Pfarrkirchen: Exotische Schlange in Hauseingang gefunden – PETA setzt 500 Euro Belohnung für Hinweise aus

Tierrechtsorganisation fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten


Pfarrkirchen / Stuttgart, 6. Dezember 2018 – Sicher nicht vom Nikolaus gebracht: Am Dienstagvormittag fand ein Bewohner der Peter-Adam-Straße in Pfarrkirchen eine etwa 1,30 Meter lange rot-weiß-schwarz-gestreifte Schlange im Hauseingang. Nachdem er die Polizei alarmiert hatte, fingen Mitarbeiter des städtischen Bauhofes das Tier nach Rücksprache mit der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes ein und übergaben es einer fachkundigen Tierärztin für Reptilien. Bei dem Tier handelt es sich um eine ungiftige Königsnatter, die normalerweise in Mittelamerika und Kanada beheimatet ist. Diese Schlangenart unterliegt nicht dem Artenschutz und kann somit auch in Deutschland gehalten werden. Die Schlange wurde vermutlich ausgesetzt und hätte aufgrund der Temperaturen nicht lange überlebt. Die Polizei sucht nun nach dem ehemaligen Halter, der die Schlange möglicherweise ausgesetzt hat. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Pfarrkirchen unter der Telefonnummer 08561-96040 entgegen.
 
PETA setzt Belohnung aus

Um den Schlangenhalter, der das Tier mutmaßlich „entsorgt“ hat, zu finden, setzt die Tierrechtsorganisation PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise, die zu seiner Verurteilung führen, aus. Zeugen wenden sich an die Polizei und können sich telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym.
 
„Das Aussetzen von Tieren ist eine Straftat“, sagt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Häufig sind es Exoten aus dem Internet, deren Halter sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen der anspruchsvollen Lebewesen auseinandergesetzt haben. Oft wachsen ihnen dann Aufwand, Kosten und – im wahrsten Sinne des Wortes – die Tiere selbst über den Kopf. Üblicherweise handelt es sich daher bei solchen Funden um Reptilien, die von ihrem überforderten Halter skrupellos entsorgt wurden.“
 
PETA fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten
PETA kritisiert, dass der Kauf von hochgiftigen Schlangen und anderen gefährlichen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr hunderte exotische Tiere aus ihren Terrarien aus oder werden von überforderten Laien einfach ausgesetzt. Die Tierrechtsorganisation setzt sich daher für ein grundsätzliches Verbot von exotischen Tieren in Privathand ein und weist darauf hin, dass der Handel mit Reptilien und Amphibien auch den Tod unzähliger Tiere bedeutet: Viele der empfindlichen Exoten sterben bereits, bevor sie überhaupt in den Verkauf kommen. Verlustraten von 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich [1]. Bei einem erheblichen Teil der auf Terraristikbörsen angebotenen Wildtiere handelt es sich um Naturentnahmen. Im Auftrag profitorientierter Händler und gedankenloser Endabnehmer werden die letzten artenreichen Naturgebiete regelrecht geplündert. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten [2].
 
Auch wenn es sich um ungiftige Tiere handelt, können Exoten gefährlich für den Menschen sein: Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gesundheitsgefährdende Salmonellenarten; geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her [3].
 
[1] Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip (2012): Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3.
[2] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress.
[3] Robert Koch-Institut (2013): Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.
 
Weitere Informationen:
Reptilienhandel.PETA.de
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Tierqual
PETA.de/Reptilien
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, LisaKi@peta.de