Gebrandmarkt, geschlagen und gehäutet: PETA protestiert mit lebensgroßen, aufblasbaren Bullen vor internationaler Möbelmesse gegen Ledermöbel

Köln / Stuttgart, 12. Januar 2018 – PETA demonstriert am Montag, 15. Januar, ab 11:30 Uhr vor der internationalen Möbelmesse IMM Köln mit zwei lebensgroßen, aufblasbaren Bullen, Bannern und Postern gegen Möbel aus Leder. Der Protest richtet sich an Unternehmer, Designer und Konsumenten. Die Tierrechtsorganisation appelliert an Unternehmer, Designer und Konsumenten, Möbel aus Tierhäuten weder zu kaufen noch herzustellen. Für die Bezüge vieler Sofas und Sessel wird trotz tierfreier Alternativen weiterhin die Haut toter Tiere verwendet. Dafür nehmen Hersteller und Verbraucher in Kauf, dass Lebewesen misshandelt, brutal getötet und gehäutet werden.
 
„Für eine gewöhnliche Ledercouch werden bis zu sieben sanftmütige Kühe gewaltsam getötet und gehäutet“, so Johanna Fuoß, Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. „Darum appelliert PETA an alle Händler und Konsumenten, sich beim Kauf eines Sofas für tierfreie Möbel aus Kunstleder oder pflanzlichen Stoffen und gegen Tierhäute zu entscheiden.“
 
Tierquälerei für Möbel: Zu sehen sind die Misshandlungen an Rindern exemplarisch in dem Videomaterial, das von PETA Deutschland und Repórter Brasil veröffentlicht wurde und brasilianische Rinderfarmen und Schlachtereien zeigt, die den Rindfleischproduzenten und Lederverarbeiter JBS S. A. beliefern. Nach dem Fleisch ist das wirtschaftlich wichtigste Produkt der Schlachthäuser die Haut der Tiere [1]. So ist der Konzern JBS nicht nur das größte Schlachthausunternehmen, sondern mit Gerbereien auf dem gesamten Globus zugleich der größte Lederproduzent der Welt.
 
Auf dem Video ist zu sehen, wie Kälber ohne Gabe von Schmerzmitteln im Gesicht gebrandmarkt werden. Regelmäßig werden Kühe geschlagen, getreten, mit Stromstößen traktiert und an Lassos umhergeschleift. Bei der verdeckten Ermittlung beobachtete der Augenzeuge, wie Kälber ihren Müttern entrissen und an Ohren und Schwänzen hochgerissen wurden. Außerdem sah er Kühe mit offenen und blutenden Wunden. In engen Holzgängen trampelten die Kühe in Panik auf ihre Artgenossen. Mit Elektroschockern wurden sie auf Lastwagen gezwungen, auf denen sie während des Transports zu verschiedenen JBS-Schlachthöfen dicht aneinandergedrängt ausharren mussten.
 
Im Schlachthof geht das Leid der Tiere weiter. Fehlbetäubungen sind an der Tagesordnung. Jährlich werden auch in deutschen Schlachthöfen Tausende Rinder mit einem Messer aufgeschlitzt, während sie noch bei vollem Bewusstsein sind. Jedes Jahr werden hierzulande mehr als 330.000 Kühe nicht ordnungsgemäß betäubt, bevor sie ausbluten und ihre Haut vom Körper geschnitten wird [2].
 
Am Ende der Lieferkette stehen große Möbelunternehmen, die aus den Tierhäuten Sofas und Sessel fertigen. Auch international bekannte Möbelmarken wie Natuzzi oder Ekornes bezogen Leder, das mit den brasilianischen Rinderfarmen in Verbindung steht.  

Kein Tier muss für Möbel gequält werden. Während hochwertiges Kunstleder bereits überall erhältlich ist, werden stetig neue Technologien entwickelt, um aus Pflanzenfasern, Hefekulturen oder Pilzen lederartige Materialien herzustellen, die tierfreundlich und umweltverträglich sind. Nachhaltig und vegan produzierten Lederalternativen gehört die Zukunft, denn die Herstellung von Leder ist nicht nur für Tiere, sondern durch eine Vielzahl chemischer Gerbstoffe wie Chrom, Formaldehyd und Schwefelsäure auch für die Natur verheerend.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen. Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren. Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen. Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten. Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie ausbeuten bzw. misshandeln.
 
[1] Liu, Deng-Cheng (2001): Better Utilization of by-Products from the Meat Industry. Food and Fertilizer Technology Center for the Asian and Pacific Region.
[2] Deutscher Bundestag (2012): Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren, Drucksache 17/10021.
 
Weitere Informationen
PETA.de/Hintergrundwissen-Leder
Leder.Peta.de
 
Wann & Wo:
Montag, 15. Januar 2018, 11:30–14:00 Uhr, Messe Köln, Haupteingang Süd, 50679 Köln
 
Interviewkontakt vor Ort:
Johanna Fuoß. Telefonnummer kann in der Pressestelle erfragt werden.
 
Kontakt Pressestelle:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de