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Oktoberfest: Pferd der Augustiner-Brauerei bricht tot zusammen – PETA fordert München auf, Pferde auf der Wiesn zu verbieten

 
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Stand Oktober 2017
München / Stuttgart, 2. Oktober 2017 – Tödliche Tradition: Gestern brach ein Pferd der Augustiner-Brauerei tot zusammen, als es eine Kutsche vom Oktoberfest in den Stall zurückzog. Die Tierrechtsorganisation PETA fordert nun den Oberbürgermeister Dieter Reiter sowie das Kreisverwaltungsreferat auf, die Nutzung von Pferden auf dem Oktoberfest künftig zu untersagen. Auf der Wiesn müssen die sensiblen Fluchttiere – oft mit schrillen Glöckchen behangen – die schweren Kutschen in voller Prachtmontur durch die ausgelassene Menschenmenge ziehen. Teils sind die Pferde dem immensen Stress über mehrere Stunden und bei jeder Wetterlage ausgesetzt, auch damit Besucher sie auf dem Volksfest fotografieren können.

„Die Pferdenutzung auf dem Oktoberfest ist untrennbar mit Tierleid verbunden und gehört verboten“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Brauereien sollten sich schämen, die sensiblen Tiere für ihre geschäftlichen Zwecke derart auszunutzen.“

PETA hat nach dem Oktoberfest 2016 mehrere Pferdehalter wegen Haltungsmissständen und Misshandlungen angezeigt. In einem Fall blieb das Gespann der Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH bei der Präsentation der Brauereikutschen auf dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest im September im Morast hängen. Um das Gefährt in Gang zu setzen, wurden die Pferde wiederholt mit Schlägen und Stichen durch Bogenpeitsche und Gespannleinen sowie durch heftiges Rucken und Ziehen am Zaumzeug misshandelt. Nach einer Strafanzeige von PETA im November 2016 teilte die Staatsanwaltschaft München I mit, dass die Fuhrleute gemäß einem veterinärärztlichen Gutachten zweifelsfrei unangemessen gehandelt und gegen § 1 Tierschutzgesetz verstoßen haben.

In einem weiteren Fall zeigte PETA Ende 2016 die Verantwortlichen der Augustiner-Bräu Wagner KG bei der Münchner Veterinärbehörde wegen der Anbindehaltung von Pferden während des Oktoberfests an. Die Tiere wurden – sofern sie nicht auf dem Oktoberfest Kutschen ziehen mussten – in der Landsberger Straße ständig angebunden in schmalen, halb offenen Boxen gehalten. Das Kreisverwaltungsreferat teilte mit, dass die Brauerei bis zum Oktoberfest 2017 eine tierschutzgerechte Aufstallungsform, beispielsweise eine Einzelboxenhaltung, umsetzen solle.

Eine von PETA unterstützte Onlinepetition der Münchnerin Julia Maier für ein Verbot von Pferdekutschen auf dem Oktoberfest zählt bislang 40.000 Unterschriften.

Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen neben ausreichend Auslauf – vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung – auch gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Weitere Informationen:
PETA.de/Pferdekutschen
Veganblog.de/Unterhaltung/Peitschenschlaege-Pferde-Oktoberfest-206

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de