Presseportal Pressemitteilungen Tierversuche

PETA fordert Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer auf, OP-Übungen der Bundeswehr an lebenden Schweinen einzustellen

Organisation verweist auf Studien zu überlegenen Simulatoren menschlicher Patienten und behördlich verweigertes LTT-Training für US-Militär in Deutschland

 
Washington / Stuttgart, 12. Juni 2020 ­– PETA USA und PETA Deutschland haben Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer heute in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, sogenannte Trauma-Übungen der Bundeswehr an Tieren zu beenden. Während dieser „Live Tissue Trainings“ (LTT) werden Schweine bei lebendigem Leib verstümmelt, um Kriegsverletzungen nachzuahmen, und nach dem Üben der operativen Eingriffe getötet. Und das, obwohl neue Studien zeigen, dass humanrelevante Modelle – wie sie bereits beinahe zwei Drittel der NATO-Truppen in ihren Übungen verwenden – den „Trainings“ an lebenden Tieren überlegen sind. Der erneute Appell der Tierrechtsorganisationen erfolgt nun, nachdem PETA das Ministerium bereits unter anderem mit gesammelten Publikationen über tierfreie Methoden informierte. Zudem sicherte das Ministerium PETA letztes Jahr eine „genaue Prüfung“ tierfreier Modelle zu und versprach schon 2018, das LTT vollständig abzubrechen, „sobald geeignete Simulationsmodelle verfügbar sind“.
 
Schon 2010 überzeugte PETA die deutschen Aufsichtsbehörden, Anträge der U.S. Army Europe auf die Durchführung von LLT für in Deutschland stationierte amerikanische Soldaten abzulehnen, da solche invasiven und tödlichen Übungen gegen das deutsche Tierschutzgesetz verstoßen. Im selben Jahr erklärte die Bundeswehr fälschlicherweise gegenüber PETA, dass die Bundeswehr „keine Tierversuche zu Übungszwecken“ durchführt ­– diese Falschaussage veranlasste das Verteidigungsministerium 2017 dazu, sich förmlich bei PETA zu entschuldigen und 2018 den Einsatz von bis zu 12 Schweinen für die Ausbildung von 18 Chirurgen pro Jahr zu bestätigen.
 
„Sanftmütige Schweine als Wegwerf-Übungsobjekte zu missbrauchen und ihnen für schlechte Imitationen menschlicher Kriegsverletzungen massive Wunden zuzufügen, ist unentschuldbar und schlechtes Training“, so Biologin Anne Meinert, Fachreferentin im Bereich Tierversuche bei PETA Deutschland. „Gemeinsam mit PETA USA fordern wir das deutsche Verteidigungsministerium auf, diese Praxis – die die US-Küstenwache als 'abscheulich' bezeichnet und selbst beendet hat – einzustellen und auf eine moderne und höherwertige Simulationstechnologie umzustellen.“
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation weist darauf hin, dass die sensiblen, intelligenten Schweine eine andere Anatomie haben als Menschen, sodass diese Ausbildungen am lebenden Tier für den Menschen irrelevant sind. Hochmoderne Hightech-Simulatoren menschlicher Körper, die „atmen“ und „bluten“, sind effektiver, ethisch vertretbar und wirtschaftlicher.
 
Wissenschaftler von PETA Deutschland und ihren internationalen Partnerorganisationen haben unzählige wissenschaftliche Studien zusammengetragen, die das Scheitern von Tierversuchen verdeutlichen. Gleichzeitig haben sie eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt, um den medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt voranzutreiben: den „Research Modernisation Deal“. Damit bietet PETA einen Leitfaden für die Umsetzung einer längst überfälligen Ausstiegsstrategie aus verschwenderischen Tierversuchen zugunsten von tierfreien Methoden, die für den Menschen relevante Ergebnisse hervorbringen.
 
PETAs Schreiben an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer finden Sie hier.
 
PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Bundeswehr-Op-Kurse-Petition
PETA.de/Wissenschaft-statt-Tierversuche

Pressekontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, [email protected]