagelt, bevor man ihnen den Körper von oben bis unten aufschneidet und sie bei lebendigem Leib häutet.
 
Vor Mulberry haben sich bereits diverse andere Marken dazu entschlossen, Exotenleder aus ihren Designs zu streichen. Darunter unter anderem Chanel, Diane von Furstenberg, Paul Smith, Victoria Beckham und Vivienne Westwood.
 
PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Exotenleder
 
Pressekontakt:
Thomas Lesniak, +49 711 860591-527, [email protected]