Hund bei Polizeiausbildung in Sachsen mit Schlägen traktiert: PETA fordert von Staatsminister Wöller disziplinarische Maßnahmen und Ende des Missbrauchs von Hunden als lebende Waffen

Leipzig/Stuttgart, 13. Januar 2021 – „Mach druff jetzt auf das Vieh“: Ein grausames Video aus Leipzig kursiert derzeit in den sozialen Netzwerken. Darin ist zu erkennen, wie ein Hund in der sächsischen Polizeiausbildung von einer Polizistin mehrfach mit einer verbotenen Gerte geschlagen wird. Immer wieder ermutigt der Ausbilder die Beamtin, auf den Hund einzuschlagen. Mit den Worten „Mach druff jetzt auf das Vieh“ feuert er die Frau an. PETA macht darauf aufmerksam, dass diese Art „Hundetraining“ kein Einzelfall ist. Hunde werden für den Polizeidienst generell mit Gewalt und Zwang dazu gebracht, Menschen anzugreifen und zu bedrohen. Viele der Tiere werden bei Polizeieinsätzen zudem getötet oder verletzt. Gestern forderte die Tierrechtsorganisation den sächsischen Staatsminister des Innern, Prof. Dr Roland Wöller, schriftlich auf, disziplinarische Maßnahmen gegen die verantwortlichen Beamten einzuleiten und den tierschutzwidrigen und gefährlichen Einsatz von Hunden im Polizeidienst zu beenden.

„Hunde sind keine Waffen, sondern fühlende Lebewesen. Was wir in dem Video zu sehen bekommen, ist kein Einzelfall. Bei der ‚Ausbildung‘ für die Polizei und Bundeswehr werden Hunde meist unter dem Einsatz von Gewalt aggressiv gemacht und darauf abgerichtet, auch Menschen anzugreifen. Die tierquälerische ‚Abrichtung‘ muss sofort ein Ende haben.“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Zudem verbringen viele sogenannte Polizeihunde ein tristes Leben in Zwingern. Wir Menschen müssen umdenken, denn Hunde sind nicht für uns da, sondern mit uns.“

Hintergrundinformationen

Vielfach werden Hunde in Polizeieinsätzen verletzt oder bedrohlichen und lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt. Je nach „Verwendung“ fristen sie teilweise ein Leben in Zwingern ohne ausreichend soziale Kontakte, obwohl der Kontakt mit Artgenossen und Menschen für die sozialen Lebewesen essenziell ist. Auch die Arbeit im „Dienst“ ist für die Vierbeiner häufig mit massivem Stress verbunden, die Hunde können ihren eigenen Bedürfnissen nicht ausreichend nachgehen und werden für die Zwecke des Menschen missbraucht. Was mit den Hunden geschieht, die sich nicht mehr für die „Arbeit“ eignen, ist oft ungewiss.

Die Tierrechtsorganisation PETA macht darauf aufmerksam, dass moderne Trainingsmethoden nicht auf Zwang und Gewalt, sondern auf positiver Verstärkung basieren. Nur so kann das Vertrauen zwischen Mensch und Hund aufgebaut werden und Bestand haben.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:

PETA.de/Neuigkeiten/Polizisten-schlagen-Hund/

PETA.de/Neuigkeiten/Serioese-Hundeschule/

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