Tierquälerei ist keine Delikatesse: PETA fordert Hamburger „The Dining RooM“ auf, Stopfleber von der Speisekarte zu streichen

Hamburg / Stuttgart, 28. Oktober 2020 – Im Hamburger „The Dining RooM“ steht Stopfleber – auch Foie gras genannt – auf der Speisekarte. Für die Herstellung, die so grausam ist, dass sie in Deutschland verboten ist, werden Gänse und Enten massiv gequält und gezielt krank gemacht. Sie werden mehrmals täglich mit einem Schlauch oder Rohr, das ihnen gewaltsam in die Speiseröhre gestoßen wird, mit fettreichem Getreidebrei „gestopft“. Aus diesem Grund hat PETA „The Dining RooM“ Mitte dieses Monats angeschrieben und darum gebeten, das Tierqualprodukt von der Speisekarte zu streichen. Außerdem hat die Tierrechtsorganisation der Geschäftsführung ein Video aus Frankreich weitergeleitet, das die extreme Grausamkeit der Stopfleberproduktion zeigt.
Der Geschäftsführer meldete sich daraufhin vergangene Woche telefonisch bei PETA und erklärte, dass die Gänse „Ethically raised“ wären und wollte genauere Informationen schicken, diese stehen jedoch noch aus.
 
„Stopfleber ist immer das kranke Organ eines gequälten Vogels. Gänse werden über einen Zeitraum von etwa 18 Tagen mehrmals täglich mit etwa einem Viertel ihres Körpergewichts gemästet. Dies ist, als würde man einem durchschnittlichen Gast etwa fünfzehn Kilogramm Spaghetti in den Rachen stoßen“, so Dr. Tanja Breining, Biologin und Fachreferentin bei PETA.
 
Stopfleber ist so grausam, dass sie vielerorts verboten ist
Die „Produktion“ von Stopfleber ist so grausam, dass sie in Deutschland und 13 weiteren europäischen Ländern sowie in Argentinien und Israel verboten ist. In New York ist der Verkauf zudem ab Oktober 2022 untersagt. Der Stadtrat der US-Metropole stimmte Ende Oktober 2019 für das Gesetz. Bei Zuwiderhandlung sollen Geldstrafen von bis zu 2.000 Dollar drohen. Zahlreiche Hotels, Restaurants, Online-Händler und Markthallen in Deutschland haben Foie gras außerdem bereits ausgelistet.
 
Prominente Unterstützung bei Aufklärungskampagnen zu Stopfleber
Zahlreiche Prominente unterstützen PETAs Kampagnen gegen Stopfleber, beispielsweise Gastronomie-Expertin Eva Miriam Gerstner, Oscarpreisträgerin Kate Winslet, PR-Managerin Alexandra von Rehlingen, Model Tamara Ecclestone und Bestsellerautorin Charlotte Link. Auch dem 2017 verstorbenen Sir Roger Moore lag das Leid der Tiere sehr am Herzen. Daher hat die James-Bond-Legende das Aufklärungsvideo von PETA UK besprochen.
 
Stopfleber bedeutet für Enten und Gänse ein unwürdiges Leben und einen qualvollen Tod
Für die „Produktion“ von Foie gras werden nur Erpel verwendet, weil die Leber der weiblichen Tiere zu viel Nervengewebe enthält. Alleine in Frankreich werden deshalb jedes Jahr mehr als 30 Millionen weibliche Küken direkt nach der Geburt am Fließband aussortiert und lebend in den Schredder geworfen oder in einer Kiste entsorgt, in der sie verhungern oder zerquetscht werden.
Durch die quälerische Mast schwillt ihre Leber in nur 10 – 18 Tagen auf das bis zu Zehnfache ihres Normalgewichts an. Bei einem Menschen würde die Leber dann etwa 15 Kilogramm wiegen. Diese Zwangsmast führt neben der pathologischen Verfettung der Leber, Steatose genannt, auch zu Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüchen, Leberblutungen und Herzversagen. Viele Tiere sterben daher bereits, bevor sie in den Schlachthof kommen.
 
Hintergrundinformationen zu Gänsen und Enten
Gänse und Enten sind freundliche, intelligente und hochsoziale Vögel, die enge Bindungen schließen und oft als Paar ein Leben lang zusammenbleiben. Sie kümmern sich liebevoll und ausgiebig um ihren Nachwuchs und sind sehr kommunikativ. In Freiheit erreichen Enten und Gänse ein Alter von zehn bis 15 Jahren.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Stopfleber
 
Pressekontakt:
Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, [email protected]