Keine Tierversuche mehr für Ihr Make-up? Falsch gedacht! Auch in Deutschland werden noch Produkte verkauft, die an Tieren getestet wurden

Dass Tiere für unser Aussehen nicht leiden sollten, darüber sind wir uns schon lange einig. In 80 Prozent aller Länder ist das aber immer noch legal. Die EU plädiert daher nun endlich für ein weltweites Verbot von Tierversuchen für Kosmetik.

Doch seit 2013 sind Kosmetikartikel, die in den Mitgliedsstaaten der EU verkauft werden, ja sowieso frei von Tierversuchen… oder? Denkste! Was ursprünglich mal klang wie ein kleiner Durchbruch, ist in Wirklichkeit leider ein Beschluss voller Lücken. Schlupflöcher erlauben immer noch zahlreiche grausame Tests: Giftige Substanzen werden in die Augen von wehrlosen Kaninchen getropft, auf Wunden von verletzten Mäusen gerieben, ja sogar in die Bauchhöhlen der Tiere gespritzt. Die Qual der Tiere dauert ihr gesamtes, trauriges Leben lang an – und all das nur für den besten Wimpernaufschlag aus dem Schminkregal!

Echt? Auch in Deutschland?

Nun, es ist ein bisschen kompliziert. Offiziell dürfen in Deutschland und den 28 EU-Mitgliedsstaaten solche Kosmetikprodukte nicht mehr verkauft werden. EU-weit dürfen nur Artikel in den Regalen stehen, die nicht an Tieren, sondern mithilfe von tierfreien Testmethoden geprüft wurden. Es sei denn 

Leider gibt es mehr als nur eine Ausnahme, die dazu führen, dass Tiere weiter für unsere Schönheitsprodukte leiden. Ja, auch für den Nagellack im Drogeriemarkt um die Ecke. Eine der vielen Ausnahmen ist die sogenannte REACH-Verordnung: Aufgrund dieser Verordnung dürfen Inhaltsstoffe, die nicht ausschließlich in kosmetischen Artikeln verwendet werden, weiterhin an Tieren getestet werden. Leider betrifft das die meisten Inhaltsstoffe, denn fast alles kann auch in Spülmitteln oder Toilettenreinigern verwendet werden. Eine weitere fatale Ausnahme: Wenn eine Firma ihre Kosmetik auch in China vermarkten will, muss sie dafür Tierversuche beauftragen, da dies in China Pflicht ist. Obwohl damit an allen Produkten dieser Firma das Blut unschuldiger Tiere klebt, dürfen diese Produkte in der EU trotzdem verkauft werden. Leider geben sich auch jahrzehntelang tierleidfreie Kosmetikfirmen ihrer Profitgier hin und lassen wieder Tierversuche durchführen. Die Unternehmen, die das Leid von Tieren nicht für die Vermarktung ihrer Produkte in Kauf nehmen wollen, handeln konsequent und ziehen sich aus dem chinesischen Markt zurück, bis auch dort tierfreundliche Gesetze herrschen.

Es geht auch anders!

Dass für gute Kosmetik kein Tier leiden muss, beweisen zahlreiche Hersteller. Mehr als 350 wurden bereits in unsere Cruelty-Free-Liste aufgenommen, darunter die bekannten Marken Catrice und Essence. Aber auch Naturkosmetik ist vertreten, so beispielsweise die Marken Logona und Sante, deren tierleidfreie Cremes und Duschgels nicht nur im Reformhaus, sondern auch im Drogeriemarkt zu finden sind. Mit Udo Walz haben wir – juhu – auch einen ganz prominenten Sprecher für die Tiere an Bord: Die eigene Haarpflegereihe des Starfriseurs ist komplett vegan und tierversuchsfrei.

Was Sie tun können

Nutzen Sie Ihre Kaufkraft und setzen Sie ein Zeichen gegen Tierleid! Kaufen Sie Duschgel, Shampoo und Co. von Firmen, die sich gegen die grausame Praxis der Tierversuche einsetzen. Übrigens: Seit 2017 gehört The Body Shop zu einem tierfreundlichen Unternehmen und kann sich somit endlich komplett tierversuchsfrei nennen. Also bleiben Sie auf dem Laufenden und informieren Sie sich, bei wem man ohne schlechtes Gewissen kaufen kann! Dann strahlen Sie nicht nur von außen, sondern auch von innen ♡

 

Unsere Autoren

Sabrina Engel

Sabrina hat Biotechnologie in Berlin studiert und hofft auf eine Zukunft, in der sich die Menschen einig sind, dass Tiere auszubeuten niemals eine gute Idee ist.