PETA-Aktion vor Mannheimer Schlachtbetrieb – Sensenmann warnt vor „Corona-Hotspot“ Fleischfabrik

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Mannheim / Stuttgart, 17. August 2020 – In zahlreichen Schlacht- und Zerlegebetrieben sind oder waren Mitarbeiter mit COVID-19 infiziert. Dagegen protestiert die Tierrechtsorganisation PETA am 19. August von 16:00 bis 16:30 Uhr vor dem Mannheimer Schlachthof von der FVZ Mannheim GmbH in der Schlachthofstr. unter dem Slogan: „Schlachthöfe: Tödlich für Menschen und Tiere“. Mit einem Sensenmann-Kostüm fordert PETA das Unternehmen auf, den Betrieb umgehend einzustellen. Nach Ansicht der Organisation ist die Fleischindustrie nicht zukunftsfähig, sodass nun Unternehmen und Politik gefragt sind, den Weg für eine vegane Produktion zu ebnen.

„Die Gier nach Fleisch hat überhaupt erst zahlreiche Infektionskrankheiten und Pandemien wie COVID-19 begünstigt. Wo Tiere massenweise auf engstem Raum inmitten ihrer eigenen Exkremente zusammengepfercht werden, existieren regelrechte Brutstätten für tödliche Keime“, so Jens Vogt, Aktionskoordinator bei PETA. „Mittlerweile mussten schon zahlreiche Schlachtbetriebe schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus nicht zu verschärfen. Dass die Produktion im Mannheimer Schlachthof trotz des Infektionsrisikos weiterläuft, zeigt, dass in diesem System Profit über dem Wohl von Tieren und Menschen steht und damit die Ausbeutung der Arbeiter zur Tagesordnung gehört, auch wenn bei FVZ Mannheim regelmäßig auf COVID-19 getestet werden soll.“

Hintergrundinformationen
75 Prozent – somit drei von vier aller neu auftretenden Infektionskrankheiten – wurden vom Tier auf den Menschen übertragen, sind also Zoonosen. COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das gefährliche Ebolafieber, unzählige Opfer durch multiresistente Keime und sogar Aids – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: den Appetit der Menschen auf Fleisch, Milch und Eier. [2] PETA erinnert daran, dass jedes Mal, wenn ein tierisches Produkt gekauft wird, eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt wird, die möglicherweise die nächste Zoonose auslösen könnte.

Da die Hauptursache für zoonotische Krankheiten wie COVID-19 der Verzehr und Handel von Tieren ist, gehört die landwirtschaftliche Tierhaltung zu den Hauptursachen – und obwohl das Problem der deutschen Politik bekannt ist, bleibt sie tatenlos. Dabei schrieb zum Beispiel der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft schon 2015 in einem Gutachten: „Tierische Lebensmittel bergen grundsätzlich Risiken für die menschliche Gesundheit. Mögliche Beeinträchtigungen der Gesundheit ergeben sich zum einen durch Erreger von Zoonosen, die in den Tierbeständen vorkommen und auf unterschiedlichen Wegen zu den Konsumenten/Konsumentinnen gelangen können, zum anderen durch verschiedene stoffliche Belastungen aus der Tierhaltung sowie durch die Entstehung von Resistenzen gegenüber Medikamenten.“ [3]

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Details zur Aktion:

Datum: Mittwoch, 19. August 2020
Uhrzeit: 16:00 – 16:30 Uhr
Ort:  Schlachthofstr. 21 (vor FVZ Mannheim GmbH), 68165 Mannheim
Kontakt vor Ort: Jens Vogt (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

[1] WHO/FAO/OIE (2004): Report of the WHO/FAO/OIE joint consultation on emerging zoonotic diseases. Online abrufbar unter: https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/68899/WHO_CDS_CPE_ZFK_2004.9.pdf?fbclid=IwAR2ha8hDMHV8gDJYEadsk7-lxLS84Z3kSlq3E4-zG5kaWUh1Xc5vgJhTsJ4. (20.04.2020).
[2] Bundesministerium für Bildung und Forschung (2011): Gefährliche Eindringlinge – Droht nach der Schweine- und Vogelgrippe in Zukunft eine Fledermausgrippe?. Online abrufbar unter: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gefahrliche-eindringlinge-droht-nach-der-schweine-und-vogelgrippe-in-zukunft-eine-3200.php. (20.04.2020).
[3] Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2015): Wege zu einer gesellschaftlich akzeptieren Nutztierhaltung. Gutachten. Online abrufbar unter: https://buel.bmel.de/index.php/buel/article/view/82/Nutztiergutachten%20-%20Sonderheft%20221%20-%20B%C3%BCL-html. (07.05.2020).

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Ähnliche PETA-Aktion vor einem Birkenfelder Schlachtbetrieb. / © PETA Deutschland e.V.

Weitere Informationen:
PETA.de/Zoonosen
PETA.de/Corona
PETA.de/Coronavirus-Tiermarkt
PETA.de/Antibiotikaeinsatz-in-deutschen-Staellen
PETA.de/Kontrollbericht-Schlachthof

Pressekontakt:
Valeria Goller, +49 711 860591-521, [email protected]

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