Nach Gesprächen mit PETA: Traditionsmarke Brax nimmt Wolle von verstümmelten Schafen aus dem Sortiment

Recherche zeigt Misshandlungen von Tieren in australischen und schottischen Wollbetrieben

 
Herford / Stuttgart, 18. Dezember 2018 – Videos der Tierrechtsorganisation PETA Asia zeigen, wie Arbeiter Lämmern große Fleischstücke rund um deren Schwanz abschneiden, während die Tiere um sich treten und schreien. Diese Prozedur, Mulesing genannt, ist besonders auf Wollfarmen in Australien verbreitet und soll verhindern, dass sich Parasiten in Hautfalten einnisten. Schmerzmittel bekommen die Tiere dabei nicht. Nachdem PETA Deutschland das Modeunternehmen Leineweber mit seiner Marke Brax mit den Bildern aus Australien und Schottland konfrontierte, gab es nun bekannt, keine Wolle mehr von Schafen zu kaufen, die Mulesing über sich ergehen lassen müssen. PETA beglückwünscht die Firma mit Sitz in Herford zu der Entscheidung und appelliert an Konsumenten, Wolle grundsätzlich im Regal liegen zu lassen.
 
„Wir begrüßen die tierfreundliche Entscheidung von Leineweber, die Verarbeitung des Tierqualprodukts Wolle zumindest teilweise einzustellen. Mulesing ist ein barbarischer Eingriff an wehrlosen Lebewesen“, so Johanna Fuoß, Fachreferentin im Bereich Bekleidung und Textil bei PETA Deutschland. „Außer einem Schaf muss niemand Wolle tragen, darum fordern wir die Menschen dazu auf, tierfreie Mode aus Tencel, Modal oder Bio-Baumwolle zu wählen.“
 
Leineweber begründet den Schritt mit seiner sozial- und umweltverträglichen Unternehmenspolitik. Lieferanten sollen künftig nachweisen, dass ihre Wolle nicht aus Bestrieben stammt, die Mulesing anwenden. Dies ist gar nicht so einfach. In Australien etwa, dem größten Wollexporteur weltweit, wird die umstrittene Praktik an 90 Prozent aller Merinoschafe durchgeführt. Aber es geht auch anders: Neuseeland hat Mulesing vor wenigen Monaten verboten. Die Wurzel des Problems liegt indes in der Zucht. Die Industrie hat den Merinoschafen eine besonders faltige Haut angezüchtet, damit noch mehr Wolle auf ihnen wächst. Eine Umkehr dieses Prozesses würde den Tieren Leid ersparen.
 
Doch auch ohne Mulesing müssen Schafe in der Wollindustrie unter Schmerzen und Angst leiden. PETA Asia und ihre Partnerorganisationen haben bereits Enthüllungsberichte auf vier Kontinenten – in Europa, Australien, Nordamerika und Südamerika – veröffentlicht. Überall wurden Schafe geschlagen, getreten, verstümmelt. Ihnen wurde mit scharfen Metallscheren ins Gesicht geschlagen, und Lämmer wurden teils bei lebendigem Leib gehäutet. Unabhängig davon, woher Wolle stammt, wie „ethisch“ sie angeblich gewonnen wurde oder aus welchen zertifizierten „verantwortungsbewussten Quellen“ sie stammt – Wolle bedeutet für Millionen Schafe und Lämmer Leid und Tod. Um gegen die Tierquälerei zu protestieren, hat PETA Deutschland eine Petition ins Leben gerufen.
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie anziehen.
 

Beim Mulesing werden Schafe fixiert und Arbeiter schneiden ihnen ohne Betäubungsmittel große Hautlappen vom Hinterteil / © PETA Asia
 
Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Mulesing-Australien-Petition-2018
PETA.de/Wolle-Schottland-2018
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, [email protected]