Termineinladung: PETA protestiert morgen ab 11:15 Uhr gegen geplantes Meeresaquarium „Coral World“ in Berlin

Berlin / Stuttgart, 18. Januar 2021 – In der Rummelsburger Bucht soll ein Meeresaquarium namens „Coral World“ entstehen, um Korallen, tropische Fische und vermutlich auch Haie zur Schau zu stellen. Daher wandten sich PETA und weitere Organisationen aus Tierschutzgründen bereits im Dezember 2020 unter anderem an Bezirksbürgermeister Kevin Hönicke und die Berliner Bezirksverwaltung. Der Bezirksbürgermeister teilte PETA kürzlich mit, dass bislang kein Bauantrag gestellt wurde, es jedoch wahrscheinlich sei, dass die zuständige Verwaltung einen solchen Antrag genehmigt. Deshalb protestiert PETA morgen ab 11:15 Uhr vor dem Rathaus in Berlin-Lichtenberg. In Sträflingsanzügen und mit Hai- und Korallenfisch-Masken werden die Aktiven mit Schildern wie „Stop Coral World“ und „Stop Cruel World“ an das Bezirksamt appellieren, keine Baugenehmigung für das Aquarium zu erteilen.

„Tropische Fische gehören nicht in die Rummelsburger Bucht. Der Bau von ‚Coral World‘ würde zum Tod zahlreicher tropischer Meeresbewohner führen, denn viele von ihnen sterben schon beim Fang oder Transport. Wir fordern das Bezirksamt Lichtenberg auf, das Projekt ad acta zu legen und stattdessen in soziale Projekte für die Anwohner zu investieren“, so Jens Vogt, Aktionskoordinator bei PETA.

Hintergrundinformationen

Viele Meeresbewohner legen im Ozean weite Distanzen zurück, tauchen tief, leben in Symbiosen, gehen sich aus dem Weg oder schwimmen im Schwarm. In Gefangenschaft entwickeln sie hingegen oft Verhaltensstörungen, Depressionen und Aggressionen. Vogt erklärt: „Außerdem wäre der Bau geradezu provokant umweltschädlich: Allein der Betrieb würde so viel Energie verschwenden wie Hunderte Privathaushalte. Tierrechte werden zunehmend anerkannt und Probleme wie Klimaerwärmung und Ozeanzerstörung sind hinreichend bekannt. Nun ist es Aufgabe der Verantwortlichen, mit bestem Wissen und Gewissen im Interesse der Anwohner zu handeln und ihre Steuergelder nicht für klimaschädliche Tierqualprojekte zu verschwenden.“

Der Bau von „Coral World“ treibt die Zerstörung von Korallenriffen voran. Von den marinen Zierfischen in europäischen Großaquarien sind 99 Prozent Wildfänge. [1] Fang und Transport dieser Meeresbewohner führen zu zahlreichen Todesfällen. Bis zu 80 Prozent der im Riff gefangenen Korallenfische sterben, noch bevor sie im Aquarium eintreffen. [2] Hinzu kommen technische Probleme in Aquarien, Unverträglichkeiten und die rasche Ausbreitung von Krankheitserregern in einem geschlossenen System. Tote Tiere werden von den Besuchern meist unbemerkt ersetzt. Daher trägt jeder Neubau eines Aquariums massiv zur Plünderung der Ozeane bei.

Aquarien sind ein Auslaufmodell. Das zeigt auch die Abstimmung gegen das Basler Großprojekt Ozeanium vergangenes Jahr. Besucher und vor allem auch Kinder lernen durch die Zurschaustellung von Tieren in Gefangenschaft nichts über das natürliche Verhalten dieser Tiere oder über Meeres- und Naturschutz. Was ihnen vermittelt wird, ist, dass es scheinbar natürlich ist, Lebewesen ihrer Heimat zu entreißen und zur menschlichen Unterhaltung einzusperren. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge gibt es keinen Beleg dafür, dass Zoos und Aquarien den Besuchern Wissen über die einzelnen Tierarten vermitteln oder ihr Interesse am Thema Artenschutz wecken.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Wabnitz, C./Taylor, M./Green, E./Razak, T. (2003): From ocean to aquarium: the global trade in marine ornamental species. UNEP-WCMC Biodiversity Series, https://www.unenvironment.org/resources/report/ocean-aquarium-global-trade-marine-ornamental-species.

[2] Cohen, F. P. A./Walenti, W. C./Calado, R. (2013): Traceability Issues in the Trade of Marine Ornamental Species. Fisheries Sciences 21(2): 98-111, https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10641262.2012.760522.

Details zur Aktion:

Datum: Dienstag, 19. November 2020

Uhrzeit: 11:15 – 12:00 Uhr

Ort: vor dem Rathaus Berlin-Lichtenberg, Möllendorffstr. 6, 10367 Berlin

Kontakt vor Ort: Jens Vogt (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

Sendefähige Radio-O-Töne zum Thema „Warum macht PETA Straßenaktionen?“ und zu vielen weiteren Tierrechtsthemen finden Sie in PETAs Audioportal. PETAs Fachreferenten stehen Ihnen selbstverständlich nach wie vor für persönliche Interviews zur Verfügung.

Pressekontakt:

Valeria Goller, +49 711 860591-521, [email protected]