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Sechs Schafe bei Forst erschossen: PETA erstattet Strafanzeige gegen die Verantwortlichen

Forst / Stuttgart, 28. Oktober 2021 – Grundlos getötet: Ende September hat eine Schafherde auf der Autobahn 15 unweit der Anschlussstelle Forst (Spree-Neiße) den Verkehr blockiert. Polizisten, Beamte des Zolls und der Besitzer fingen einige der Tiere ein und trieben sie von der Straße, wie die zuständige Polizeidirektion mitteilte. Da sich sechs Tiere jedoch nicht einfangen ließen, wurden sie den Angaben der Polizei zufolge nach Rücksprache mit dem Besitzer erschossen, „um die gegenwärtige Gefahr für den Straßenverkehr zu unterbinden“. Laut Medienberichten war die Straße jedoch bereits voll gesperrt. PETA vermutet daher, dass die Tiere nur erschossen wurden, um Zeit zu sparen, und die „Verkehrssicherheit“ als Grund vorgeschoben wurde. Die Tierrechtsorganisation hat Mitte Oktober Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Cottbus gegen den Schafhalter sowie gegen die unbekannten Personen, die die Tiere erschossen haben, erstattet. Die Anzeige wurde wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie aller anderen in Betracht kommenden Straftatbestände gestellt.

„Wären es Hunde gewesen statt Schafen, wäre der Aufschrei groß“, so Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Es gab absolut keinen Grund, die verängstigten Schafe zu erschießen. Die Straße war bereits gesperrt. Die Tiere wurden vermutlich nur aus Zeitgründen getötet. Dies zeigt einmal mehr, dass sie für die Landwirtschaft nur Waren darstellen. Wer solche Ungerechtigkeiten auf seinem Teller beenden will, lebt vegan.“

Schafe brechen oft aus, weil ihnen nicht genug Wasser oder Nahrung zur Verfügung steht oder ihre Zäune nicht ausreichend gesichert sind, also aufgrund von Vernachlässigung oder Unachtsamkeit vonseiten ihrer Halter oder Halterinnen. PETA hat deswegen auch das Veterinäramt aufgefordert, den Sachverhalt, die restliche Herde sowie den Halter zu überprüfen. Die Behörde sollte ein Tierhalteverbot verhängen, falls der Ausbruch aufgrund von Vernachlässigung geschah.

Hintergrundinformationen

Wenn Tiere aus schlecht gesicherten Weiden oder während des Verladens zum Schlachthaus ausbrechen, reagieren sie auf Menschen verständlicherweise panisch und irren auf ihrer Flucht oft orientierungslos umher. Für Mensch und Tier können daraus gefährliche Situationen entstehen, weshalb die Tiere meist erschossen werden. Oftmals könnten sie jedoch betäubt und eingefangen werden, wie ein Fall im Jahr 2018 aus dem nordrhein-westfälischen Hamm zeigt. Für Bulle „Sultan“ wurde dort sogar der Zugverkehr stillgelegt, bis er durch einen Betäubungsschuss wieder eingefangen werden konnte. Durch solche Vorfälle wird deutlich, dass bei der Wahl zwischen tödlichem Schuss und Betäubung in erster Linie der wirtschaftliche Wert des Tieres für die Betriebe über Leben und Tod des Ausreißers entscheidet. In der Landwirtschaft wird der Nutzen eines Tiers rein nach Zahlen bemessen – und nicht danach, dass Tiere fühlende Lebewesen mit einem Recht auf Glück und Unversehrtheit sind, die nicht getötet werden wollen. Die Fehlbetäubungsrate in deutschen Schlachthöfen liegt laut einer Anfrage der Grünen von 2012 bei vier bis über neun Prozent. Bei 3,5 Millionen geschlachteten Rindern im Jahr sind dies bis zu 350.000 Rinder, die bei vollem Bewusstsein getötet werden. Auch diese Rechtsverstöße bei der Tötung von Tieren wurde bis heute nicht geahndet.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:

PETA.de/Themen/Tiere-auf-der-Flucht-erschossen

Pressekontakt:

Sophie Burke, +49 711 860591-528, [email protected]