Tierquälerei: Erlebnispark Starkenberg kettet erneut Elefanten an

Seit Jahren werden immer wieder Tierquälerei und Missstände in der Tierhaltung bei Circus Afrika dokumentiert, der inzwischen eine Art stationären Zirkus im Erlebnispark Starkenberg führt. Dort entdeckten Augenzeugen am 7. März 2021 erneut Missstände: Die drei Elefanten wurden tagsüber in einer Scheune an den Beinen fixiert, obwohl dies nur nachts oder unter bestimmten Voraussetzungen zulässig ist. Wir von PETA Deutschland haben erneut Anzeige gegen die Zirkusbetreiber erstattet. 

Anbindehaltung verstößt gegen Zirkusleitlinien

Wie die Augenzeugen berichten, war kein Zirkusmitarbeiter vor Ort anzutreffen. Sie entdeckten die drei Elefanten in einer offenstehenden Scheune. Die Tiere waren jeweils an einem Vorder- und einem Hinterbein mit Ketten an der Wand fixiert, sodass sie sich kaum bewegen konnten. Dies ist laut Zirkusleitlinien jedoch nur nachts und zu bestimmten Zeiten erlaubt, wie etwa bei der Durchführung von Pflegemaßnahmen. Wir haben daher Anzeige beim Veterinäramt des Landkreises Altenburger Land erstattet und fordern, dass dem Zirkusdirektor zumindest für die Elefanten die Tierhalteerlaubnis entzogen wird.

Gutachten bestätigt: Elefanten sind verhaltensgestört

Seit vielen Jahren dokumentieren wir die Missstände in der Tierhaltung bei Circus Afrika. So zeigen Videoaufnahmen aus dem Zirkusgastspiel 2019 in Regensburg, wie die Elefanten ihren Rüssel und Kopf hin und her schwenken, während sie nachts angekettet sind – Zeichen einer schwerwiegenden Verhaltensstörung.

Ein Sachverständigengutachten bestätigte bei den Elefanten eine Verhaltensstörung im fortgeschrittenen Stadium, was als dauerhaftes Leiden einzustufen ist. [1] Trotzdem missbrauchte der Circus die verhaltensgestörten Elefanten im Erlebnispark Starkenberg zum Reiten (Title: Circus Afrika missbraucht Elefanten zum Reiten) mit Besuchern. Dies ist nicht nur aus Tierschutzsicht kritisch, sondern birgt auch hohe Sicherheitsrisiken: Die Elefanten wurden jahrzehntelang in der Manege ausgebeutet und das Verhalten der Wildtiere ist unvorhersehbar. In europäischen und nordamerikanischen Zirkusbetrieben kam es bereits zu zahlreichen Unfällen und sogar Todesopfern durch Angriffe von Elefanten. [2]

Seit Jahren Missstände in der Elefantenhaltung

Die Liste der weiteren Missstände ist lang: Auch wegen der Ankettung der Elefanten am Tag wurde bereits in der Vergangenheit ein Bußgeld gegen Circus Afrika verhängt. Auch Missstände wie mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten und zu niedrige Temperaturen im Stallzelt wurden beim Circus dokumentiert.

„Die Elefanten werden im Erlebnispark in Starkenberg in einem verschärften Dauer-Lockdown gehalten – dabei ist das Anbinden eine erhebliche körperliche und seelische Belastung für die bewegungsfreudigen Tiere. Die Behörden dürfen die ellenlange Liste der Verfehlungen dieses Zirkusbetriebs nicht länger ignorieren. Es müssen Konsequenzen folgen und die Tiere endlich beschlagnahmt und in eine adäquate Auffangstation überführt werden.“

Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

Helfen Sie den Tieren im Zirkus

Elefanten gehören genau wie andere Wildtiere nicht in eine Manege, wo sie unter Stress Kunststücke aufführen müssen und den Rest ihres Lebens eingesperrt in Trostlosigkeit verbringen. Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Verbot von Tieren im Zirkus und fordern Sie die Bundesregierung auf, die Tiere aus dem Zirkus in Auffangstationen zu überführen.

  • Quellen

    [1] Sachverständigengutachten vom 11. Oktober 2019, angefertigt am Veterinärwissenschaftlichen Department, Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung der LMU München

    [2] Elefanten-Schutz Europa e.V.: Hintergrund: Unfälle mit Elefanten, https://www.elefanten-schutz-europa.de/Wissen/Hintergrund-Unfaelle/, (eingesehen am 09.03.2021)