PETA fordert anlässlich des Plauener Weihnachtscircus mit verhaltensgestörten Elefanten ein kommunales Wildtierverbot

Plauen / Stuttgart, 21. Dezember 2017 – Traurige Weihnachten für Tiere: Ab heute gastiert Circus Afrika als „1. Plauener Weihnachtscircus“ mit Elefanten, Zebras und Kamelen in Plauen. Die Tierrechtsorganisation PETA übt scharfe Kritik an dem Zirkusbetrieb, weil den sensiblen Rüsseltieren trotz ihrer Stereotypien weiterhin Reisestress zugemutet wird. Zahlreiche Videoaufnahmen aus vergangenen Gastspielorten zeigen das „Weben“ der drei Elefantendamen. Dabei schwingen die Tiere pausenlos mit Kopf und Rüssel hin und her – eine Folge mangelhafter Haltungsbedingungen und ein Zeichen für schweres seelisches Leiden der Tiere. Zudem quält die Asiatische Elefantendame Gandhi ein großes Bauchödem; bei den Afrikanischen Elefanten Tonga und Moja sind die Beine wegen des andauernden Stehens auf hartem Untergrund teilweise deformiert [1]. Circus Afrika und sein Chef Hardy Weisheit sind in der Vergangenheit wiederholt wegen Tierquälereien und Verstößen gegen die öffentliche Ordnung in die Schlagzeilen geraten. Auch wenn der Zirkus auf einer Privatfläche gastiert, appelliert PETA angesichts der gravierenden Missstände an den Plauener Stadtrat, ein kommunales Wildtierverbot zu beschließen – hierfür stellt die Tierrechtsorganisation auf PETA.de/Musterantrag einen entsprechenden Musterantrag für Kommunalparteien zur Verfügung.
 
„Circus Afrika ist einer der rücksichtslosesten Zirkusbetriebe des Landes und bereits dutzendfach negativ aufgefallen. Städte sollten diesem Unternehmen und der Tierquälerei im Zirkus die Rote Karte zeigen“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

In einer Chronik hat PETA die Verfehlungen des Zirkusbetriebs aufgelistet. Darunter findet sich eine Vielzahl von behördlichen Beanstandungen und Verfahren wegen der Tierhaltung, zahlreichen illegalen Landbesetzungen und wilden Plakatierungen sowie über ein Dutzend Ausbrüche der Elefanten, die oftmals mit Sach- oder Personenschäden endeten. Zuletzt verursachte ein Elefant Anfang September 2017 bei einem Gastspiel in Barth einen erheblichen Sachschaden.
Immer mehr Städte setzen ein Zeichen für den Tierschutz. So haben unter anderem Köln, Erfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Erlangen ein kommunales Wildtierverbot beschlossen. In mehr als 20 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. Allein 2017 haben Schottland, Italien, Irland, Rumänien, Estland und Lettland neue Gesetze zum Verbot von Wildtieren im Zirkus erlassen.
 
Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Die Haltung und Zurschaustellung sind für sie alle untrennbar mit Leid verbunden. Zudem sind die meisten exotischen Tierarten nicht an kalte Temperaturen angepasst und im Zirkus in der Regel nur unzureichend davor geschützt. Die ständigen Transporte, die viel zu kleinen Gehege und eine Dressur, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt ist, führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
[1] Dornbusch, T. (2012): Haltungsbedingte Probleme Afrikanischer Elefanten im Circus. In: Elefanten in Zoo und Circus. Nr. 20, 2011. Hrsg. Elefanten-Schutz Europa e.V. Online unter: www.european-elephant-group.com/files/PDF/20-2011_circusafrikaner_folgeschaeden.pdf.
[2] Kveton, P. (2016): Zirkus zieht Klage zurück. Kommunen dürfen weiter Verbote für Wildtiere erlassen. In: Bayerischer Rundfunk.
[3] VG München, Az. M7K 13.2449.

Weitere Informationen:
PETA.de/Chronik-Afrikas-Big-Circus
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/Wildtierverbot-Zirkus  
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de