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Pferderipper verletzt Tiere in Warmsroth, Bingen und Stadecken-Elsheim – PETA setzt pro Fall 1000 Euro Belohnung für Hinweise aus

Tierschutzorganisation fordert bundesweites Register für „Pferderipper“-Fälle

Warmsroth / Bingen am Rhein / Stadecken-Elsheim / Stuttgart, 6. September 2019 – Fahndung nach Pferderipper: Einer Polizeimeldung zufolge wurden Ende August mehrere Pferde in der Region um Mainz durch einen oder mehrere Unbekannte verletzt. Der oder die Täter fügten den Tieren in der Nacht zum 24. August in Warmsroth, vier Tage später in Bingen-Gaulsheim und in der Nacht zum 28. August in Stadecken-Elsheim schwere Verletzungen zu. Eine Stute starb an den Folgen. Die Kriminalpolizei Bad Kreuznach prüft derzeit, ob bei den Übergriffen auf die Tiere ein Tatzusammenhang besteht. Pferdehalter sollten jetzt besonders aufmerksam sein. Die eingerichtete Ermittlungsgruppe „Weide“ des Kommissariats 4 nimmt unter der Telefonnummer 0671-88110 sachdienliche Hinweise entgegen.
 
PETA setzt Belohnung aus
Um die Taten aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro pro Fall für Hinweise, die den oder die Tierquäler überführen, aus. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym.
 
„In den letzten Monaten gab es bundesweit zahlreiche Anschläge auf Pferde“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Wir möchten mit der ausgesetzten Belohnung dazu beitragen, den oder die Pferderipper zu überführen. Außerdem fordert PETA ein behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen. Diese Täter müssen hart bestraft und einer psychologischen Behandlung zugeführt werden.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von „Pferderippern“ und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung. Im benachbarten Hessen gab es bereits in den vergangenen Jahren viele Übergriffe auf Pferde, beispielsweise in Darmstadt, Mühltal-Traisa, Alsbach-Hähnlein und Lautertal.
 
Die Tierschutzorganisation setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen. Mit Erfolg: PETA zahlte vergangenes Jahr eine Belohnung von 1000 Euro an drei Pferdehalterinnen in Lorsch aus. Ihre Hinweise hatten einen Tierquäler, der im April 2016 eine Stute mit einem Dildo malträtierte, überführt. Auch zwei Frauen aus Dortmund haben bereits PETAs Belohnung erhalten, da sie im Februar 2017 einen Mann überführten, der mehrfach ihr Pony misshandelt hatte.
 
Vorsichtsmaßnahmen – Tipps für Pferdehalter
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
PETA warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere.
 
Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.
 
[1] Gespräch mit PETA Deutschland e.V., 2010.
 

Beispielfoto: Die Tat eines „Pferderippers“ in Thüringen. / © PETA Deutschland e.V.
 
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquaelereichronik
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Staatsanwalt
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, [email protected]