Spenden
 »  »  » PETA ZWEI: Fünf Protestaktionen gegen das Ponykarussell auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt

Mit fünf Protestaktionen und einer Ratsinitiative gegen das Ponykarussell auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt: PETA ZWEI Streetteam will Tierquälerei beenden

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand November 2017
Dortmund / Stuttgart, 30. November 2017 – Auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ist auch in diesem Jahr wieder ein Ponykarussell zugelassen. Das freiwillige PETA ZWEI Streetteam Dortmund kritisiert den rücksichtslosen Umgang mit den Ponys und Pferden, denn Wirbelsäule und Beine der Tiere sind nicht für stundenlanges Im-Kreis-Laufen ausgelegt. Um die Besucher mit Plakaten und Schildern über die Tierschutzproblematik zu informieren, protestieren die Aktiven am kommenden Samstag und Sonntag von 12 bis 15 Uhr vor dem Weihnachtsmarkt an der Kampstraße. Weitere Protestaktionen sind für den 10., 16. und 17. Dezember geplant. Parallel zu den Straßenprotesten werden die Dortmunder Tierfreunde das Thema in den kommenden Tagen über einen Bürgerantrag gemäß § 24 der NRW-Gemeindeordnung in den Rat der Stadt einbringen, damit die Politiker Ponykarussells auf künftigen Weihnachtsmärkten nicht mehr genehmigen. 

„Dortmund ist eine der wenigen Städte in Deutschland, auf denen noch ein Ponykarussell auf dem Weihnachtsmarkt zugelassen wird. Dabei ist längst bekannt, dass die Tiere darunter leiden“, sagt Jenny Lerch, Leiterin des freiwilligen PETA ZWEI Streetteams in Dortmund. „Für ein kurzes Kindervergnügen werden die Tiere ihr Leben lang als Rondellmaschinen missbraucht.“



Auch die Bevölkerung betrachtet Ponykarussells auf Veranstaltungen zunehmend kritisch: Eine repräsentative Umfrage ergab 2015, dass rund zwei Drittel der Deutschen den Einsatz von Ponys und Pferden für diese „Karussells“ als nicht tiergerecht empfinden. Während 19 Prozent aller Befragten der Ansicht sind, dass Ponykarussells weiterhin auf Jahr- und Weihnachtsmärkten zugelassen werden sollten, spricht sich eine deutliche Mehrheit von rund 59 Prozent für ein Verbot aus. Zahlreiche Marktveranstalter oder Kommunalvertretungen in Städten wie Düsseldorf, Hannover, Mainz, Konstanz, Duisburg, Coburg, Zwickau und Dachau haben bereits beschlossen, künftig keine Ponykarussells mehr zu genehmigen. 

Immer mehr Amtstierärzte, Tierärzte und Experten sprechen sich gegen die monotonen Ponykarussells aus. Amtstierärztin Dr. Sabine Beckmann vom Kreisveterinäramt Gütersloh sagte 2010 in einem Interview: „Die derzeitige Praxis, die Ponys stundenlang in dieselbe Richtung trotten zu lassen, ist als absolut verhaltenswidrig einzustufen. Die Tiere leiden physisch und psychisch.“ [1] Der durch Publikationen und Kolumnen bekannte österreichische Tierarzt Dr. Hans Christ warnt ebenfalls vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Ponykarussells: „Durch die fortgesetzte einseitige Kreisbewegung kommt es unweigerlich, ungeachtet etwaiger Erholungspausen, im Laufe der Zeit zu Schäden im Bewegungsapparat (ungleiche Beanspruchung der Gelenke, Bänder und der Wirbelsäule). […] Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar!“ [2] Auch das Positionspapier der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ist eindeutig – insbesondere im Hinblick auf die erzieherische Wirkung solcher Ponykarussells: „Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist.“ [3]

[1] Osterkamp, L. (2010): Nicht immer rechts herum. Kreis will den Kirmesponys helfen. In: Neue Westfälische. Online abrufbar unter: www.nw-news.de/owl/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/?em_cnt=3982214. (27.11.2017).
[2] Österreichischer Tierschutzverein (2013): Ponykarussell: Tierarzt bestätigt Kritik des Österreichischen Tierschutzvereins. Online abrufbar unter: http://tierschutzverein.at/ponykarussell-2/. (27.11.2017).
[3] Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (2008): Beurteilung von Ponyreitbahnen unter Tierschutzgesichtspunkten. Online abrufbar unter: http://www.tierschutz-tvt.de/index.php?id=50&no_cache=1&download=TVT-MB_116_Ponyreitbahnen__2008_.pdf&did=82. (27.11.2017).

Weitere Informationen:
PETA.de/Ponykarussell
Veganblog.de/Unterhaltung/Traurigstes-Ponykarussell-Dortmunder-Weihnachtsmarkt/

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de