Update: Einsamer Kapuzineraffe Pongo getötet – PETA erstattet Strafanzeige wegen Verdacht auf strafbare Tiertötung

Landau / Stuttgart, 7. Oktober 2022 – Nach dem Ableben seiner Halterin wurde der Kapuzineraffe „Pongo“ aus Landau nun getötet. Laut Medienberichten trauerte der 22-jährige Pongo um seine verstorbene Bezugsperson und hatte seitdem gesundheitlich stark abgebaut. Einem aktuellen Pressebericht nach ist der Affe nun aufgrund seines „gebrochenen Herzens“ eingeschläfert worden. PETA erstattet daher nächste Woche Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Landau gegen die Schwester der Halterin, die das Töten veranlasst hat, sowie gegen die behandelnde Tierärztin. Die Tierschutzorganisation hält es für fraglich, ob ausreichend geprüft wurde, ob man Pongo auch durch andere Maßnahmen hätte helfen können. Jetzt muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob für die Tötung von Pongo ein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes vorgelegen hat.

„Statt dass man Pongo die Chance auf einen Neuanfang und würdevollen Lebensabend in einer Auffangstation gab, wählte man die einfachste Variante und tötetet ihn einfach. Diesen unfairen Tod hat er genauswenig verdient wie sein ebenso ungerechtes Leben in Einzelhaft ohne jeden Kontakt zu Artgenossen“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Immer wieder decken wir solche tierquälerischen Affenhaltungen mitten in Deutschland auf. Der Handel mit den exotischen Säugern floriert – muss aber endlich beendet werden. Privathaltungen von Affen sind niemals artgerecht.“

Vermutlich lebte der junge Affe in einem deutschen Zoo, bevor er verkauft wurde und etliche Jahre entgegen den gesetzlichen Vorschriften allein in Privathand dahinvegetieren musste. PETA weist darauf hin, dass die Einzelhaltung der sozialen Lebewesen verboten und eine artgerechte Haltung in einer Privatwohnung unmöglich ist.

Der Handel mit exotischen Tieren
PETA macht darauf aufmerksam, dass Primaten zu den am meisten gehandelten Säugetieren auf Verkaufsplattformen für exotische Tiere im Internet gehören. In Deutschland ist der Handel mit und die Haltung von sogenannten Exoten in Privathand weitgehend unreglementiert. Wenn der Preis stimmt, werden auch streng geschützte und äußerst empfindliche Tierarten selbst an Laien verkauft. Durch die hohen Sterberaten infolge der mangelhaften Haltung und Pflege bleibt die Nachfrage auf einem hohen Niveau. Eine Studie, die vom Bundesumweltministerium im März 2020 vorgestellt wurde, bestätigt, dass der Handel mit exotischen Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt.

Nicht erst seit der Corona-Krise und den Affenpocken ist bekannt, dass exotische Tiere ein Reservoir gefährlicher Krankheitserreger sein können: Nach Deutschland werden in jedem Jahr ganz legal Hunderttausende Wildtiere – zusammengepfercht in engen Kartons und Käfigen – für den Heimtiermarkt importiert, darunter ein hoher Anteil an Wildfängen. 75 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten haben einen tierischen Ursprung. Mit 72 Prozent resultiert der größte Teil dieser Zoonosen aus dem Kontakt zu wild lebenden Tierarten. Tiere wie Affen, Schlangen oder Schildkröten sind häufig mit ansteckenden Darmparasiten wie Würmern oder Giardien infiziert, die auch auf den Menschen übertragbar sind. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von dem Kontakt zu exotischen Reptilien her. [1]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

[1] Robert-Koch-Institut (2013): Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.

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PETA.de/Themen/Affenbaby-Verkauf-Parkplatz
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