Patientenbesuche im Zoo: PETA kritisiert Medizinische Hochschule Hannover

Hannover / Gerlingen, 8. Juni 2012 – Nachdem die Medizinische Hochschule Hannover Pläne bekanntgab, in einer fünfjährigen Studie die Auswirkungen von Besuchen im Zoo Hannover auf psychisch kranke Menschen zu untersuchen, kritisiert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. nun das Vorhaben der Wissenschaftler. Im Zoo Hannover treffen die Patienten auf Tiere, die nicht für die Gefangenschaft geeignet sind und infolgedessen schwere Verhaltensstörungen entwickelt haben. Da insbesondere Tierarten wie Eisbären, Elefanten, Menschenaffen oder Raubkatzen derart deutlich unter den viel zu kleinen Gehegen leiden, befürchtet PETA, dass sich der Zustand der Patienten sogar verschlechtern könnte, wenn diese mitansehen, wie die Tiere am Käfigrand auf und ablaufen, stereotype Bewegungsmuster zeigen oder depressiv in ihrem Gehege kauern. Die Organisation fordert die Medizinische Hochschule Hannover jetzt in einem Schreiben dazu auf, die Patienten alternativ mit geretteten Tieren in einem Gnadenhof zusammenzubringen, wo sich die psychisch kranken Menschen auch aktiv für die Tiere einbringen können.

„Der Anblick von Wildtieren in winzigen Gehegen macht erst recht depressiv“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Ein Therapieerfolg für psychisch kranke Menschen wird sich unserer Einschätzung nach durch Besuche im Zoo Hannover daher nicht einstellen, denn dort werden die Menschen auf großes Elend der in winzigen Gehegen eingesperrten Tiere treffen. Eine Therapie von kranken Menschen auf Kosten von kranken oder eingesperrten Tieren lehnen wir zudem grundsätzlich ab.“

Der Zoo Hannover ist für seine artwidrige Tierhaltung bekannt. Im Januar geriet der Zoo wegen des zu kleinen Wolfsgeheges in die Kritik, nachdem eine Wölfin wegen fehlender Rückzugsmöglichkeiten von Artgenossen totgebissen wurde. Zudem liegt PETA Videomaterial vor, welches die psychische Erkrankung eines Elefanten zeigt.

PETA spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft aus. Artwidrige Haltungsbedingungen und schwere Verhaltensstörungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Die Besucher lernen nichts über die Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren, wenn diese ihr Dasein in qualvoller, beengter Gefangenschaft fristen. PETA fordert, dass die Millionen an Steuergeldern, die derzeit für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe aufgebracht werden, in konkrete Projekte zum Schutz der letzten natürlichen Lebensräume der Tiere fließen sollten.

 


Bild 1: Kein artgerechtes Leben für Schimpansen im Zoo Hannover / © PETA Bild 2: Schmerzhafter Elefantenhaken kommt im Zoo Hannover immer noch zum Einsatz / © PETA Die Bilder sind auf Anfrage auch in druckfähiger Qualität erhältlich.

 

Weitere Informationen:
www.peta.de/zoo

Kontakt:
Bartek Langer, 07156 17828-27, BartekL@peta.de