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Freiheit statt Nachtclub: PETA fordert Umsiedlung der Fische aus Stuttgarter Musikbar Dilayla

Stuttgart, 24. Januar 2023 – Fische sind empfindliche Wirbeltiere, keine Dekoration: PETA erhielt den Hinweis, dass in der Musikbar Dilayla in Stuttgart Fische in einem Aquarium sehr lauter Musik, Flackerlicht und einem großen Besucherstrom ausgesetzt sind. Fische verfügen über einen guten und empfindlichen Gehörsinn und kommunizieren auf vielfältige Weise. Ein Nachtclub ist eine lebensfeindliche Umgebung für die sensiblen Tiere. Aus diesem Grund bat PETA den Inhaber des Clubs am 9. Januar in einem Schreiben, ein artgerechteres Zuhause für die Tiere zu suchen und sie durch künstliche Fische zu ersetzen oder auf ein virtuelles Aquarium umzusteigen. Eine Reaktion blieb bislang aus. Die Tierrechtsorganisation hat sich zudem auch an das zuständige Veterinäramt gewandt, um einen baldigen Umzug der sensiblen Tiere zu veranlassen. Bereits 2014 wurde dank der Hilfe des Veterinäramts ein Aquarium aus einer Stuttgarter Billardbar ausquartiert.

„Umgekehrter Tages- und Nachtrhythmus, Unruhe durch Besucher, laute Musik und vibrierende Bässe – die Fische sind psychischem und körperlichem Stress ausgesetzt, der sie krank machen und zu einem frühen Tod führen kann“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Tiere sind keine lebendige Dekoration und gehören nicht in eine Bar.“

PETAs Hinweise zeigten bei anderen Lokalitäten bereits Wirkung: Nachdem die Tierrechtsorganisation auf die ungeeignete Unterbringung hingewiesen hatte, wurde ein Aquarium aus dem Nachtclub „Ben Briggs“ in Kiel entfernt, und auch das ehemalige „White Trash“ in Berlin suchte ein neues Zuhause für die Fische, ebenso die Aichacher Disco „M-Eins“. 2022 wurde zudem ein Hai aus einem Aquarium in einer türkischen Disko in ein ruhigeres und größeres Zuhause überführt.

Fische haben ein gutes Gehör
Viele Fischarten verfügen über ein Innenohr, in dem sich Otolithen (Gehörsteinchen) und Sinneszellen befinden. Durch Schallwellen geraten die Otolithen in Bewegung und leiten den Schall über die Sinneshärchen an das Gehirn weiter. Fische nehmen Schall- und Druckwellen zudem auch über ihr Seitenlinienorgan auf, das sich auf beiden Körperseiten vom Kopf bis zum Schwanzansatz erstreckt und dem Fisch das Richtungshören ermöglicht. Auch die als Resonanzkörper dienende Schwimmblase leitet den Schall an das Innenohr weiter. Goldfische haben ein so gutes Gehör, dass sie klassische Musikstücke wie etwa die der Komponisten Bach und Strawinsky unterscheiden können. Fische erzeugen zudem selbst vielfältige Laute. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass australische Rifffische wie Vögel in der Morgendämmerung im Chor singen [1]. 2003 stellte die erste Kammer des Verwaltungsgerichtes Göppingen so fest, dass nicht ernsthaft in Zweifel steht, dass Fische durch hohe Schall- und Druckwellen und starke Lichtimpulse tierschutzrelevante Leiden zugefügt werden können.

Das Motto der Tierrechtsorganisation lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation weist darauf hin, dass eine artgerechte Haltung von Fischen in Gefangenschaft nicht möglich ist und fordert daher die Abschaffung von Aquarien.

PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

[1] J. G. Parsons, Chandra P. Salgado Kent, Angela Recalde-Salas, Robert D. McCauley (2016): Fish choruses off Port Hedland, Western Australia. Online unter: http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/09524622.2016.1227940?ai=mv7m0. (09.01.2023).

Die in der Musikbar Dilayla eingesperrten Fische sind tagtäglich lauter Musik und Stress ausgesetzt. / © PETA Deutschland e.V.


Das Motiv kann hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Fische

Pressekontakt: 
Sophie Burke, +49 711 860591-528, [email protected]