Tchibo verbannt Alpakawolle nach Gesprächen mit PETA aus dem Sortiment

Stuttgart, 30. November 2020 – Nachdem PETA Ende Mai eine Undercover-Enthüllung über die Alpaka-Industrie veröffentlichte, kündigten Tchibo, Columbia Sportswear und die Ascena Retail Group nun nach Gesprächen mit PETA und ihren internationalen Partnerorganisationen an, das Tierqualprodukt auszulisten. PETA USAs Recherche auf Mallkini, der weltgrößten peruanischen Alpakafarm in Privatbesitz, brachte zutage, wie Arbeiter verzweifelt schreiende Alpakas an den Ohren festhalten, während sie die Tiere grob scheren. Das Material zeigt, wie einige Alpakas vor Angst spucken. Arbeiter schmetterten die teils schwangeren Tiere auf Tische und fixierten sie in mittelalterlich anmutenden Vorrichtungen – dabei zerrten sie so stark an ihnen, dass ihre Beine fast auskugelten.
 
„Es freut uns sehr, dass Tchibo dieses Jahr beschlossen hat, Alpakawolle künftig nicht mehr einzusetzen. Vielen Alpakas bleibt somit die Qual der Wollproduktion und Schlachtung erspart“, so Frank Schmidt, Head of Corporate Affairs bei PETA Deutschland. „Wir appellieren an alle Mode- und Textilunternehmen, diesem wegweisenden Beispiel zu folgen und den Tieren und der Umwelt zuliebe Alpakawolle auszulisten und auf vegane, nachhaltige Fasern umzusteigen.“
 
Auch die Ascena Retail Group wird ab der Wintersaison 2021 keine Alpakawolle mehr verwenden. Die Columbia Sportswear gab im Oktober nach Gesprächen mit PETA USA ebenfalls bekannt, keine Alpakawolle mehr einzukaufen. Zuvor hatten bereits die Moderiesen Uniqlo, Esprit, Tom Tailor, Valentino und Marks & Spencer beschlossen, die Nutzung des Materials auslaufen zu lassen. Gap Inc sowie die H&M Group mit ihren acht Marken haben ebenfalls bereits sämtliche Geschäftsbeziehungen zu Mallkinis Mutterkonzern – der Michell Group – abgebrochen.
 
PETA weist darauf hin, dass die Produktion von Alpakawolle extremes Tierleid verursacht und noch dazu der Umwelt schadet. Im „Higg Materials Sustainability Index“ steht Alpakawolle als zweitschädlichstes Material für die Umwelt gleich hinter Seide. Alpakawolle ist sechs Mal so schädlich wie Polyester und mehr als vier Mal so schädlich wie Modal, Viskose, Rayon, Lyocell und andere vegane Materialien.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 


Die Schur hinterließ bei den Alpakas teils tiefe, blutige Wunden. / © PETA USA
 
Diese und weitere Motive stehen hier zum Download zur Verfügung und können für Berichterstattungen verwendet werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Alpaka-Wolle
PETA.de/Liste-Unternehmen-Ohne-Alpaka-Wolle
 
Pressekontakt:
Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, [email protected]