Bis 31. Oktober​: Spende gegen Tierversuche verdoppeln lassen​

Tierheim Limburg platzt aus allen Nähten – PETA fordert: Onlinehandel stoppen und Kauf von Tieren aus der Zucht besteuern

Limburg an der Lahn / Stuttgart, 22. September 2022 – Tierheim Limburg am Limit: Das Tierheim in Limburg meldet vollkommene Überfüllung. Einem Medienbericht zufolge können in dem Heim „Im Staffeler Wald“ keine weiteren Hunde mehr aufgenommen werden. Im gesamten Landkreis gaben diesen Sommer viele Menschen ihre unüberlegt angeschafften tierischen „Pandemie-Gefährten“ ab, weil sie überfordert sind oder die zusätzlichen Kosten nicht mehr stemmen können. Gleichzeitig sind die meisten Tierheime in der gesamten Region voll mit saisonal zur Urlaubszeit ausgesetzten oder abgegebenen Tieren. PETA fordert daher von der Bundesregierung ein sofortiges bundesweites Verbot des Online-Tierhandels, um den legalen sowie illegalen Handel einzudämmen; außerdem verlangt die Tierrechtsorganisation nach einer massiven Steuererhöhung auf gekaufte Tiere von Züchtern. PETA appelliert zudem an die Bevölkerung, niemals ein Tier zu kaufen, sondern eines nach reichlicher Überlegung aus dem Tierheim zu adoptieren.

„Genau wie viele andere Tierheime in ganz Deutschland ist das Tierheim Limburg durch die Doppelbelastung der Nach-Pandemie-Abgabewelle und vor allem durch den unkontrollierten und illegalen Verkauf von Tieren auf Internetplattformen komplett überlastet und in einer unzumutbaren Situation“, so Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Die Politik muss jetzt endlich handeln: Die Tierheime müssen nachhaltig entlastet werden – was nur durch ein Verbot aller profitorientierter Produktion von Tieren möglich ist.“

Trotz der großen Not, die in Limburg genau wie in vielen anderen Einrichtungen herrscht, werden weiterhin täglich Tiere im Internet völlig unreguliert verkauft – derzeit allein auf den größten deutschen Internetplattformen über 45.000 Hunde, darunter mindestens 21.000 Welpen. Viele von ihnen stammen aus illegalen Tierproduktionen.

Adopt, don’t shop – was es mit dem Welpenhandel im Internet auf sich hat
Der Handel mit Jungtieren im Internet boomt – der illegale Welpenhandel befindet sich mittlerweile auf Platz drei der lukrativsten Schwarzmärkte hinter Drogen- und Waffenhandel. [1] Durch Corona ist die Nachfrage nach tierischen Mitbewohnern noch einmal gestiegen: Seit Beginn der Pandemie stieg die Anzahl von sogenannten Haustieren in Deutschland um eine weitere Million auf 34,7 Millionen Tiere unterschiedlicher Arten an. Hierbei steht auch der kriminelle Welpenhandel im Fokus, da ein Großteil der gekauften Tierkinder über undurchsichtige Netzwerke in deutsche Haushalte gelangt. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere oft viel zu jung und mit gefälschten Heimtierausweisen an ihre neuen Halter verkauft. Häufig kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort sind die Muttertiere auf „Welpenfarmen“ tagtäglich gezwungen, teils ohne Tageslicht in engen Käfigen in ihren eigenen Fäkalien auszuharren. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten und Parasitenbefall, erhalten jedoch keine medizinische Behandlung. Die Mütter erfüllen in ihrem kurzen Leben in der Branche nur einen Zweck: immer wieder Babys zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, ohne Impfschutz und voller Parasiten. Die Transporte aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die Welpen zusätzlich. Sie werden für die lange Reise „fitgespritzt“. Im neuen Zuhause angekommen werden sie oft nach wenigen Tagen schwer krank oder sterben.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

[1] Baden-Württemberg.de (2021): Tierschutzbeauftragte warnt vor Kauf von Hundewelpen aus dem Internet. Online abrufbar unter: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/tierschutzbeauftragte-warnt-vor-kauf-von-hundewelpen-aus-dem-internet/ (26.08.2022)

Weitere Informationen:

PETA.de/Neuigkeiten/Tierheime-überfüllt
PETA.de/Themen/Tierheim
PETA.de/Themen/Haustiere

Pressekontakt:  Chiara Reutter, +49 711 860591-532, [email protected]