Zuchtbetrieb setzt verängstigte Kaninchen der Kälte aus

Was würde Ihnen in den Sinn kommen, wenn Sie sich ein artgerechtes Kaninchenleben in einer „naturgetreuen Atmosphäre“ vorstellen? Sicherlich denken Sie dabei nicht an Spaltenböden, karge, trostlose Gehege und fehlende Versteckmöglichkeiten, oder?

Die Kaninchenzucht Bauer im baden-württembergischen Neuenstein scheint eine völlig andere Vorstellung von artgerechter Kaninchenhaltung zu haben. Das Unternehmen bemüht sich, seinen Betrieb als eine Art „Welfare-Anlage“ zu präsentieren und Verbraucher dazu anzuregen, mit gutem Gewissen Kaninchenfleisch zu kaufen. Wie Fotos und ein Werbefilm auf der Website des Unternehmens jedoch zeigen, führen die sensiblen Tiere trotz marginaler Haltungsverbesserungen ein entbehrungsreiches Leben – denn die Kaninchenhaltung muss für den Züchter schließlich profitabel sein. [1]

Jo-Anne McArthur / Animal Equality

Qualvolle Transportbedingungen

Über eine Whistleblower-Meldung wurde PETA informiert, dass im Betrieb der Kaninchenzucht Bauer Kaninchen in engen Transportboxen bei kalten Dezembertemperaturen unbeaufsichtigt auf dem Hof abgestellt worden waren. Es war für die Informanten nicht ersichtlich, wie lange die Tiere schon der Kälte ausgesetzt waren und ob sie zu einem anderen Hof oder zum Schlachthaus transportiert werden sollten. Jedoch haben die Kaninchen offenbar stark gefiept, was auf Stress und Angst schließen lässt. PETA meldete den Vorfall umgehend der zuständigen Veterinärbehörde.

Aus einem Medienbericht geht hervor, dass die Behörden sofort tätig wurden und dem Betrieb Auflagen erteilten. Denn das Abstellen der Tiere, vor allem bei kalten Temperaturen, ist ein tierschutzrechtlicher Verstoß. [2]

Kalte Temperaturen, Enge, Stress: Diese Kaninchen wurden unbeaufsichtigt für Transportzwecke auf dem Hof abgestellt

Tierleid wird vom Land mitfinanziert

Aus einem Imagefilm des Unternehmens geht hervor, dass das Unternehmen Teil eines „Maßnahme- und Entwicklungsplans Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014 bis 2020“ ist. Zudem kooperiert die Kaninchenhaltung mit einer Universität sowie einer großen Supermarktkette. [3]

Heutzutage sollte es eigentlich allgemein bekannt sein, dass eine solche Form der Haltung, wie sie von der Kaninchenzucht Bauer praktiziert wird, für die entdeckungsfreudigen Nager nicht einmal ansatzweise artgerecht sein kann. Es ist uns ein Rätsel, warum derartige Haltungsformen dennoch als „innovativ“ und „besonders tiergerecht“ vermarktet werden dürfen. Man stellt sich unwillkürlich die bange Frage, wie es wohl in „weniger tiergerechten“ Kaninchenhaltungen aussehen mag?

Kaninchen – ein vielseitig ausgebeutetes Tier

Genau wie Schweine, Rinder und Hühner sind auch Kaninchen keine „Fleischlieferanten“. Angesichts der Fülle an pflanzlichen Alternativen zu Fleisch ist das Töten von Tieren für einen kurzen Gaumenkitzel ethisch nicht zu rechtfertigen.

Kaninchen leiden jedoch nicht nur in sogenannten Kaninchenzuchten. Die empfindsamen Tiere werden auch heute noch in vielen Privathaushalten auf engstem Raum artwidrig gehalten und in weltweiten Versuchslaboren in grausamen Tierversuchen misshandelt.

Bitte hinterfragen Sie Werbeversprechen von Unternehmen, die ihr Geld mit Tierleid verdienen, stets äußerst kritisch.

Was Sie tun können

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