Red-Bull-gestützte Wohltätigkeitsorganisation setzt auf grausame Experimente: PETA appelliert an Wings for Life, sich von Tierversuchen zu distanzieren

Bundesministerium für Inneres überdenkt künftige WfL-Förderung
 

Salzburg / Stuttgart, 4. Mai 2020 – Wings for Life (WfL), eine Wohltätigkeitsorganisation zur Bekämpfung von Rückenmarksverletzungen mit Sitz in Salzburg, finanziert tödliche Tierversuche. Experimente an Tieren sind nach Ansicht von PETAs Wissenschaftlern weltweit ethisch nicht zu rechtfertigen und Ergebnisse aus derartigen Versuchen nachweislich nicht zuverlässig auf den Menschen übertragbar. Nach Gesprächen mit PETA USA im April bestätigte das österreichische Bundesministerium für Inneres, dass es „nicht zwingend […] jede ausgeführte Forschungsmethode [in WfL-finanzierten Projekten] wie Tierversuche unterstützt“ und daher bereits die finanzielle Förderung für den Wohltätigkeitslauf „Wings for Life Run“ 2021 neu prüft. PETA Deutschland und PETA USA haben Red Bull und alle weiteren Sponsoren von WfL schriftlich aufgefordert, Unternehmensrichtlinien zum Verbot der Finanzierung, Durchführung und Beauftragung von nicht gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuchen einzuführen. Zudem appelliert die Organisation an WfL, keine Tierversuche mehr zu finanzieren, sondern ausschließlich tierfreie, humanrelevante Forschungen zu unterstützen.
 
„Experimente an Tieren haben bislang zu keinem Fortschritt bei der Heilung von Querschnittslähmungen geführt – ohnehin scheitern in Tierversuchen getestete Medikamente in klinischen Studien an Menschen reihenweise. Das verwundert kaum, denn der Mensch ist keine Maus“, so Biotechnologin Sabrina Engel, Fachreferentin im Bereich Tierversuche bei PETA Deutschland. „Statt weiterhin Affen Stromschläge zu versetzen, Ratten die Wirbelsäule zu zerschmettern und Mäuse in von Wings for Life finanzierten Experimenten künstlich krank zu machen, müssen tierfreie Testmethoden genutzt werden, die auch tatsächlich für den Menschen relevant sind.“
 
Mit seiner Entscheidung folgt das österreichische Ministerium dem Vorbild der Ball Corporation, dem weltweit größten Hersteller von recycelbaren Getränke- und Lebensmittelbehältern aus Metall. Im vergangenen Jahr verabschiedete die Corporation nach Gesprächen mit PETA USA eine neue Richtlinie gegen Tierversuche, die nicht ausdrücklich gesetzlich vorgeschrieben sind, und unterstützt WfL nicht länger finanziell als „Platin-Partner“. PETA appelliert nun an alle weiteren Sponsoren, diesem Beispiel zu folgen.
 
Rückenmarksverletzungen nicht gut an Tieren erforschbar
Systematische wissenschaftliche Überprüfungen haben ergeben, dass menschliche Rückenmarksverletzungen nicht gut an Tieren erforschbar sind. Analysen zeigen, dass einer verlässlichen Anwendung von Studien an Tieren als Wissensgrundlage für Behandlungen bei humanen Rückenmarksverletzungen zahlreiche biologische Hindernisse im Weg stehen. [1] Andere Studien haben dargelegt, dass über 90 Prozent der Grundlagenforschung – die zum größten Teil Tierversuche beinhaltet – keine Behandlungsmöglichkeiten für den Menschen hervorbringen. [2] Die U.S. National Institutes of Health geben offen zu, dass 95 Prozent aller neu entwickelten pharmazeutischen Medikamente, die sich bei Tieren als sicher und effektiv erweisen, in klinischen Studien an Menschen versagen. [3]
Der Grund für die hohe Misserfolgsquote von Tierversuchen ist immer derselbe: Genetik, Stoffwechsel und Anatomie unterscheiden sich von Tierart zu Tierart enorm. Zuverlässiger, effektiver und zudem ethisch vertretbar sind beispielsweise Testsysteme, die auf menschlichen Zellen basieren: Diese reichen von Zellkulturen über 3-D-Organmodelle bis hin zu einem nachgestellten menschlichen Organismus im Miniformat.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Akhtar, A. Z., Pippin, J. J., & Sandusky, C. B. (2009). Animal studies in spinal cord injury: a systematic review of methylprednisolone. ATLA – Alternatives to Laboratory Animals, 37(1), 43.
[2] Pound, P., & Bracken, M. B. (2014). Is animal research sufficiently evidence based to be a cornerstone of biomedical research?. BMJ: British Medical Journal (Online), 348.
[3] https://ncats.nih.gov/ntu/about/partnerships-faq.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierversuche
 
Pressekontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, [email protected]