Fleischkonsum 2019 gesunken: Was bedeutet das für die Tiere?

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der Fleischkonsum im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 % gesunken. Das hört sich nicht viel an, doch für die Tiere ist jeder Rückgang ein Erfolg!

Während die „Schlachtmenge“ beim Schweinefleisch erfreulicherweise um knapp 3 % zurückgegangen ist, wurde fast 1 % mehr Rinder- und Geflügelfleisch produziert – obwohl weniger sogenannte Masthühner und Rinder getötet wurden [1]. Dies ist auf das höhere Schlachtgewicht der Tiere zurückzuführen und auf eine Industrie, die sich zunehmend darauf spezialisiert hat, mit allen Mitteln das Maximale aus fühlenden Lebewesen herauszuholen. Schweine, Rinder, Hühner und alle anderen Tiere zahlen dafür einen hohen Preis: Sie müssen ihr Leben meist in kotverdreckten Ställen fristen, wo sie sich aufgrund der Enge und quälenden Langeweile gegenseitig verletzen. Ihre Körper werden qualgezüchtet, um die Menge an Fleisch, Milch und Eiern noch weiter zu steigern. Artwidrige Haltungssysteme machen die Tiere zusätzlich krank, denn eine grüne Wiese sehen die allerwenigsten – von einem selbstbestimmten Leben in Freiheit ganz zu schweigen. Die meisten Schweine und Rinder müssen beispielsweise auf harten Spaltenböden leben, denn das ist für die Landwirte kostengünstiger.

Fast 800 Millionen Tiere alleine in Deutschland getötet

Im gesamten Jahr 2019 hat die Tierindustrie mehr als 763 Mio. Tiere in deutschen Schlachthöfen getötet, und damit rund 8 Mio. weniger als im Vorjahr. Die größte Anzahl der Tiere machen sogenannte Masthühner mit 620 Mio. Individuen aus, die innerhalb von 4 bis 6 Wochen auf ihr „Schlachtgewicht“ gemästet und dann qualvoll getötet werden. Wegen der Mast in Rekordzeit können die Knochen und Gelenke der Tiere mit der enormen Gewichtszunahme nicht mithalten. Viele von ihnen kommen daher bereits mit gebrochenen Knochen und teilweise bewegungsunfähig im Schlachthof an. Andere Tiere können eigenständig nicht mehr aufstehen, weil ihr Körper bedingt durch die Qualzucht zu schwer ist, um sich normal bewegen zu können. Im Schlachthaus wird ihnen in Akkordarbeit die Kehle durchtrennt.

Das Leid geht weiter

Trotz des immensen Leids der sensiblen Tiere ist die Produktion von Geflügelfleisch in den letzten Jahren stetig gestiegen. Während die Produktion von Schweine- und Rindfleisch von 2009 bis 2019 relativ konstant geblieben ist, gab es bei der Produktion von Geflügelfleisch einen Anstieg von 22 % (1). Nimmt man 2000 als Basisjahr, ergibt sich gar eine Steigerung der Geflügelfleischproduktion von 107,6 %. Mit weitem Abstand folgen Puten mit rund 34,2 Mio. getöteten Tieren und 32,1 Mio. sogenannte Legehennen, die als „Suppenhühner“ in verarbeiteten Fleischprodukten „verwertet“ wurden. So erschreckend diese Zahlen auch wirken: Hinter jedem einzelnen Lebewesen steckt ein fühlendes Individuum, das wie wir Menschen ein freies und selbstbestimmtes Leben führen und Schmerzen vermeiden möchte. Die Tierindustrie ist ein lebensverachtendes System, aus dem die Tiere nur befreit werden können, wenn wir Menschen einer veganen Lebensweise folgen.

Größere Betriebe, schwerere Tiere

Wachsender Konkurrenzkampf zwischen einzelnen Betrieben und der steigende Kostendruck haben in den letzten Jahren zu einem Wandel hin zu mehr Großbetrieben geführt. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Schweinehaltung. Zwischen 2010 und 2019 war bei Betrieben mit 500 bis 999 Schweinen eine Abnahme von 32 % zu verzeichnen, bei Betrieben mit 1.000 bis 1.999 Tieren eine Abnahme von 8 %. Größere Betriebe hingegen haben zugenommen: Bestände von 2.000 Schweinen und mehr haben einen Zuwachs von 35 % erhalten, Großbetriebe ab 5.000 Schweinen gar einen Zuwachs von 67 % (dies entspricht einem Anstieg von 300 auf 500 Betriebe). Diese Tendenz macht eines deutlich: Wer am Markt überleben will, muss noch mehr Tiere auf noch weniger Fläche halten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dennoch ist die Tierhaltung für viele Landwirte allein kaum noch ausreichend, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Immer mehr Landwirte setzen auf andere Einkommensquellen aus der Land- und Forstwirtschaft, wie etwa Windkraft- und Solarenergie-Anlagen. Waren es 2005 noch 159.000 Steuerpflichtige mit solchen Nebeneinkünften, hatten zehn Jahre später knapp 283.000 Landwirte (ein Zuwachs von 78 %) steuerpflichtige Nebeneinkünfte aus alternativen Quellen [2]. Daraus wird ersichtlich: Ein kleiner Personenkreis profitiert vom Leid der Tiere. Für die meisten Menschen, unsere Umwelt und natürlich die Millionen Tiere jedoch steht das System zur Produktion von Fleisch, Milch, Eiern und Honig für Ausbeutung, Leid und Tod.

Was Sie tun können

Sie können aktiv dazu beitragen, das System der Tierindustrie zu verändern: Greifen Sie zu pflanzlichen Lebensmitteln und achten Sie möglichst auf regionale und saisonale Produkte in Bioqualität. Das kostenlose und unverbindliche Veganstart-Programm bietet Ihnen hierbei praktische Unterstützung für einen mühelosen Einstieg in das vegane Leben.