Wieder Pinguin-Sterben im Zoo Hoyerswerda: Fast alle Tiere tot

Nach dem Tod von vier Humboldt-Pinguinen im Zoo Hoyerswerda Anfang September 2021 sind nun Ende September weitere vier Tiere gestorben. Bei bislang zwei Pinguinen wurden Bakterien- und Pilzinfektionen nachgewiesen, die durch die mangelhaften Haltungsbedingungen in Gefangenschaft begünstigt werden. Von der Gruppe aus ursprünglich neun Pinguinen lebt jetzt nur noch ein einziges Tier [1].

Wir von PETA Deutschland fordern ein Ende der Pinguinhaltung im Zoo Hoyerswerda.

Nur noch ein überlebender Pinguin

Die Obduktionen der vier Pinguine, die Anfang September starben, ergaben bei zwei Tieren eine bakterielle Infektion und eine Pilzinfektion. Die Pinguine starben plötzlich und innerhalb kurzer Zeit. [2] Darauffolgende Maßnahmen des Zoos wie das Chlorieren des Pinguinbeckens, Desinfektion und präventive Medikamentengabe konnten weitere Todesfälle jedoch nicht verhindern – bereits zwei Wochen später starben nun vier weitere Pinguine. [1, 3]

Bereits 2018 starb die gesamte Pinguin-Gruppe im Zoo Hoyerswerda

Schon im Jahr 2018 kam es im Zoo Hoyerswerda zu einem großen Pinguin-Sterben. Damals starb die gesamte Pinguin-Gruppe, bestehend aus 18 Tieren, an einer Pilzerkrankung. Pinguine sind generell sehr anfällig für Bakterien- und Pilzinfektionen, vor allem bei Stress wie durch Transporte oder die unnatürlichen klimatischen Bedingungen in Zoos. [1, 4] Trotzdem nahm der Zoo im Juli 2020 neue Pinguine auf und riskierte damit weitere Todesfälle. [5]

„Obwohl bekannt ist, dass Pinguine für Infektionen und Stress anfällig sind, haben die Zoo-Verantwortlichen mit der Fortführung der Haltung das Risiko eines erneuten Pinguinsterbens billigend in Kauf genommen. Die Pinguin-Haltung muss umgehend gestoppt werden.“

Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

Zoo soll Pinguin-Haltung endgültig aufgeben

Die Verantwortlichen des Zoos Hoyerswerda gaben nach dem Tod von acht Pinguinen bekannt, „auf absehbare Zeit“ keine neuen Pinguine aufnehmen zu wollen. [6] In der jetzigen Situation ist diese Entscheidung das Mindeste, was der Zoo tun kann, um eine Gefährdung weiterer Individuen zu verhindern.

Wir fordern, dass die Pinguin-Haltung im Zoo Hoyerswerda endgültig beendet wird, damit sich das Tierleid nicht wiederholt. Zudem sollte die Vermittlung des überlebenden Tieres in eine andere Pinguin-Gruppe zeitnah geplant werden, sobald eine übertragbare Erkrankung ausgeschlossen werden kann.

Pinguine werden in Gefangenschaft krank

Pinguine haben enorme Ansprüche an ihren Lebensraum, die ein Zoo niemals erfüllen kann. In der Natur jagen die Vögel in Gruppen, schwimmen mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde und tauchen bis zu 50 Meter tief. All diese Verhaltensweisen bleiben ihnen in Zoo-Gefangenschaft verwehrt.

Zudem sind Pinguine durch Stress und das unnatürliche Klima in zoologischen Einrichtungen anfällig für Infektionen. [4, 7] So starben im Dresdner Zoo in den vergangenen Jahren über 30 Humboldt-Pinguine. Im Zoo von Scarborough in Großbritannien erhielten Humboldt-Pinguine 2014 sogar Psychopharmaka, um ihr Stressniveau zu senken. [7] Dennoch werden die Tiere weiterhin zu Unterhaltungszwecken in Zoos gehalten.

Humboldtpinguin
Symbolbild

Helfen Sie den Pinguinen

Bitte besuchen Sie niemals einen Zoo oder Tierpark und sprechen Sie auch mit Familie, Freund:innen und Bekannten über das Leid der Tiere in Gefangenschaft. Es gibt zahlreiche Alternativen, um die natürlichen Lebensweisen von Tieren kennenzulernen – ohne dass dafür ein Tier sein ganzes Leben lang eingesperrt werden muss.

Helfen Sie den Pinguinen in den „Spreewelten“ und unterschreiben Sie unsere Petition mit der Forderung nach einem Zuchtstopp in dem Wellnessbad.