Darum brennt der Regenwald auch für Schuhe und Sofas aus Leder

Regenwald Leder

Update 6. September 2019

Der Moderiese H&M verkündete im September 2019, aufgrund der weiter anhaltenden Brände vorrübergehend kein Leder mehr aus Brasilien zu beziehen. Für den Schutz unserer Umwelt ein wichtiger, erster Schritt.

Doch die Rinderzucht verursacht weltweit Klimaschäden und auch Tiere in Europa leiden unter schlechten Haltungsbedingungen wie Anbindehaltung und betäubungslosen Kastrationen. Gemästet werden auch sie meist mit Futtermitteln aus Anbauregionenen im Regenwald.

Unterschreiben Sie unsere Petition und fordern Sie H&M dazu auf, noch einen Schritt weiter zu gehen und gar kein Leder mehr zu verwenden.



Orginial-Artikel:

Seit Januar wurden im brasilianischen Amazonasgebiet 41.000 Brände verzeichnet. Mit jedem weiteren Tag schwindet unsere Chance, den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Während den meisten Menschen klar ist, dass die Produktion von Fleisch und Palmöl maßgebliche Gründe für die Existenz dieser verheerenden Brände sind, bleibt ein Akteur oftmals unbeachtet: Die Lederindustrie.

Die Nachfrage nach Leder zerstört den Regenwald

Für Taschen, Schuhe, Sofas und Accessoires aus Leder werden nicht nur Kälber in Brasilien im Gesicht gebrandmarkt und meist ohne Betäubung kastriert, sondern auch der Regenwald gerodet. Schon 2009 machte Greenpeace in seinem Report „Slaughtering the Amazon“ auf die enorme Zerstörung des Regenwalds durch die Lederindustrie aufmerksam. Die Schlussfolgerung der Umweltschützer ist klar: Tierhäute sind kein unschuldiges Nebenprodukt der Fleischproduktion. Die Nachfrage nach Leder befeuert aktiv die Zerstörung des Regenwaldes.

Keine Transparenz bei Lieferketten von Leder

Brasilianische Viehzüchter roden den Regenwald illegal, um Rinder für die Fleisch- und Lederproduktion zu halten. Die Häute der Tiere werden von zahlreichen global führenden Modefirmen nachgefragt und weltweit zu Produkten verarbeitet. So ist das brasilianische Schlachtunternehmen JBS bis heute zugleich einer der größten Lederproduzenten der Welt. Die Modeindustrie hat derweil noch keinen Weg gefunden, transparente Lieferketten zu etablieren, die das Abbrennen des Regenwalds verhindern – vom Tierschutz ganz zu schweigen. In der Regel weiß kein Modeunternehmen, aus welchem Land, geschweige denn von welcher Farm die Tiere hinter ihren Lederprodukten stammen.

Gerbereien belasten die Umwelt zusätzlich

Neben den Regenwaldrodungen ist die Lederproduktion auch eine enorme Belastung für Gewässer. Unmengen an Chemikalien wie Chrom, Formaldehyd oder Schwefelsäure landen während der Gerbung von Leder ungefiltert in der Natur. Die meisten Unternehmen sind sich über die enormen Umweltauswirkungen der Lederproduktion bewusst und suchen mittlerweile aktiv nach pflanzenbasierten Lösungen. Geldbeutel und Taschen aus Apfelleder oder Schuhe aus Ananasleder sind im Mainstream angekommen. Der Anteil an erneuerbaren Ressourcen nimmt bei hochwertigen Kunstledern wie PU stetig zu. Bisher wird der Wandel aber vor allem von kleinen, innovativen Unternehmen getragen.

Was Sie tun können

Als Konsumenten können wir Modeunternehmen darin bestärken, kein Leder mehr zu verwenden. Bitte lassen Sie den Tieren und der Umwelt zuliebe Lederprodukte konsequent im Regal liegen. Greifen Sie stattdessen zu veganen Alternativen aus Kork, Ananasleder, Apfelleder oder synthetischen Alternativen. Erdöl mag auf Dauer keine gute Lösung sein, ökologische Vergleichsstudien wie der Higg Index zeigen jedoch ganz klar, dass Kunstleder für unser Klima noch immer die bessere Option ist, als die chemisch aufbereitete Haut von getöteten Tieren.

Unterzeichnen Sie noch heute unsere Petition und fordern Sie Levi's auf, Lederpatches zu verbannen.



Unsere Autoren

Johanna Fuoß

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für tierfreie Kleidung einsetzt, ist ihren pelztragenden Katzen zu verdanken.