„Rassenwahn“ in Offenburg – PETA kritisiert Internationale Rassehunde- und Rassekatzenausstellung

Offenburg / Stuttgart, 6. März 2018 – Rassenwahn: Falsch bei Menschen, falsch bei Tieren! PETA übt scharfe Kritik an der an diesem Wochenende stattfindenden Rassehundeausstellung des Verbands für das Deutsche Hundewesen e.V. in der Messe Offenburg-Ortenau. Es werden unter anderem über 3.300 Hunde aus mehr als 240 unterschiedlichen „Rassen“ präsentiert. Parallel werden auf dem Messegelände rund 400 „Rassekatzen“ vom 1. Deutschen Edelkatzenzüchter-Verband ausgestellt. Gleichzeitig warten in deutschen Tierheimen Tausende Vierbeiner auf ein neues Zuhause. Um die Nachfrage nach bestimmten „Rassen“ zu befriedigen, „produziert“ die Zuchtindustrie dennoch fortlaufend Nachschub und nimmt dabei teilweise immense gesundheitliche Probleme bei den Tieren in Kauf. Die Tierrechtsorganisation betont, dass Hunde und Katzen sensible Lebewesen sind, die nicht zu Ausstellungsobjekten degradiert werden dürfen.
 
„Der ‚Rassenwahn‘ führt dazu, dass Hunde und Katzen wegen eines bestimmten Merkmals gezüchtet oder gekauft werden – dem muss endlich ein Ende gesetzt werden“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Hunde und Katzen sind keine Legosteine, die beliebig nach Form und Farbe zusammengebaut werden können. Die absurden Verformungen ihrer Körper nach Maßgaben der Verbände bedeuten für die Tiere mitunter lebenslanges körperliches Leid. Zudem verschärft jedes gezüchtete Tier die Situation für die vielen heimatlosen Tiere, die in den Tierheimen sehnlichst auf ein neues Zuhause warten.“
 
Zahlreiche der auf bestimmte Merkmale hin gezüchteten Tiere leiden unter Gesundheitsproblemen. Beispielsweise erkranken Schäferhunde oft an Hüftgelenksdysplasien, Cocker Spaniel an chronischer Bindehautentzündung und französische Bulldoggen an Atembeschwerden und Anomalien der Wirbelsäule. „Perserkatzen“ etwa haben aufgrund ihrer sehr kurzen, flachen Nase häufig Atembeschwerden, und „Scottish Folds“ sind durch ihre Kippohren nur zu einer eingeschränkten innerartlichen Kommunikation fähig.
 
In deutschen Haushalten leben bereits etwa 13,4 Millionen Katzen und knapp acht Millionen Hunde. Züchter „produzieren“ weiterhin reichlich Nachwuchs, obwohl jährlich allein in Deutschland insgesamt etwa 300.000 Tiere im Tierheim abgegeben oder einfach ausgesetzt werden. Zudem hat sich die Verweildauer von Hunden und Katzen in den Auffangstationen seit 2005 dramatisch erhöht: Heute bleiben 25 bis 30 Prozent der Tiere ein Jahr oder länger im Tierheim. PETA appelliert daher an alle Tierfreunde, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken. 
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

Weitere Informationen:
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