PETA-Asia-Ermittlung in historischer Felsenstadt Petra: Pferde, Esel und Kamele in sengender Sonne für Touristen misshandelt

Petra, Jordanien / Stuttgart, 16. Januar 2018 – Eine aktuelle Ermittlung von PETA Asia deckt den Tiermissbrauch in Petras Tourismusbranche auf. Viele der über 1.300 Esel, Kamele, Maultiere und Pferde, die Touristen auf ihrem Rücken oder in Kutschen transportieren müssen, werden routinemäßig geschlagen, ausgepeitscht oder völlig überladen. Diese Torturen müssen die Tiere ohne Schatten oder Wasser in der sengenden Hitze ertragen.
 
Neueste Videoaufnahmen zeigen, wie Männer und sogar Jungen die erschöpften Tiere immer wieder mit Plastikrohren, Seilen, Metallketten oder Peitschen schlagen, um sie zum Weitergehen zu zwingen – blutverschmierte Ketten und Seile graben sich in den Hals der Tiere. Ebenfalls zu sehen sind Kamele mit offenen, von Fliegen befallenen Wunden. Diese Verletzungen entstehen, weil Männer aggressiv am Zaumzeug der Tiere zerren, um sie zu bewegen. Die Aufnahmen zeigen einen Mann, der einem Esel in den Bauch tritt; er weicht zurück, als er nach dem Ende einer Tour noch mehr Touristen tragen soll. Eine danebenstehende Person muss ausweichen.
 
Dieser Missbrauch wird nicht geahndet und das Gesetz nicht durchgesetzt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit stellte die Petra Development & Tourism Region Authority ein Schild auf, das Besucher der historischen Altstadt dazu ermutigt, Fälle von Tierquälerei zu melden, allerdings funktioniert die angegebene E-Mail-Adresse nicht.
 
„Es ist eine Schande, dass schwache, verletzte und erschöpfte Tiere in Petra Tag für Tag geschlagen und ausgepeitscht werden, kein Wasser erhalten oder der Wüstenhitze schutzlos ausgeliefert sind“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Wir appellieren an die königliche Familie, moderne Beförderungsmittel, z. B. Golfwägen, zu nutzen, statt die Tiere zu misshandeln. So können Touristen auch weiterhin Petras beeindruckende Geschichte erleben, ohne dass Tiere dafür leiden müssen. Denn Tierleid kann einen solchen Ausflug ruinieren und dem Ruf des Landes schaden.“
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie ausbeuten bzw. misshandeln. PETA Asia zufolge werden die Maultiere und Esel gezwungen, die 900 Stufen zum Kloster hinauf und wieder hinunter mit Touristen auf dem Rücken zurückzulegen. Pferde werden vor Kutschen gespannt und müssen diese auf zehn Kilometer langen Wegen mehrmals täglich durch die Altstadt ziehen. Zwischen den Einsätzen werden die Tiere so kurz angebunden, dass sie sich nicht einmal hinlegen können. Stattdessen müssen sie in der heißen Sonne stehen, bis der nächste Kunde vorbeikommt. Die Tiere scheinen nicht von einem Tierarzt oder Hufschmied versorgt zu werden; viele von ihnen lahmen oder leiden offensichtlich unter Koliken und Erschöpfung.
 
Weitere Informationen:
PETAAsia.com
PETA.de/Themen/Tourismus
 
Das Foto- und Videomaterial sowie eine Onlinepetition sind auf PETA.de/Petra veröffentlicht.
 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de