Gewonnen: Nachwuchswissenschaftlerin erhält Preisgeld von PETAs Wissenschaftskonsortium

Die Toxikologin Kristin Bircsak erhielt von PETAs Wissenschaftskonsortium (PETA International Science Consortium) einen Zuschuss, um am 20. Internationalen Kongress für In-Vitro-Toxikologie (ESTIV2018) teilnehmen zu können. Der Kongress fand diesen Monat in Berlin statt. Die junge Toxikologin arbeitet für das Unternehmen MIMETAS an sogenannten „Organ-Chips“. Um das Preisgeld zu erhalten, musste sie sich gegen zahlreiche hochqualifizierte Bewerberinnen und Bewerber aus der ganzen Welt durchsetzen.

Organmodelle ohne Tierleid

Kristin Bircsak stieg erst vor kurzem auf die tierfreie Forschung um und entwickelte ein dreidimensionales Modell einer menschlichen Leber. Leberschäden gehören zu den häufigsten unvorhergesehenen Nebenwirkungen in der Medikamentenentwicklung. Das Modell soll dafür sorgen, dass keine Ratten mehr in Lebertoxizitätstests leiden müssen.

Die Konferenz

Zahlreiche Expert/-innen aus dem Bereich der In-Vitro-Toxikologie (In-Vitro bedeutet, dass die Forschung ohne Tiere stattfindet) besuchten die Konferenz und hielten Vorträge. Nachwuchswissenschaftler/-innen wie Kristin Bircsak können auf solchen Veranstaltungen ihre Arbeit präsentieren und sich mit Gleichgesinnten austauschen.

Warum Forschung ohne Tierversuche?

Tierversuche sind nicht nur grausam, sie sind auch keine gute Wissenschaft. Mäuse, Ratten und andere Tiere können zwar wie wir Menschen leiden, doch ihre Körper unterscheiden sich stark von unseren. Deshalb ist es extrem schwierig, Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen zu übertragen. Tierfreie Forschungsmethoden hingegen können kostengünstiger und effizienter sein. Außerdem sind ihre Ergebnisse tatsächlich übertragbar.

Jungwissenschaftler/-innen als Hoffnungsträger

Doch vielen jungen Wissenschaftler/-innen fehlt es an Geldern, um Konferenzen oder Workshops besuchen, ihre Arbeit dort vorstellen und neuste Techniken erlernen zu können. PETA ist allerdings der Meinung, dass solche Möglichkeiten den Übergang zu modernen tierfreien Forschungstechniken beschleunigen würden. Deshalb vergab PETAs Wissenschaftskonsortium über die Jahre hinweg immer wieder Preisgelder, um Nachwuchswissenschaftler/-innen auf diese Weise zu fördern.

Denn tierfreie Forschungsmethoden müssen für eine Karriere im Bereich Toxikologie zwar beherrscht werden und werden mittlerweile auch von der Industrie weitgehend angewandt. Doch Studierenden und anderen Nachwuchswissenschaftler/-innen fehlt es nach wie vor häufig am umfangreichen Hintergrundwissen über diese Methoden. Preisgelder wie dieses können die Lücke schließen und jungen Wissenschaftler/-innen die Möglichkeit bieten, die Wissenschaft für immer zu verändern.

Was Sie tun können

Setzen Sie sich mit uns dafür ein, dass tierfreie Methoden stärker staatlich gefördert werden – unterzeichnen Sie unsere Petition.

Unsere Autoren

Nadja Winter

ist Politikwissenschaftlerin, Brotliebhaberin und Hundehaareinsammlerin.