Nach PETA-Anzeige vom Januar 2020 – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Verantwortlichen der Schliefenanlage Lemgo

Lemgo / Stuttgart, 14. September 2021 – Folterkammer für Füchse: Die Staatsanwaltschaft Detmold hat gegen den Hauptverantwortlichen der Schliefenanlage Lemgo-Voßheide Anklage beim Amtsgericht Lemgo erhoben. PETA hatte Ende Januar 2020 Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen alle für die Fuchshaltung verantwortlichen Personen erstattet.

„Es ist ein großer Erfolg, dass die Staatsanwaltschaft Detmold jetzt gegen den Hauptverantwortlichen Ralf H., den Betreiber des dortigen Teckelklubs, Anklage erhoben hat“, so Dr. Edmund Haferbeck, Senior-Verantwortlicher für Special Projects bei PETA. „Schliefenanlagen verstoßen grundsätzlich gegen das Tierschutzgesetz, denn die dort gefangenen Füchse werden der Natur entrissen und zu Zwecken der Jagdhundeausbildung für die grausame Baujagd ein Leben lang gefangen gehalten. Wir hoffen, dass die Anklage ein Präzedenzfall wird und Schliefenanlagen sowie die Fuchsjagd generell endlich bundesweit verboten werden.“

Gutachter bestätigen länger anhaltende, erhebliche Leiden

In dem dokumentierten, der Anklage vorliegenden tierquälerischen Einsatz der Tiere in der Anlage sieht PETA einen Verstoß gegen Paragraf 17 Nummer 2b des Tierschutzgesetzes. Auch Gutachter bestätigten, dass die Tiere in dem den Behörden vorliegenden Video länger anhaltenden, erheblichen Leiden ausgesetzt waren. Zu sehen ist unter anderem, wie ein Fuchs im Gehege hin und herlief, also ein sogenanntes stereotypes Verhalten zeigte. Die Tiere legten die Ohren an und zogen den Schwanz ein – beides sind deutliche Hinweise darauf, dass die Tiere unter starkem Stress standen. Eine Veterinärin vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW bewertete das Video folgendermaßen: „Der Fuchs zeigt über einen Zeitraum von mindestens 23 Minuten immer wieder, dass er sich einer akuten Bedrohungssituation ausgesetzt sieht. Wenige ruhige Phasen’ sind ebenfalls zu beobachten, diese dauern jedoch meist nur wenige Sekunden an […]. Hier handelt es sich […] um ein eher apathisches Verhalten gegenüber der Stresssituation.“ Ein weiterer Gutachter – der Betreiber einer Fuchsauffangstation – wies zudem darauf hin, dass das in dem Video gezeigte Gehege viel zu klein ist, die Tiere entgegen ihrer Art einzeln gehalten werden und keinerlei Beschäftigungsmaterial zur Verfügung haben.

Schliefenanlage Lemgo-Voßheide für Missstände bekannt

Die mangelhafte Versorgung der mehrere Tage lang in der Anlage eingesperrten Füchse war bereits 2018 Gegenstand eines Strafverfahrens vor dem Amtsgericht Lemgo (Az.: 25 Ds 49/18 – 25 Js 650/17). Schon damals übergab PETA dem Landrat eine Petition mit der Forderung, die Anlage zu schließen. In einigen europäischen Ländern sind Schliefenanlagen aus Tierschutzgründen längst verboten, während es in Deutschland noch etwa 100 Einrichtungen dieser Art gibt, die meist fernab der Öffentlichkeit gelegen sind. [1]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Wildtierschutz-Deutschland.de (2018): Tierquälerische Ausbildung an lebenden Füchsen – Gerichtstermin Lemgo-Voßheide kurzfristig abgesagt. Online abrufbar unter: https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/schliefanlage-Lemgo (14.09.2021)

Weitere Informationen:

PETA.de/Themen/Schliefenanlage-Lemgo-Vossheide 

PETA.de/Presse/Gequaelte-Fuechse-in-Schliefenanlage-Lemgo-Vossheide-PETA-erstattet-Strafanzeige/

PETA.de/Kampagnen/Fuchsjagd-stoppen  

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