„Rassenwahn“ in Rostock: PETA übt scharfe Kritik an „Internationaler RasseHundeAusstellung“

Rostock / Stuttgart, 29. September 2022 – Rassenwahn: Falsch bei Menschen, falsch bei Tieren! PETA übt scharfe Kritik an der am kommenden Wochenende auf der HanseMesse in Rostock stattfindenden „Internationalen RasseHundeAusstellung“ des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen sogenannte Rassehunde-Wettbewerbe, bei denen Hunde aus rund 1600 „Rassen“, darunter vermutlich auch Qualzuchten, zur Schau gestellt werden. Bis zum 2. Oktober werden Hunde zudem gezwungen, an diversen „Showeinlagen“ teilzunehmen. Veranstaltungen wie diese verleiten Menschen dazu, gezüchtete Tiere zu kaufen, während allein in deutschen Tierheimen Tausende Vierbeiner auf ein neues Zuhause warten. Die Tierrechtsorganisation betont, dass Hunde sensible Lebewesen sind, die als Familienmitglieder gesehen werden sollten und nicht zu Ausstellungsobjekten degradiert werden dürfen.

„Zuchtverbände, die Hunde beliebig nach Form und Farbe ‚zusammenbauen‘, nehmen billigend in Kauf, dass viele der Tiere ihr Leben lang leiden und oftmals schwer krank sind“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Mit der Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung gilt seit Januar 2022 endlich ein Ausstellungsverbot für qualgezüchtete Hunde. Wir haben daher das Veterinäramt des Rhein-Kreises Neuss gebeten, die Ausstellung von Qualzucht-Hunden zu untersagen, was de facto das Aus für die Hundeausstellung in Rostock bedeuten würde.“

Zucht führt häufig zu Gesundheitsproblemen und verschärft die Situation in Tierheimen

Wenn das äußere Erscheinungsbild der Tiere im Vordergrund steht, führt das bei zahlreichen sogenannten Rassehunden mitunter lebenslang zu gesundheitlichen Problemen. Beispielsweise erkranken Schäferhunde oft an Hüftgelenksdysplasien, Cocker Spaniel an chronischer Bindehautentzündung und französische Bulldoggen an Atembeschwerden und Anomalien der Wirbelsäule. 

PETA weist darauf hin, dass die Nachzucht auch die Situation für heimatlose Tiere verschärft. In deutschen Haushalten leben bereits über 10,7 Millionen Hunde [1]. Um die Nachfrage nach bestimmten „Rassen“ zu befriedigen, „produzieren“ Züchter jedoch weiterhin reichlich Nachwuchs – dabei werden jährlich allein in Deutschland insgesamt etwa 350.000 Tiere im Tierheim abgegeben oder einfach ausgesetzt. 25 bis 30 Prozent der Tiere bleiben ein Jahr oder länger im Tierheim. PETA appelliert daher an alle Tierfreunde, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

[1] Industrieverband Heimtierbedarf: Der deutsche Heimtiermarkt 2021. https://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Marktdaten/IVH_ZZF_Der_Deutsche_Heimtiermarkt_2021.pdf (Zuletzt abgerufen am 28.09.2022).

Rassenwahn – falsch bei Menschen, falsch bei Hunden. / © PETA Deutschland e.V.
 
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PETA.de/Themen/RassenwahnPETA.de/Themen/Zoohandlungen

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