Reform der Sportfischereiausbildung in Hessen: PETA fordert Angelverbot für Minderjährige

Wiesbaden / Stuttgart, 14. Mai 2019 – Sportfischerprüfung soll reformiert werden: Das fordert PETA ebenso wie Harald Steiper, Fischereiberater aus dem hessischen Ortenberg im Wetteraukreis, der sich bei der Landesregierung in Wiesbaden für eine Reform der Sportfischerprüfung einsetzt, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Während Steiper für eine verschärfte Übungspraxis wirbt, fordert die Tierschutzorganisation die Abschaffung des Jugendfischereischeins und eine Anhebung des Mindestalters für die Fischereischeinprüfung auf 18 Jahre, um den gesetzlichen Schutz von empfindungsfähigen Wirbeltieren umfassend zu gewährleisten. Ein entsprechendes Schreiben mit dem Vorschlag schickte PETA an die Landesministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen).
 
„Fische sind als Wirbeltiere ebenso gesetzlich geschützt wie Hunde und Katzen. Doch der gesetzliche Schutz nützt den Fischen wenig, wenn Strafunmündige angeln dürfen – zwar in Begleitung, aber dennoch ohne jegliche Ausbildung“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA.
 
Laut dem hessischen Fischereigesetz dürfen 10- bis 16-Jährige angeln, ohne je eine Fischereiausbildung absolviert zu haben. Der Fischereischein kann in Hessen ab dem 14. Lebensjahr gemacht werden. Da Fische beim Angeln immer wieder gesetzeswidrigen Misshandlungen ausgesetzt sind [1], sollten die Verantwortlichen auch vollumfassend zur Verantwortung gezogen werden können, und das ist erst ab 18 Jahren möglich. Zuvor gilt das Jugendstrafgesetz.
 
Minderjährige und die Jagd auf Fische
Die Jagd auf Fische ist immer unethisch und gewaltverherrlichend. PETA spricht sich daher grundsätzlich für ein Angelverbot aus. Die meisten Kinder und Jugendlichen haben Mitgefühl mit Fischen, lernen jedoch von Erwachsenen, ihre Empathie zu unterdrücken. Heranwachsende für die Jagd auf Lebewesen auszubilden, ist PETAs Ansicht nach nicht nur aus ethischen, sondern auch aus pädagogischen Gründen unvertretbar. Daher würde eine Reform des Fischereigesetzes auch die Kinder und Jugendlichen vor dem Druck der Anglerlobby schützen.
 
Mittlerweile ist bekannt, dass ein Fisch ein „Jemand“ ist und kein „Etwas“. Internationale Studien zeigen, dass Fische Schmerzen empfinden. Zweifel einzelner Biologen räumte das Friedrich-Loeffler-Institut aus [2]. Viele Fische sind sehr kommunikativ und singen wie Vögel in der Morgendämmerung im Chor [3]. Manche Arten benutzen Werkzeuge [4], andere erkennen sich im Spiegel [5].
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] https://www.outfox-world.de/news/heringsangeln-fast-jeder-zweite-angler-toetet-falsch.html.
[2] Stellungnahme des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[3] Miles J G Parsons; Chandra P. Salgado Kent; Angela Recalde-Salas; Robert D. McCauley (2017): Fish choruses off Port Hedland, Western Australia. In: Bioacoustics, 4/2017.
[4] Tool use in fishes. Brown, C. (2012). Fish and Fisheries, 13(1), 105-115.
[5] Kohda M, Hotta T, Takeyama T, Awata S, Tanaka H, Asai J-y, et al. (2019) If a fish can pass the mark test, what are the implications for consciousness and self-awareness testing in animals? PLoS Biol 17(2): e3000021.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]