2017 erneut viele Pferdekutschenunfälle: Drei Tote und 67 Verletzte bei 41 Vorfällen

Landkreis Ostallgäu / Stuttgart, 11. Januar 2018 – Traurige Bilanz: Die Tierrechtsorganisation PETA veröffentlicht heute die Pferdekutschunfallstatistik 2017. Bei den insgesamt 41 Unfällen in Deutschland wurden drei Menschen getötet und 67 verletzt – viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben im vergangenen Jahr drei Pferde, 17 weitere Tiere verletzten sich. Ein tragischer Unfall ereignete sich wie schon 2012 in Schwangau: Auf dem Weg zum Schloss Neuschwanstein gingen die Pferde einer mit zwölf Personen besetzten Kutsche plötzlich durch. Das Gefährt kam erst zum Stehen, als es gegen einen Baum prallte. Acht Insassen wurden zum Teil schwer verletzt, zwei Pferde starben. In Anbetracht der bundesweit hohen Anzahl an Unfällen 2017 erneuert PETA ihre Forderung nach einem Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Ostallgäu und auf Bundesebene.
 
„Die Risiken bei Pferdekutschfahrten sind extrem hoch. Während für Kraftfahrzeuge höchste Sicherheitsstandards gelten, dürfen Kutschen noch wie im Mittelalter über Straßen traben. Wir fordern ein Verbot von Pferdekutschen als Beförderungsmittel – zum Schutz von Mensch und Tier“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Es ist geradezu absurd, Pferde im Straßenverkehr einzusetzen. Als Fluchttiere erschrecken sie oft schon durch geringe Störungen und ein simples Hupen kann eine Tragödie auslösen.“
 
Die mit Abstand häufigste Unfallursache war auch 2017 wieder ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde im Straßenverkehr oder auf einem Wald- oder Feldweg. Auch 2016 waren bereits 41 Unfälle mit vier Toten und 61 Verletzten zu verzeichnen. In Österreich kam es 2017 ebenfalls wieder zu mehreren Unfällen mit Pferdekutschen: Bei 14 Vorfällen wurden 32 Menschen und zwei Pferde verletzt. In der Schweiz gab es bei fünf Unfällen drei verletzte Menschen und Pferde, ein Tier starb. Angesichts der wiederholt tragischen Bilanz von insgesamt 60 Unfällen im deutschsprachigen Raum mit drei toten und 102 verletzten Menschen sowie vier gestorbenen und 22 verletzten Pferden fordert PETA in einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium als ersten Schritt ein Verbot von Pferdekutschen auf Kraftfahrstraßen.
 
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Daher ist ein Vergleich mit den Unfallzahlen aus dem Kraftfahrzeugbereich nicht zielführend: Die Sicherheit motorisierter Fahrzeuge wird im Gegensatz zu Pferdekutschen ständig weiterentwickelt und aktuellen Standards angepasst. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht da, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation setzt sich auch aus Tierschutzgründen für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Insbesondere für Touristengespanne müssen die Tiere oft stundenlang bei Winterkälte oder Sommerhitze im lauten und gefährlichen Straßenverkehr auf hartem Asphalt stehen oder die schweren Kutschen ziehen – häufig bis zum Zusammenbruch. Eine tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt.

Weitere Informationen
PETA.de/Pferdekutschen
PETA.de/Pferdekutschenunfaelle
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de