Bezirksregierung verbietet US-Armee brutale Übung an Schweinen

2010 stellte ein Medizindienstleister im Auftrag der US-Armee einen Genehmigungsantrag für extrem brutale Tierversuche – sogenanntes „combat trauma training“ – im oberpfälzischen Grafenwöhr: Auf dem Truppenübungsplatz sollten lebenden Schweinen unter Narkose schwere Stich- und Schnittverletzungen zur Simulation von Kriegsverbrechen zugefügt werden. An den wehrlosen Tieren sollten anschließend Soldaten und Sanitäter die Wundversorgung üben; danach sollten die Schweine eingeschläfert werden.

Medizinische Tierversuche im Militär: Grausame Übungen an wehrlosen Tieren

Als das Vorhaben der US-Armee bekannt wurde, kam es zu massiven Protesten von Tierschützern. Laut einer Umfrage der örtlichen Regionalzeitung sprachen sich fast 90 Prozent der Leser gegen die Tierversuche aus. Zusammen mit PETA USA wendeten wir von PETA Deutschland uns damals an die zuständige Regierungsbehörde, um eine Ablehnung des Genehmigungsantrags zu erwirken. Dazu wurden detaillierte Vorschläge zu tierfreien Ausbildungsmöglichkeiten eingereicht, die sich bereits im Einsatz bewähren konnten. Die Bundeswehr erklärte damals auf Nachfrage, dass sie ausschließlich tierfreie Methoden zur Ausbildung von Soldaten und Sanitätern einsetze. Diese Information leiteten wir ebenfalls an die Bezirksregierung sowie an die US-amerikanischen Streitkräfte weiter. Nach wenigen Tagen zog dann jedoch der Medizindienstleister den Antrag zurück – offenbar aufgrund der heftigen Kritik und der öffentlichen Diskussion. Doch wie später bekannt wurde, stellte die US-Armee nur wenige Wochen später erneut einen Antrag über einen anderen Dienstleister. Der Pressesprecher der Bezirksregierung bestätigte im Gespräch mit uns, dass der neue Antrag nach sorgfältiger Prüfung von der Behörde abgelehnt wurde, weil die Voraussetzungen des deutschen Tierschutzgesetzes nicht erfüllt wurden; die Versuche hätten nicht zu neuen oder nicht anderweitig zu erlangenden Erkenntnissen geführt.

Auch die Bundeswehr verstümmelt Schweine in OP-Kursen

Zwar gab die Bundeswehr an, Manöver wie das von der US-Armee geplante Vorhaben ausschließlich mit tierfreien Methoden durchzuführen – doch auch die Bundeswehr führt sogenannte Live-Tissue-Trainings an lebenden Tieren durch: In den OP-Kursen, die auch als Trauma-Trainings bezeichnet werden, werden Operationen von Kriegswunden wie Verletzungen mit schweren Blutungen geübt. Dabei greifen über drei Viertel der NATO-Staaten, darunter Albanien, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Griechenland, Ungarn, Litauen, Polen, Rumänien, Spanien und die Türkei, nicht auf Tiere in der militärmedizinischen Ausbildung zurück – ein klares Zeichen, dass der Missbrauch von Tieren zu Übungszwecken nicht notwendig ist.

Bezirksregierung Oberpfalz: vorbildliche Prüfung und konsequenter Umgang mit Genehmigungsanträgen von Tierversuchen

Der sorgfältige und konsequente Umgang der Bezirksregierung Oberpfalz mit den mehrfachen Genehmigungsanfragen durch das US-Militär ist vorbildlich. Die Behörde reagierte konsequent und wies auf den fehlenden Mehrwert hin bzw. darauf, dass tierfreie Methoden zu ebenso guten Erkenntnissen führen wie das geplante Vorhaben. Andere Behörden sollten sich an der Einstellung ein Beispiel nehmen, mittlerweile gibt es zahlreiche innovative und erprobte Methoden, die Tierversuche ersetzen können.

Leitfaden für Regierungen, Behörden und Institutionen zum Ausstieg aus Tierversuchen: der Research Modernisation Deal

Wissenschaftler von PETA Deutschland haben zusammen mit ihren internationalen Partnerorganisationen den Research Modernisation Deal, einen Leitfaden zur Modernisierung der Forschung erstellt, mit dessen Hilfe der endgültige Ausstieg aus Tierversuchen erfolgen soll. Statt brutalen Experimenten an Tieren sollen Forschungs- und Testmethoden in den Vordergrund rücken, die zu relevanteren Ergebnissen für Mensch und Umwelt führen. Das Konzept ist eine Strategie für Regierungen, Aufsichtsbehörden, Förderinstitutionen und politische Entscheidungsträger in Deutschland und anderen Ländern der Welt.

Was Sie tun können

Bitte unterstützen Sie unseren Leitfaden zum Ausstieg aus Tierversuchen und unterschreiben Sie unsere Petition Research Modernisation Deal.

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Aktuell haben Sie eine besondere Chance – denn bis zum 31. Oktober wird Ihre Spende im Rahmen der Challenge „Tierversuche stoppen!“ für PETAs Projekte gegen Tierversuche bis zu einem Gesamtbetrag von 750.000 Euro verdoppelt. Ob 15, 25 oder 50 Euro: Dank der Verdopplung Ihrer Spende leisten Sie einen großartigen Beitrag für ein Ende der Folter in Versuchslaboren. Möchten Sie noch heute helfen?