Newsletter Osteuropa #4 – Gemeinsam gegen die Pelzindustrie

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Die Pelzindustrie bleibt weiterhin Thema. Dennoch gab es in den letzten Wochen einige Aktivitäten, die sich als positive Entwicklung deuten lassen. Vor allem dank der Unterstützung von und Kooperation mit lokalen Aktivisten und Tierrechtsgruppen konnte viel für die Tiere erreicht werden.

Protestmärsche in Belgrad, Budapest, Sarajevo und Sofia

Am 5. und 12. Mai haben Aktivisten und Tierrechtsgruppen aus Bulgarien, Bosnien, Serbien und Ungarn öffentlich gegen die Pelzindustrie demonstriert. Mit ihren Aktionen konnten die Gruppen auf sich und vor allem auf das Leid der Tiere in Pelzfarmen aufmerksam machen. Gut finden wir auch, dass diese Aktionen im Rahmen des neu gegründeten Verbundes Fur Free Forever stattfinden und sich damit lokaler Aktivismus zu einer länderübergreifenden Bewegung entwickelt. Der Protest in Sofia und ein Zusammenschnitt der verschiedenen Aktionen werden hier exemplarisch gezeigt:


Bürgerinitiative für ein Pelzfarmverbot in Bulgarien

Darüber hinaus läuft in Bulgarien derzeit eine Bürgerinitiative für ein Verbot von Pelzfarmen. Organisiert hat das Ganze die Organisation CAAI (ein Onlineübersetzungsdienst ist beim Navigieren der Webseite sehr hilfreich) – unterstützt wird die Kampagne unter anderem von Lucy Diakovska, einem ehemaligen Mitglied der Girlgroup No Angels und langjähriger Unterstützerin von PETA.
 

Veterinärdirektion des serbischen Parlaments wird an Pelzfarmverbot festhalten

2019 soll in Serbien ein Pelzfarmverbot in Kraft treten. Der Verlauf in Kroatien sowie in Bosnien und Herzegowina hat jedoch gezeigt, dass dieses durch Bemühungen der Pelzindustrie doch noch gekippt oder hinausgezögert werden könnte. Daher hat sich PETA Deutschland e.V. in einem Schreiben an die zuständige Behörde gewandt und begrüßt die Bestätigung der Veterinärdirektion, weiterhin an dem Verbot festhalten zu wollen, nun sehr.

Dass die Pelzindustrie keinen geschützten Status erhalten, geschweige denn als kulturelles Erbe eines Landes gelten sollte, wird sicherlich bei vielen Menschen auf Zustimmung stoßen. Chinchillas, Füchse, Kaninchen, Nerze und Marderhunde werden über Monate hinweg in winzigen Drahtkäfigen untergebracht. Häufig müssen sie sich diese mit weiteren Artgenossen teilen, oder ihre Käfige werden dicht aneinandergereiht. Eine Vielzahl von Recherchen hat gezeigt, dass alle Haltungsformen der Pelzindustrie zu Aggressionen und schweren Verhaltensstörungen bei den Tieren führen können, weshalb Bisswunden und verstümmelte oder fehlende Gliedmaßen alltäglich sind.

Griechisches Kultusministerium erteilt Absage an Pelzindustrie

Auch das griechische Kultusministerium gab nun bekannt, dass die Pelzindustrie – welche ihren Profit explizit aus dem Leiden und Töten von Tieren generiert – nicht als immaterielles Kulturerbe Griechenlands gewertet werden kann. Um genau diesen Status hatte sich die lokale Pelzindustrie schon 2016 beworben. Berichten zufolge hat das Ministerium sich bei seiner Entscheidung an den UNESCO-Zielen für nachhaltige Entwicklung orientiert und kam zu dem Schluss:

„This activity, which is based on the killing of animals exclusively for the exploitation of their fur, is not compatible with sustainable development, which is a necessary requirement for a practice to be considered within the scope of the Convention for the Safeguarding of Intangible Cultural Heritage UNESCO (2003).“


Wir sind auf die weiteren Entwicklungen infolge dieser Entscheidung gespannt.

Unsere Autoren

Annabella McIntosh

Koordinatorin für Osteuropa