PFC-Problem am Kühlsee: PETA appelliert an Baden-Badener Oberbürgermeisterin, sofortiges Angelverbot zu verhängen

Badesee soll im Sinne von Mensch und Tier zu Wasserschutzgebiet werden
 

Baden-Baden / Stuttgart, 12. Juni 2019 – Da der Kühlsee in Baden-Baden Sandweier mit PFC verseucht ist und dort gefangene Fische weder von Tieren noch Menschen verzehrt werden sollen, wandte sich PETA Ende Mai an Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Die Tierschutzorganisation regt an, das Gebiet um den Badesee als Wasserschutzgebiet auszuweisen, und fordert als ersten Schritt ein Angelverbot. In ihrem Schreiben hat PETA betont, dass das Angeln ohne sogenannten vernünftigen Grund – der in diesem Fall einzig der Verzehr wäre – rechtswidrig ist.
 
„Die mit PFC kontaminierten Fische im Kühlsee können nicht mehr verzehrt werden, also muss das Angeln untersagt werden, da es keinen gesetzlich vorgeschriebenen, ‚vernünftigen‘ Grund für das Töten der Fische mehr gibt. Wäre der See ein Naturschutzgebiet, könnten Menschen die Fische dort von einer ganz neuen Seite kennenlernen – nicht als Beutetiere, sondern als zutrauliche und faszinierende Seebewohner“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA.
 
PETA weist darauf hin, dass ein Wasserschutzgebiet zahlreiche Vorteile für Anwohner, Touristen und Fische hätte. Andere Städte gehen mit gutem Beispiel voran: So sind etwa in Monaco der Stadtstrand Larvotto und das etwa 30 Hektar umfassende Küstengebiet bereits seit 1976 als Meeresschutzgebiet ausgewiesen [1]. Hunderte Fische halten sich hier in Ufernähe bei den Menschen auf, da ihnen aufgrund des Fischereiverbots keine Gefahr droht.
 
Die Tierschutzorganisation betont, dass Fische individuelle Persönlichkeiten sind, die auf vielfältige Weise kommunizieren. Sie schließen Freundschaften – auch mit Menschen – und zeigen ihre Zuneigung durch Körperkontakt [2]. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“ [3].
 
PFC, das nun in Baden-Baden nachgewiesen wurde, ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien, die seit den 1960er-Jahren in vielen Produkten verwendet werden [4]. Die Fische, die im Kühlsee gefangen werden, eignen sich nicht zum Verzehr, denn die Belastung, vor allem durch die Chemikalien PFDA und PFOS, liegt weit über den von den Behörden festgelegten Grenzwerten. Laut dem Sozialministerium Baden-Württemberg deuten verschiedene Studien auf einen Zusammenhang zwischen PFC-Belastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen hin.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] http://www.monaco-consulate.com/?page_id=36.
[2] Jonathan Balcombe (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.
[3] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[4] https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/gesundheitsschutz/was-sind-pfc/.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]