Neuwerk: Zwei durchgehende Pferde, vier Verletzte – PETA fordert Wattkutschenverbot von Cuxhavener Landrat Bielefeld und Hamburger Verkehrssenator Westhagemann

Neuwerk / Stuttgart, 11. Februar 2019 – Vermeidbarer Unfall: Vergangenen Donnerstag sind bei einem Unfall mit einem Wattwagen zwischen dem Hof Fock und dem Bauhof der Hamburg Port Authority vier Personen verletzt worden. Das Gefährt war auf dem Weg von der Insel Neuwerk nach Cuxhaven, als kurz nach dem Start die beiden Pferde durchgingen. Dadurch kippte das Gefährt um; die drei Passagiere und der Kutschführer wurden vom Wagen geschleudert und leicht verletzt. PETA appelliert angesichts dieses Vorfalls an Landrat Kai-Uwe Bielefeld sowie den Hamburger Verkehrssenator Michael Westhagemann, endlich ein Verbot von Pferdekutschen im Nordseewatt auf den Weg zu bringen. Die Tierrechtsorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen. Erst im Juli vergangenen Jahres hatte PETA ausdrücklich auf die Gefahren bei Wattwagenfahrten hingewiesen.
 
„Dieser Vorfall zeigt erneut, dass die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar sind. Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist ein Verbot von Pferdekutschen – insbesondere auf so unsicherem Untergrund wie dem Wattenmeer.“
 
PETA veröffentlichte Anfang 2019 erneut eine Pferdekutschen-Unfallchronik und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: 2018 wurden bei insgesamt 33 Unfällen in Deutschland zehn Menschen getötet und 62 verletzt – viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben im vergangenen Jahr vier Pferde, vier weitere Tiere verletzten sich. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde.
 
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind.  Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten. Die Tierrechtsorganisation setzt sich auch aus Tierschutzgründen für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt. Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.
 

Pferdekutschenunfälle fordern immer wieder Opfer bei Mensch und Tier. / © 112-magazin.de
 
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