Haustiere nach dem Lockdown: 10 Tipps gegen Trennungsstress

In Zeiten der Corona-Krise und von Homeoffice haben sich unsere tierischen Mitbewohner daran gewöhnt, dass wir Menschen viel zuhause sind und sie wenig allein bleiben müssen. Besonders Hunde und Katzen freuen sich über die Gesellschaft, denn oftmals langweilen sie sich, wenn sie den Tag über allein sind, oder leiden massiv unter der Trennung vom Menschen. Für viele Hunde und Katzen wird die Zeit nach dem Lockdown deswegen besonders schwierig, wenn wir Menschen nicht mehr von zuhause aus arbeiten können. Wer dem geliebten Vierbeiner den Trennungsstress ersparen möchte, sollte ihn früh genug und ohne Druck auf die neue Situation vorbereiten und das Alleinbleiben trainieren.

„Hunde und Katzen sind stark ritualisierte Tiere, die das Alleinsein erst wieder lernen müssen. Wir müssen uns und unsere tierischen Mitbewohner schon jetzt auf die Zeit nach der Krise vorbereiten, nur so können wir alle gemeinsam entspannt in den neuen Alltag starten.“

Jana Hoger, PETA Deutschland

Diese zehn Tipps helfen Ihnen dabei, das Alleinbleiben mit Ihrem tierischen Mitbewohner zu üben.

1. Richten Sie eine Komfortzone ein

Schaffen Sie einen Wohlfühlort für Ihren Hund, an dem er zur Ruhe kommen und entspannen kann. Bauen Sie diese Komfortzone vorab positiv auf, indem Sie Ihrem Vierbeiner darin Leckereien und Kauartikel geben und ihn – wenn der Vierbeiner das mag – mit Streicheleinheiten verwöhnen. Entspannende Musik kann dabei helfen, dass der Hund den Ort mit einem Wohlgefühl verknüpft. Später beim Alleinbleiben kann diese Musik ebenfalls helfen.

Auch Beschäftigungsmöglichkeiten wie ein Schnüffelteppich oder ein Kong können die Komfortzone zu einem entspannten Ort für Ihren Hund machen. Mit diesen Dingen ist der Vierbeiner meist länger beschäftigt, gut abgelenkt und wird mit Nahrung und Leckereien belohnt. Zudem entspannt das Kauen unsere tierischen Freunde.

2. Üben Sie das Alleinsein langsam und schrittweise

Gerade Hunde sind sehr soziale Tiere und müssen das Alleinsein erst lernen. Besonders wichtig ist dabei das langsame und schrittweise Training. Haben Sie Geduld und gehen Sie immer erst zum nächsten Schritt über, wenn Ihr Hund sich auch wirklich wohlfühlt mit der aktuellen Übung und entspannt bleibt. Hat der Vierbeiner das Alleinbleiben in jungen Jahren nicht gelernt, so dauert es beim erwachsenen Hund oftmals etwas länger, bis er entspannt allein bleibt.

Hund liegt auf dem Fußboden der Wohnung

3. Lasten Sie Ihren Vierbeiner vor dem Training aus

Damit Ihr Hund beim Training möglichst entspannt ist und bestenfalls ruhig schlafen kann, gehen Sie am besten vor den Trainingseinheiten mit ihm spazieren und spielen Sie zusammen. Je ausgepowerter der Vierbeiner ist, desto leichter wird ihm das Alleinsein fallen.

4. Schaffen Sie räumliche Trennung durch Gitter und Türen

Als erster Schritt kann ein Kindergitter aufgebaut werden, um eine räumliche Trennung zwischen Menschen und Hund zu schaffen. Üben Sie dies zuerst nur für kurze Zeit und steigern Sie die Trennungszeit nur langsam. Wenn der Hund in dieser Situation entspannt bleibt, kann das Training durch das Schließen der Zimmertüren gesteigert werden. Schließen Sie immer wieder die Türen hinter sich, damit es für die Vierbeiner normal wird, dass sie uns nicht überall hin folgen können.

