Update: Studieren in Baden-Württemberg künftig ohne Tierversuche möglich

Stuttgart, 16. Dezember 2020 – Tierversuche in der Lehre werden in Baden-Württemberg künftig eingeschränkt. Dies hat die Landesregierung am Mittwoch beschlossen. PETA lobt die Fortschrittlichkeit des Gesetzesentwurfs als wichtigen Schritt in Richtung Tierschutz und appelliert an die Hochschulen des Landes, diesen mitzutragen. Die Tierrechtsorganisation betont, dass die universitäre Lehre der Innovation und somit dem Ziel verpflichtet ist, Tierversuche vollständig zu ersetzen.

Landtagsdebatte über Novellierung des Hochschulgesetzes in Baden-Württemberg: PETA fordert CDU-Landtagsfraktion auf, fortschrittliche Lehre nicht zu blockieren

Stuttgart, 15. Dezember 2020 – Die geplante Reform des Hochschulgesetzes in Baden-Württemberg ist eine Chance auf weniger Tiermissbrauch und -tötungen in der universitären Lehre. Den aktuellen Gesetzesentwurf, für den am Mittwoch eine Debatte im Stuttgarter Landtag angesetzt ist, bewertet die Tierrechtsorganisation PETA als wichtigen Schritt in Sachen Tierschutz – und als essenziell für eine fortschrittliche Lehre. Die geplante Änderung würde eine tierschutzrechtliche Verbesserung an den Hochschulen des Landes bewirken, da in der Folge weniger Tiere für Lehrzwecke leiden und getötet würden. Die CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag äußerte jedoch Zweifel am Erfolg einer Lehre ohne sogenannten Tierverbrauch und Tierversuche. PETA richtete daher am heutigen Dienstag ein Schreiben an den Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Reinhart und verdeutlichte die Dringlichkeit, dem aktuellen Entwurf der Novelle zuzustimmen. Die Tierrechtsorganisation appelliert mit Nachdruck an die CDU, endlich ein Minimum an Tierschutz in baden-württembergische Hochschulen einziehen zu lassen, sich für tierfreie Methoden und damit eine zukunftsfähige Lehre in den Universitäten starkzumachen.  

„Die geplante Reform des Hochschulgesetzes ist längst überfällig und ein wichtiger Schritt für eine moderne, ethisch vertretbare Lehre an Baden-Württembergs Hochschulen. Eine Ablehnung der CDU-Fraktion könnte dazu führen, dass die Hochschulen des Landes bei der Entwicklung moderner Lehr- und Forschungsmethoden abgehängt werden“, so Biologin Anne Meinert, Fachreferentin im Bereich Tierversuche bei PETA. „Der Stuttgarter Entwurf hat sogar noch Luft nach oben, wie der Vergleich mit dem Hochschulgesetz des Landes Hessen verdeutlicht. Dennoch appellieren wir an die CDU, den Gesetzesentwurf mitzutragen und somit eine fortschrittliche Lehre zu fördern.“

Der Entwurf für die Gesetzesänderung sieht unter anderem vor, keine eigens für die Lehre getöteten Tiere mehr zu verwenden, „sofern wissenschaftlich gleichwertige Lehrmethoden und -materialien zur Verfügung stehen oder die mit dem Studium bezweckte Berufsbefähigung dies zulässt“ und fordert die Hochschulen dazu auf, Lehrmethoden und -materialien zu entwickeln, „um die Verwendung von Tieren weiter zu vermeiden und zu verringern“. Jedoch bestreitet die CDU-Landtagsfraktion, dass es möglich sei, entsprechende wissenschaftlich gleichwertige Lehrmethoden zu entwickeln. Diese Behauptung ist nach Auffassung der Tierrechtsorganisation allerdings unhaltbar, spricht der Wissenschaft ihre Kompetenz ab und verhindert die Förderung von Innovationen.

PETA setzt sich dafür ein, dass Tierversuche beendet und durch moderne, tierfreie Methoden ersetzt werden. Die Entwicklung tierfreier Lehr- und Forschungsmethoden nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Moderne Technologien wie lebensechte 3-D-Modelle, digitale Simulationen oder Organs-on-a-Chip lösen Tierversuche und „Tierverbrauch“ schon jetzt immer mehr ab – PETA sieht hier die Zukunft der Wissenschaft und Hochschullehre. Angesichts der zahlreichen bereits verfügbaren Möglichkeiten zur Etablierung einer fortschrittlichen und tierversuchsfreien Lehre muss kein Tier mehr für Ausbildungszwecke leiden und sterben – tierfreie Modelle ermöglichen es meist zudem, Übungen beliebig oft zu wiederholen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen
Studieren-ohne-tierversuche.de

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