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Nach Attacke: Elefantin in Starkenberg wieder unter Besucher:innen?

Kind streichelt Elefant
Symbolbild

Mitte Juli kam es in Italien zu einer gefährlichen Attacke in der zirkusartigen Einrichtung „Safari Park Maida“, bei der eine eingesperrte Elefantin eine Dompteurin schwer verletzte. Uns von PETA Deutschland liegen nun Hinweise vor, dass vermutlich genau die Elefantendame „Baby“ jetzt im Erlebnispark Starkenberg des ehemaligen Circus Afrika in Thüringen trotz des nicht lange zurückliegenden Angriffs wieder direkten Kontakt zu Besucher:innen haben könnte.

Weshalb wir fordern, dass das Kreisveterinäramt Altenburger Land die Hinweise prüft und bei Zutreffen die betroffene Elefantendame „Baby“ sowie ihre drei Leidensgenossinnen an eine professionelle Auffangstation umsiedelt, erfahren Sie hier.

Elefantin attackierte in Italien Dompteurin: Ist „Baby“ jetzt in Starkenberg wieder unter Besucher:innen?

Bereits im Juli hatte die Afrikanische Elefantin „Baby“ eine Dompteurin so schwer verletzt, dass die Frau mit Bauchwunden per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Damals lebte Baby in einer Art Zirkus in Italien – ihr Gehege bestand offenbar nur aus einer Art Zirkuswagen mit einem Flatterband-Gehege.

Safari Park

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Posted by Safari Park Maida on Wednesday, July 6, 2022

Nach der Attacke kam „Baby“ laut Angaben des italienischen Parks nach Norddeutschland. [1] Sie scheint an das „Elefantenreservat Starkenberg“ weitergereicht worden zu sein: Ende August hatte der ehemalige Circus Afrika, der nun das Elefantenreservat Starkenberg betreibt, ein Video auf Facebook veröffentlich, auf dem eine Besucherin zu sehen ist, die offenbar einen neuen Elefanten mit Wasser abbraust. Zudem waren in dem Video vier Elefanten zu sehen, obwohl dort bisher drei Tiere gehalten wurden. Obwohl das Video zwischenzeitlich gelöscht wurde, liegen uns Hinweise vor, dass es sich bei dem Neuzugang um die Elefantin „Baby“ handeln könnte.

Elefanten leiden in Zirkussen – PETA fordert Veterinäramt zum Handeln auf

Wir haben das zuständige Kreisveterinäramt Altenburger Land aufgefordert, die Hinweise darauf zu prüfen, ob es sich um die betreffende Elefantin „Baby“ aus Italien handelt. Sollte dies der Fall sein, appellieren wir dringend an die Behörde, „Baby“ (und ihre drei Leidensgenossen) umgehend von dem Erlebnispark Starkenberg an die professionelle Auffangstation „Elephant Haven“ in Südfrankreich abzugeben, um einen weiteren gefährlichen Vorfall zu verhindern.

„Elefanten sind insbesondere nach einem Leben in Zirkusbetrieben gefährlich, weil sie dort jahrelang misshandelt werden. Vor dem Hintergrund von Zirkusdirektor Hardy Weisheits jahrelangem fahrlässigen Umgang mit Tieren würde es uns nicht überraschen, wenn diese Elefantin in Starkenberg in gefährlich nahen Kontakt zu Besuchenden gebracht wurde.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

Elefanten in Gefangenschaft rasten häufig ohne Ankündigung aus

Besonders Elefanten, die aus Zirkussen stammen und dort bereits verhaltensauffällig waren, können im Umgang sehr gefährlich werden. Grund dafür ist die jahrelange Gefangenschaft sowie grausame Dressurmethoden mit dem sogenannten Elefantenhaken. Durch die angestaute Anspannung und den inneren Stress kann es jederzeit vorkommen, dass die Tiere urplötzlich und ohne Vorankündigung Menschen angreifen. Seit 1980 sind mindestens 52 Personen nachweislich von Elefanten getötet und rund 145 Menschen teils schwer verletzt worden. [2]

In Starkenberg werden die dort lebenden Elefanten Gandhi, Tonga und Moja ebenfalls zu Unterhaltungs- und damit zu Profitzwecken missbraucht, sie werden Dressuren unterworfen und für Elefantenreiten und Fotoshootings ausgebeutet. Und das, obwohl Gutachten bestätigen, dass die Tiere beim ehemaligen Circus Afrika tagsüber ohne Beschäftigungsmöglichkeiten unter unzulässiger Kettenhaltung litten. Die Tiere hatten damals auch im Zelt bei eisigen Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt ausharren müssen.

Immer wieder dokumentieren Aufnahmen, wie die drei in Starkenberg lebenden Elefanten „weben“, also stereotypisch mit dem Kopf wippen. Ein Gutachter stufte dies als eine Verhaltensstörung im fortgeschrittenen Stadium ein, was dauerhaftes seelisches Leiden der Elefanten bedeutet. [3, 4]

So helfen Sie Elefanten und verhindern Tierleid

Jedes verkaufte Ticket finanziert das unermessliche Leid eines Tieres, das in Zoo- oder Zirkusgefangenschaft lebt. Sie können aktiv Elefanten und anderen leidenden Wildtieren helfen, indem Sie Ihre Freizeit tierfreundlich gestalten. Diese spannenden Aktivitäten machen nicht nur Kindern Spaß – und helfen zahlreichen Tieren!

  • Quellen

    [1] Facebook-Posting des italienischen Safariparks Maida, https://www.facebook.com/safariparkmaida/photos/a.100120315979786/142707348387749 (eingesehen am 06.09.2022)

    [2] Elefantenschutz Europa e.V.: Hintergrund: Unfälle mit Elefanten, https://www.elefanten-schutz-europa.de/Wissen/Hintergrund-Unfaelle/ (eingesehen am 06.09.2022)

    [3] Sachverständigengutachten vom 11. Oktober 2019, angefertigt am Veterinärwissenschaftlichen Department, Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung der LMU München.

    [4] European Elephant Group (2011): Quantitative und qualitative Erhebung zur Situation der Elefanten in deutschen Zirkussen. Haltungsfachliches Gutachten auf Anforderung der Landestierschutzbeauftragten des Landes Hessen. Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV).