PETAs weltweite Erfolge im Kampf gegen Tierversuche

Weltweit werden jährlich über 115 Millionen Lebewesen in Tierversuchen missbraucht, gequält und getötet. [1] Dabei sind diese Versuche nicht nur methodisch überholt, sondern können auch gefährlich für den Menschen werden. Wir von PETA Deutschland setzen uns zusammen mit unseren internationalen Partnern weltweit für den Ausstieg aus Tierversuchen und den verstärkten Einsatz innovativer und humanrelevanter tierfreier Forschungsmethoden ein.

Immer mehr Unternehmen und Universitäten verbannen den Forced Swim Test

Bei diesem Versuch müssen Mäuse, Ratten oder auch Hamster und Meerschweinchen in einem ausweglosen, wassergefüllten Behälter gegen das Ertrinken anschwimmen – das versetzt die Tiere nicht nur in Panik, sondern ist wissenschaftlich gesehen zudem völlig sinnlos. Nach Gesprächen mit PETA USA und ihren internationalen Partnerorganisationen haben inzwischen 14 Pharmakonzerne, darunter Weltmarktführer wie Bayer, Boehringer Ingelheim, Roche oder auch Johnson & Johnson, den grausamen Forced Swim Test aus ihrer Firmenpolitik verbannt und zugesichert, diesen Versuch nie wieder durchzuführen oder zu finanzieren.

Ärzte gegen Tierversuche

Inzwischen haben auch mehrere Universitäten zugesichert, den Forced Swim Test für immer zu beenden, allen voran das King’s College London als erste akademische Einrichtung überhaupt.

Weniger Tierversuche in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie

Nach Gesprächen mit PETA Deutschland und PETA USA verkündete das Schweizer Unternehmen Barry Callebaut, weltweit führende Manufaktur von hochwertigen Kakao- und Schokoladenprodukten, offiziell, künftig keine Tierversuche mehr zu finanzieren, sofern sie nicht explizit gesetzlich vorgeschrieben sind. Zuvor trug das Unternehmen zu Experimenten an Tieren bei, obwohl diese Tierversuche gesetzlich nicht erforderlich waren.

Auch der zweitgrößte Lebensmittel- und Getränkehersteller Israels, die Strauss Group, kündigte neue Unternehmensrichtlinien an, nach denen keine Tiere mehr in Versuchen gequält werden sollen. Zu dem Konzern gehört auch die umsatzstärkste Hummus-Marke der USA, Sabra, die in Deutschland unter dem Namen Obela verkauft wird. Die Strauss Group hatte in der Vergangenheit Tierversuche finanziert, in denen Experimentatoren Mäuse verschiedenen „Diäten“ ausgesetzt und sie anschließend über zwölf Stunden hungern gelassen haben, bevor sie getötet und seziert wurden. Einige Tiere ließen Experimentatoren sogar 20 Stunden täglich über acht Wochen hungern.

Ingredion, ein US-amerikanischer Hersteller von Inhaltsstoffen für Lebensmittel, gehört zu Coca Colas größten Zulieferern von Maissirup. Das Unternehmen hat seine Firmenpolitik ebenfalls zugunsten der Tiere geändert: Der Produzent führt keine Tierversuche mehr durch, um mit ernährungsphysiologischen oder gesundheitsbezogenen Aspekten zu werben. Ingredion hatte zahlreiche Tierversuche unterstützt und finanziert: Beispielsweise Tests, bei welchen Ratten Chemikalien injiziert wurden, die Darmkrebs verursachen oder Versuche, in denen die Experimentatoren die Ratten hungern ließen, ihnen dann Blutgefäße in ihren Schwänzen aufschnitten und sie wiederholt ausbluten ließen. Nach sämtlichen Experimenten wurden die Tiere getötet und seziert. Kein einziger dieser Tierversuche war gesetzlich vorgeschrieben.

Japans größter Produzent von Aromen, Geschmacks- und Duftstoffen sowie anderen Feinchemikalien für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Takasago International Corporation, verzichtet nun ebenfalls auf Tierversuche zu Marketingzwecken – dazu zählen auch von Universitäten oder Dritten durchgeführte Experimente mit Tieren. In der Vergangenheit stand Takasago in Verbindung mit Experimenten an Mäusen: Dafür wurden ihre Schädeldecken mit einem Schleifgerät bearbeitet, Chemikalien in ihre Gehirne injiziert und ihre Köpfe abgetrennt. Danach wurden die Tiere seziert.

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden Tiere in sinnlosen Tierversuchen missbraucht. In der Vergangenheit wurden beispielsweise Ratten und Mäuse in Schläuchen gefangen gehalten, an ihren Schwänzen aufgehängt oder gezwungen, bis zur Erschöpfung auf Laufbändern zu rennen. Teilweise wurden sie zwangsernährt und ausgehungert. Einigen Tieren wurden Chemikalien, Drogen, Alkohol und Krebszellen injiziert. Hamster wurden mit Stromschlägen getötet, Schimpansen wurde das Gesicht aufgeschnitten.

