Pferdehaltung: Offenstall vs. Boxen – was ist besser für die Tiere?

Pferdehaltung
Bei der Pferdehaltung stellt sich die Frage, was besser für die Tiere ist – Offenstall- oder Boxenhaltung? Diese Frage beantworten wir in diesem Blog und klären über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Haltungsformen auf.

Ist die Boxenhaltung artgerecht?

Ganz klar: Nein. Die übliche Boxengröße für ein Großpferd beträgt ca. 3,5 x 3,5 m. Für Pferde ist das der absolute Horror, wenn man bedenkt, dass sie in der Wildnis ständig in Bewegung sind. Sie sind im Schritt immer auf der Suche nach den besten Gräsern. Der Galopp ist in erster Linie eine Fluchtgangart. Schon das zeigt, dass es völlig unnatürlich ist, Pferde in einer Box zu halten und beim Ausritt dann Vollgas zu geben.

Ein Großteil der Pferde wird auch heutzutage noch in engen Einzelboxen gehalten. Hier sind die neugierigen Lauftiere beinahe den ganzen Tag in einem kleinen Raum eingesperrt. Der Mangel an Bewegung und sozialem Kontakt führt oftmals zu schweren Verhaltensstörungen.
 
Pferdehaltung Offenstall Boxen

Gruppenhaltung mit Offenstall

Pferde sind extrem soziale Herdentiere. Befreundete Pferde kraulen sich gegenseitig das Fell, spielen miteinander, grasen nebeneinander oder stehen eng beieinander. Diese Verhaltensweisen festigen ein positives Zusammenleben der Tiere. In einer Offenstallhaltung haben die Lauftiere die Möglichkeit, ausreichend an die frische Luft zu kommen. Sie haben tagtägliche Abwechslung und müssen nicht wie Pferde in Boxenhaltung ständig auf Gitter- oder Betonwände starren. Besonders der Austausch mit ihren Artgenossen trägt einen Großteil zu einem zufriedenen Pferdeleben bei.

Grundsätzlich sollten Pferde immer die Möglichkeit haben, in einer Gruppe zu leben. Aus diesem Grund sprechen wir uns klar für diese Haltungsform aus. Ein Pferd kann nur richtig glücklich sein, wenn es in einer Herde lebt – am besten auf einer Weide mit großem Unterstand, in dem auch die rangniederen Pferde Platz finden.
 
Pferdehaltung Offenstall Boxen
Wenn man sich dazu entschieden hat, sein Pferd in eine bereits bestehende Herde zu integrieren, muss man sehr vorsichtig vorgehen. Auf keinen Fall darf das Pferd einfach in die Herde gestellt werden. Die Gefahr, dass es gejagt und eventuell von den anderen Tieren verletzt wird, ist hoch. Am besten stellt man den Neuankömmling auf eine Nachbarweide, von der aus sich die Pferde beschnuppern und kennenlernen können. Dann kann man erst einmal ein ruhiges, friedliches Pferd aus der Herde dazu stellen. Am nächsten Tag dann ein zweites Pferd, dann ein drittes usw. – je nachdem, wie gut das neue Pferd mit der Situation zurechtkommt.

Es gibt natürlich auch Pferde, die nicht verträglich sind. Aber das sind Ausnahmefälle, und auch diesen kann man das Leben schöner machen, indem sie zumindest Sichtkontakt zu Artgenossen haben – und eben nicht in einer Box stehen, sondern in einem geräumigen Offenstall. Am besten schließt eine Weide direkt an den Stall an, zumindest aber ein großer Paddock. Das entspricht dem Bewegungsdrang eines Pferdes sehr viel eher als eine kleine ungeeignete Box.