Ortenberg: Aus dem Zirkus entlaufenes Pony bei Autounfall getötet - PETA mahnt überfälliges Verbot von Tieren im Zirkus an

Ortenberg / Stuttgart, 18. Mai 2018 – Am frühen Freitagmorgen kollidierte ein Autofahrer auf der B275 zwischen Eckartsborn und Ortenberg mit einem Pony. Das Tier war aus einem in Ortenberg gastierenden Zirkus entlaufen und wurde bei dem Zusammenprall tödlich verletzt. Der Fahrer blieb unverletzt. Jedes Jahr werden durchschnittlich über 20 Ausbrüche von Tieren aus Zirkusbetrieben dokumentiert. Bei vielen der Ausbrüche kommen Menschen oder Tiere zu Schaden. Die Tierrechtsorganisation PETA fordert die Bundesregierung aus Gründen des Tierschutzes sowie des hohen Gefährdungsrisikos auf, ein Verbot von Tieren im Zirkus zu erlassen.
 
„Ausbrüche von Tieren aus dem Zirkus sind keine Seltenheit. In den mobilen Gehegen können die Tiere weder sicher noch artgerecht untergebracht werden“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Wie viele Vorfälle muss es noch geben, bis die Politik endlich handelt und Menschen und Tiere vor Schaden bewahrt?“

Unfälle und Ausbrüche von Wildtieren wie Elefanten, Tigern oder Bären aus deutschen Zirkusbetrieben sind vielfach dokumentiert. Insgesamt kam es zwischen 2009 und 2017 zu mindestens 46 Ausbrüchen von Bären, Elefanten, Flusspferden, Großkatzen, Nashörnern und Primaten aus Zirkusbetrieben in Deutschland. Noch häufiger sind jedoch Ausbrüche von domestizierten Tieren wie Pferde oder Kamele. Dabei wurden in den vergangenen Jahren mehrere Menschen getötet und verletzt. EU-weit ist Deutschland sogar das Land mit den mit Abstand häufigsten Zwischenfällen mit Tieren aus Zirkussen [1].
 
Auch der Bundesrat verweist in seiner Entschließung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus (2016) auf die Gefahrensituation: „Ferner sind vermehrte Zwischenfälle mit den genannten Tierarten und Ausbrüche von Zirkustieren augenfällig, die auch die Bevölkerung immer wieder gefährden.“ Einen Grund dafür sieht die Länderkammer darin, dass die „eigentlich notwendige Einrichtung von ausreichend großen, ausbruchsicheren und artgerecht ausgestatteten Gehegen […] mit der Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität“ kollidiert. Zuletzt starb im August 2017 in Brandenburg ein Autofahrer nach einer Kollision mit zwei Wildrindern, die zuvor aus einem Zirkusgehege ausgebrochen waren.
 
PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Bezüglich exotischer Wildtierarten spricht sich auch die Bundestierärztekammer für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. Über 20 europäische Länder, wie beispielsweise Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten.
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu da sind, dass sie uns unterhalten.
 
[1] Eurogroup for Animals (2017): Wild Animals in EU Circuses. Problems, Risks and Solutions. Online abrufbar unter: http://www.eurogroupforanimals.org/wp-content/uploads/E4A-Circus_Report-Digital-OK-v2.pdf?utm_source=PDF&utm_campaign=CircusReport.
 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860 591 528, [email protected]