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PETA-Anzeige gegen Pölziger Angler erfolgreich: 200 Euro Geldbuße für Fischquälerei bei Catch & Release in Thüringen

 
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Stand Dezember 2017
Pölzig / Stuttgart, 18. November 2017 – Tierquäler bestraft: Im Juni 2016 hatte die Tierrechtsorganisation PETA Anzeige gegen Tino S. aus Pölzig wegen Catch & Release erstattet, dem Angeln und wieder Freilassen von Fischen. Gemeinsam mit seinem Vater und einem Freund hatte der Mann einen 1,48 Meter großen und 30 Kilogramm schweren Wels aus dem Dorfteich gezogen, gemessen, gewogen, mit ihm für ein Foto posiert und ihn ins Wasser zurückgesetzt. Auf Veranlassung  der Staatsanwaltschaft Gera zahlte der Angler wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eine Geldbuße in Höhe von 200 Euro an eine regionale Tierschutzorganisation.
 
„Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei ein sportliches Hobby“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Catch & Release bedeutet für Fische enormen Stress und Verletzungen – viele der so traumatisierten Tiere sterben infolge dieser Tortur.“
 
In der strafverfolgungsbehördlichen Praxis herrscht die Auffassung vor, dass Catch & Release einen Verstoß gegen Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes darstellt. Demnach dürfen einem Wirbeltier keine länger anhaltenden Schmerzen zugefügt werden. Durch Angelhaken und Atemnot sind die empfindlichen Fische erheblichen Schmerzen und Leiden sowie Todesangst über einen längeren Zeitraum ausgesetzt. In diversen Verfügungen von Staatsanwaltschaften und auch Urteilen, wie etwa dem des Amtsgerichts Lemgo vom 31. März 2011 (AZ: 25 Cs-22-Js 86/10-194/10), wird diese Angelpraxis ausdrücklich als strafbare Handlung eingestuft.

Dr. Tanja Breining veranschaulicht das Leid der Tiere beim Angeln an folgendem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, jemand bohrt Ihnen einen Metallhaken durch den Mund. Mit Ihrem ganzen Körpergewicht an diesem Haken hängend, werden Sie in eine für Sie fremde Atmosphäre gezogen, in der Sie nicht mehr atmen können.“ Genau diese Qual erleiden Fische beim Angeln.
 
Fische sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise und schließen Freundschaften. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren [1], kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [2]
 
[1] Auszug: Brown, C. (2015): Fish intelligence, sentience and ethics. Anim Cogn (2015) 18:1–17 DOI 10.1007/s10071-014-0761-0. / Sneddon, L. U. (2003): The evidence for pain in fish: the use of morphine as an analgesic. Applied Animal Behaviour Science 83 (2003). 153-162 / Segner, H. (2012): Fish Nociception and pain A biological perspective. Federal Office for Buildings and Logistics (FOBL), Bern, 2012.
[2] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische
PETA.de/Fische-Schmerz

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de