Nach Hundebiss in Bad Ems: PETA fordert Einführung eines Hundeführerscheins in Rheinland-Pfalz

Bad Ems / Stuttgart, 13. Dezember 2017 – Verantwortungslose Hundehaltung: Einem Medienbericht zufolge sprang ein Hund am Dienstag, 5. Dezember, in den Parkanlagen von Bad Ems einen Spaziergänger unvermittelt an und biss diesen. Der Mann erlitt eine Verletzung am Unterarm, außerdem wurde seine Winterjacke beschädigt. Der etwa 25-jährige Hundehalter entfernte sich schnell vom Tatort ohne seine Personalien anzugeben oder sich um den Verletzten zu kümmern. Die Polizei Montabaur ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Rheinland-Pfalz: Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit ihrem Tier umgehen und die Signale ihres Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. Zudem vermittelt das Training Kenntnisse über die Anforderungen der Hundehaltung, die für ein tiergerechtes Leben der Hunde unerlässlich sind.
 
„Offenbar können viele Halter ihre Hunde nicht einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Der Hund hätte gar nicht in die Nähe des Mannes gelangen dürfen. Das Verhalten des Hundehalters war verantwortungslos“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Jeder Hund, der falsch gehalten und behandelt wird, kann zu einer Gefahr für den Menschen werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein Mischling ist.“
 
Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, bei dem sie die notwendige Sachkunde über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend an den theoretischen Kurs folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.
 
Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – der allgemeine Hundeführerschein ist dort seit Juli 2013 verpflichtend. Wer in München nach dem 1. Mai 2014 einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben. Wer in Berlin ab dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufgenommen hat, ist dazu aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen.
 
Die Einführung eines Hundeführerscheins hat einen weiteren Vorteil: Sie kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden.
 
Weitere Informationen
PETA.de/Hundefuehrerschein

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de