PETA kritisiert Aufhebung des Angelverbots auf Stralsunder Rügendamm: Geld soll stattdessen in die Errichtung von Schutzzonen investiert werden

Stralsund / Stuttgart, 13. März 2018 – Fehlinvestition: Auf dem Stralsunder Rügendamm hat der Bau einer 174.000 Euro teuren Angelwurfbegrenzung begonnen. Aus Sicherheitsgründen hatte das Landesverkehrsministerium das Angeln auf dem Damm zwischen der Hansestadt und der Ostseeinsel Rügen im April 2017 verboten. Grund dafür waren Beschwerden von Autofahrern. Die Tierrechtsorganisation PETA forderte das Verkehrsministerium nun auf, das Angelverbot auf dem alten Rügendamm aufrechtzuerhalten und das eingesparte Geld in den Schutz von Meerestieren zu investieren, zum Beispiel durch die Auslobung von Schutzzonen an Stralsunder Stränden, an denen jeglicher Fischfang ganzjährig verboten ist.
 
„Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Jemand ist und kein Etwas, daher sollte das Leben der Tiere mehr Bedeutung haben als die Interessen der Hobbyangler“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Auf der Insel Rügen gibt es bereits einige Schutzzonen für Fische. Stralsund sollte diesem Beispiel folgen und mehr Schutzgebiete einrichten.“
 
Einer aktuellen wissenschaftlichen Studie zufolge sind aufgrund der Überfischung zwischen 79 bis 90 Prozent der älteren Fische in Fischpopulationen weltweit vom Aussterben bedroht. Die Autoren der Studie schlagen daher ebenfalls die Einrichtung von Meeresschutzgebieten vor. Vorbild für ein solches Wasserreservat ist Monaco: Der gesamte Stadtstrand Larvotto und das etwa 30 Hektar umfassende Küstengebiet sind bereits seit 1976 als Meeresschutzgebiet ausgewiesen [1].
 
Diese Beispiele könnten auch Stralsund Vorbild sein und die negative Einschätzung der Deutschen Stiftung für Meeresschutz widerlegen, die Deutschland als Schlusslicht in der Ausweisung von Meeresschutzgebieten nennt [2].
 
PETA weist darauf hin, dass Fische individuelle Persönlichkeiten sind, die auf vielfältige Weise kommunizieren. Sie schließen Freundschaften – auch mit Menschen – und zeigen ihre Zuneigung durch Körperkontakt. Manche Fische jagen gemeinsam, nutzen Werkzeuge und können Menschengesichter unterscheiden [3].
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
 
[1] http://www.monaco-consulate.com/?page_id=36.
[2] https://www.stiftung-meeresschutz.org/themen/schutzgebiete.
[3] Jonathan Balcombe (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.
 
Weitere Informationen
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de