Newsletter Osteuropa #5 – neue Recherchen aus Polen und der Tschechischen Republik

Open Cages / OBRAZ
Bilder von Hühnern aus der deutschen Massentierhaltung sind uns bereits bekannt und wurden vor Längerem veröffentlicht – jetzt gibt es auch neue Recherchen aus Polen und der Tschechischen Republik, die zeigen, dass länderübergreifende Änderungen dringend notwendig sind.

Die polnischen Organisationen Otwarte Klatki und Open Cages haben Videomaterial einer sechswöchigen verdeckten Ermittlung veröffentlicht, welche das Leben von und den Umgang mit Hühnern in der Mast dokumentieren. Die Aufnahmen beginnen damit, dass ein Mitarbeiter den Kopf eines Kükens mit voller Wucht gegen eine harte Kante schlägt. „So wird es gemacht“, ist sein einziger Kommentar dazu. Zu Dutzenden werden die kleinen Küken an Rohren, Kisten, Tischkanten brutal erschlagen, wenn sie als zu klein oder zu krank gelten – sie sollen schnell wachsen, kleinere Tiere rentieren sich nicht für den Landwirt. Die polnische Langversion zeigt haufenweise tote Tiere, die aufgrund der unnatürlichen Entwicklung oder von Krankheiten die wenige Wochen dauernde Mast nicht überlebt haben.


Eine weitere Recherche, die die Haltung von Hennen für die Produktion von Eiern zeigt, wurde durch die Organisation OBRAZ aus der Tschechischen Republik veröffentlicht. Diese zeigt die Tiere eingepfercht zu mehreren in kleinsten Käfigen – ihre Eier rollen durch einen Spalt außer Reichweite der Hennen. Auch dieses Videomaterial macht deutlich, dass die Tiere leiden: Zu sehen sind federlose Hautstellen entlang der Flügel und am Hals bis hin zu komplett kahlgepickten Tieren, entzündete Kloaken sowie Verletzungen. Das Leben dieser Tiere ist von Schmerz und Leid geprägt.



Stress, Krankheiten und Schmerzen sind der Preis, die jedes Tier für unseren Fleisch- oder Eierkonsum zahlen muss.

Serbischer Ministerpräsident Gorana Čabradi spricht sich für geplantes Pelzfarmverbot aus

Damit schließt er sich den vielen Menschen an, die den Tieren eine Stimme geben und auf deren Leid aufmerksam machen. Jedes Jahr werden Millionen Nerze, Füchse, Marderhunde und Chinchillas ihres Pelzes wegen getötet – allein in Serbien nicht weniger als 20.000 Chinchillas. Da es sich bei den in Chile heimischen Nagern oftmals um Wildfänge handelt, sind sie vom Aussterben bedroht. Ihrer Felle wegen werden die Tiere in winzigen Käfigen gehalten, in denen ihnen alles verwehrt wird, was ihr Leben in der Natur ausmacht. Infolgedessen zeigen viele von ihnen stereotypisches Verhalten und leiden an Fortpflanzungsstörungen. Recherchen und Studien haben bereits mehrfach bestätigt, dass eine artgerechte Haltung auf sogenannten Pelzfarmen nicht möglich ist.

Das Pelzfarmverbot in Serbien wurde bereits 2009 beschlossen und war zu dieser Zeit eines der ersten weltweit. Leider wird das tatsächliche Inkrafttreten des Verbotes erneut diskutiert – das abgegebene Statement ist Teil dieser Debatte. Inzwischen gibt es in ganz Europa Bestrebungen, Pelzfarmen zu verbieten, und Serbien würde sich mit dem Zeitgeist positionieren.

Was Sie tun können

Helfen Sie den Aktivisten und Organisationen, die sich für die Umsetzung dieser Recherchen eingesetzt haben, indem Sie die Videos mit Ihren Freunden und auf den sozialen Medien teilen – appellieren Sie an die Verantwortung, die jeder von uns für sein eigenes Handeln übernehmen sollte und machen Sie sich eifrei! Dafür können Sie auf verschiedene Alternativen zurückgreifen und diese direkt bei diesen Rezepten ausprobieren.
Auch können Sie diese Petition der tschechischen Organisation Obraz unterschreiben (ein Online-Übersetzungsdienst hilft beim Navigieren der Website).

Unsere Autoren

Annabella McIntosh

Koordinatorin für Osteuropa