Hund in der Tür

5. Binden Sie Schlüsselreize in den Alltag ein

Für Hunde können bereits der Schlüsselbund, die Arbeitsschuhe oder die Handtasche ein sogenannter Schlüsselreiz sein, auf die sie mit Unruhe oder Stress reagieren. Der Vierbeiner hat gelernt, dass, wenn der Mensch zu diesen Dingen greift, er kurz darauf allein zurückgelassen wird. Es kann helfen, diese Schlüsselreize in den Alltag einzubinden – und zwar an Stellen, an denen der Hund gar nicht damit rechnet. Nehmen Sie die Handtasche mit zur Toilette, den Schlüsselbund zum Wäsche aufhängen oder ziehen Sie die Straßenschuhe abends zum Fernsehen an. So löst sich die negative Verbindung zu diesen Reizen und sie werden für den Hund zur Normalität.

6. Lassen Sie Ihren Hund noch nicht wirklich allein

Wenn Ihr Hund das Alleinsein erst lernen muss und Sie das Training in kleinen Schritten aufbauen, lassen Sie ihn während dieser Trainingszeit auf keinen Fall wirklich allein. Es kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis Ihr Hund entspannt allein im Haus oder der Wohnung bleiben kann – bis dahin dürfen Sie ihn ohne Übergangslösung, wie einen Hundesitter, nicht tatsächlich allein lassen, sonst kann das Ihr Training um Wochen zurückwerfen und Sie müssen von vorne beginnen. Ersparen Sie sich und Ihrem Vierbeiner diesen Stress.

Erst, wenn das Training abgeschlossen ist und das Alleinsein wirklich reibungslos funktioniert, können Sie Ihren Vierbeiner tatsächlich allein lassen. Mittlerweile gibt es viele gute Apps, mit denen Sie Ihren tierischen Freund zuhause im Blick behalten können.

Frau hält Smartphone in den Händen

Wichtig: Lassen Sie Ihren Vierbeiner jedoch nicht über viele Stunden allein. Wer in der normalen Arbeitszeit den Hund nicht mitnehmen kann, der muss nach einem Gassigänger oder einer Hundetagesstätte suchen.

7. Kuscheln Sie mit Ihrer Katze zum Abschied

Auch für viele Katzen war die Umstellung Ihrer Halter auf das Homeoffice positiv: endlich nicht mehr allein sein, sich nicht mehr langweilen und endlich genug Zeit zum Kuscheln und Spielen. Damit auch Katzen das Alleinsein nach der Corona-Zeit leichter fällt, sollten sie langsam wieder daran gewöhnt werden. Gemeinsame Rituale wie zusammen spielen oder eine intensive Kuscheleinheit sind wichtig, bevor man das Haus verlässt.  

8. Sorgen Sie für ausreichend Abwechslung

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze genug Beschäftigungsmöglichkeiten für die Zeit des Alleinseins hat. Dafür eignet sich beispielsweise ein deckenhoher Kratzbaum, der mit Liegeflächen in verschiedenen Höhen und Spielmöglichkeiten ausgestattet ist. Für viele Katzen ist der Kratzbaum die Wohlfühlzone, wo sie stundenlang schlafen, sich putzen, ihre Krallen wetzen, klettern und spielen. Generell sollten viele Spielzeuge zur Verfügung stehen wie Spielmäuse, Papierkugeln, mit Minze gefüllte Kissen, herabbaumelnde Bälle oder geräuschvolle Stofftiere – es gibt viele Möglichkeiten, um Katzen das Alleinsein zu versüßen. Auch Fensterplätze sind sehr beliebt. Für Katzen ist der Blick aus dem Fenster wie Fernsehen. Rücken Sie also Pflanzen zur Seite und sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze nach draußen blicken kann.

Katze am Fenster

9. Denken Sie über eine zweite Katze nach

Einige Katzen freuen sich über eine Partnerkatze. Lassen Sie sich im Tierheim beraten oder fragen Sie einen Tierpsychologen oder einen Tiertrainer, ob eine zweite Katze geeignet wäre, damit sich Ihr Vierbeiner nicht so einsam fühlt. Auch hier ist ein langsames und überwachtes Vergesellschaften wichtig, damit sich die zwei Katzen ein Leben lang gut verstehen.

10. Achten Sie auf Stressanzeichen

Wenn eine Katze gestresst ist, reagiert sie oft mit Aggression und Unsauberkeit. Umgehen Sie diese Probleme bereits vorab und achten Sie besonders auf Stressanzeichen. Kommt es dennoch zu Problemen, können Tiertrainer oder Tierpsychologen helfen.