Insgesamt hat unsere Partnerorganisation PETA USA zusammen mit uns von PETA Deutschland und den anderen Partnerorganisationen weltweit bereits 130 Lebensmittel- und Getränkeunternehmen überzeugt, Tierschutz in ihrer Firmenpolitik so festzuschreiben, dass künftig keine Tierversuche (mehr) durchgeführt, beauftragt oder finanziert werden.

Immer mehr internationale Kosmetikkonzerne und -marken werden tierversuchsfrei

Zuletzt wurden Marken wie Dove, Herbal Essences und die Naturkosmetikmarke Alterra von Rossmann in die Liste tierversuchsfreier Unternehmen und Marken aufgenommen. Die Firmen bestätigen damit, künftig keine Tierversuche durchzuführen – auch nicht in China, wo Tierversuche für viele Produkte vorgeschrieben sind. Andere Marken wie Catrice, Essence oder Sante stehen bereits seit Jahren auf PETAs Liste für Kosmetik ohne Tierversuche. Die Haarpflegemarke Aussie des Unternehmens Procter & Gamble ist jetzt ebenfalls auf der Liste vertreten.

Auch die Kosmetikmarke Avon Products hat sich dazu entschieden, weltweit tierversuchsfrei zu werden. Das Unternehmen setzt sich jetzt bei seinen Zulieferern verstärkt dafür ein, dass auch einzelne Inhaltsstoffe ihrer Produkte nicht mehr an Tieren getestet werden.

Tierversuchsfreie Methoden in biomedizinischer Forschung, auch in Corona-Forschung

Zusammen mit der Organisation Animales Bolivia unterstützte PETA USA bolivianische Ingenieure bei der tierversuchsfreien Entwicklung eines neuen Beatmungsgeräts für COVID-19-Patienten. Normalerweise werden solche medizinischen Geräte an Schweinen oder auch Hunden getestet: Dazu werden ihnen Sonden in die Luftröhren eingeführt und sie werden künstlich beatmet – ein schmerz- und stressvolles Prozedere für die Tiere. Anstatt das Gerät in solch grausamen Tierversuchen zu testen, fanden die Tests an komplexen künstlichen Simulationen menschlicher Lungen statt. In anschließenden klinischen Studien erwies sich das Beatmungsgerät bisher auch bei menschlichen Patienten als voll funktionsfähig und sicher.

© PETA USA / Mambu

Das PETA International Science Consortium half außerdem dabei, ein 3D-Lungenmodell mit menschlichen Zellen zu entwickeln, mit dem Tierversuche ersetzt werden sollen: Es dient der Untersuchung von Auswirkungen, die Chemikalien in den tieferliegenden Bereichen der menschlichen Lunge hervorrufen. Mit dem Modell können zehntausende Mäuse und Ratten vor Inhalationstests gerettet werden, für die sie stundenlang – teilweise wiederholt über Monate hinweg – in enge Röhren gesteckt und gezwungen werden, giftige Chemikalien einzuatmen.

Das Wissenschaftskonsortium setzt sich grundlegend dafür ein, dass die nächste Generation an Forschern und Wissenschaftlern mit modernen und tierfreien Methoden vertraut ist; dazu werden unter anderem kostenlose Workshops und Webinare in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen angeboten. Um langwierige, kostenintensive und unzuverlässige Tierversuche beispielsweise im Rahmen der Corona-Pandemie durch überlegene tierversuchsfreie Forschung abzulösen, arbeiten das Konsortium und unsere internationalen Partner mit US-amerikanischen und europäischen Behörden zusammen: Dazu haben wir zusätzlich eine Reihe von Webinaren angeboten, an der hunderte Interessierte teilgenommen haben. Inhaltlich lag der Fokus darauf, dass der ausschließliche Einsatz menschlicher Antikörper in der Entwicklung entsprechender Medikamente die beste Lösung für die Zukunft ist. Forscher der Technischen Universität Braunschweig, die vom Konsortium bei der Entwicklung tierfreier Methoden für die Antitoxin-Forschung unterstützt werden, haben ebenso wie das Toronto Recombinant Antibody Centre erklärt, warum tierfreie Methoden bei der Entwicklung von Antikörpern zur Behandlung von COVID-19 und anderen Krankheiten humanrelevanter, kosteneffizienter und schneller sind.

PETAs Strategiepapier zum Ausstieg aus Tierversuchen: der Research Modernisation Deal

Wissenschaftler von PETA Deutschland und unseren internationalen Partnerorganisationen haben ein Strategiepapier zur Modernisierung der Forschung und dem Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Tierversuche nicht nur langwierig und teuer sind, sondern die Ergebnisse zudem kaum auf den Menschen übertragbar sind. Der Research Modernisation Deal bietet eine Strategie zur Neuausrichtung der Forschung, sodass Ressourcen wie Zeit und Geld effizienter genutzt werden und der medizinische Fortschritt vorangebracht werden kann – Tierversuche werden durch tierfreie, für den Menschen aussagekräftige Methoden ersetzt. Das Strategiepapier richtet sich an Entscheidungsträger aus der Politik sowie Behörden und Forschungsorganisationen.