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Darum brennt der Regenwald auch für Schuhe und Sofas aus Leder

Regenwald Leder

Immer wieder kommt es zu verheerenden Bränden im Regenwald, und mit jedem weiteren Tag schwindet unsere Chance, den Klimawandel in den Griff zu bekommen.

Während den meisten Menschen klar ist, dass die Produktion von Fleisch und Palmöl ein maßgeblicher Grund für die verheerenden Brände ist, bleibt ein bestimmter Akteur oftmals unbeachtet: die Lederindustrie.

Die Nachfrage nach Leder zerstört den Regenwald

Viele wissen es: Für die Produktion von Taschen, Schuhe, Sofas und Accessoires aus Leder leiden Kälber in Brasilien, denn die Tiere werden unter anderem im Gesicht gebrandmarkt und meist ohne Betäubung kastriert. Aber was weniger bekannt ist: Für die Lederindustrie wird auch Regenwald gerodet. [1] Schon 2009 machte Greenpeace in seinem Report „Slaughtering the Amazon“ auf die enorme Zerstörung des Regenwalds durch die Lederindustrie aufmerksam. [2] Die Schlussfolgerung der Umweltschützer ist klar: Tierhäute sind kein unschuldiges Nebenprodukt der Fleischproduktion. Die Nachfrage nach Leder befeuert vielmehr aktiv die Zerstörung des Regenwaldes.

Keine Transparenz bei Lieferketten von Leder

Brasilianische Viehzüchter roden den Regenwald illegal, um Rinder für die Fleisch- und Lederproduktion zu halten. Die Häute der Tiere werden von zahlreichen global führenden Modefirmen nachgefragt und weltweit zu Produkten verarbeitet. So ist das brasilianische Schlachtunternehmen JBS bis heute zugleich einer der größten Lederproduzenten der Welt. Die Modeindustrie hat derweil noch keinen Weg gefunden, transparente Lieferketten zu etablieren, die das Abbrennen des Regenwalds verhindern – vom Tierschutz ganz zu schweigen. In der Regel weiß kein Modeunternehmen, aus welchem Land, geschweige denn von welcher Farm die Tiere hinter ihren Lederprodukten stammen.
 

Gerbereien belasten die Umwelt zusätzlich

Neben den Regenwaldrodungen ist die Lederproduktion auch eine enorme Belastung für Gewässer. Unmengen an Chemikalien wie Chrom, Formaldehyd oder Schwefelsäure landen während der Gerbung von Leder ungefiltert in der Natur.
Die meisten Unternehmen sind sich über die enormen Umweltauswirkungen der Lederproduktion bewusst und suchen mittlerweile aktiv nach pflanzenbasierten Lösungen. Geldbeutel und Taschen aus Apfelleder oder Schuhe aus Ananasleder sind im Mainstream angekommen. Der Anteil an erneuerbaren Ressourcen nimmt bei hochwertigen Kunstledern wie PU stetig zu. Bisher wird der Wandel aber vor allem von kleinen, innovativen Unternehmen getragen.

Erste Einsicht bei Modeherstellern

Der Moderiese H&M verkündete im September 2019, aufgrund der weiter anhaltenden Brände vorrübergehend kein Leder mehr aus Brasilien zu beziehen – für den Schutz unserer Umwelt ein wichtiger erster Schritt.

Doch die Rinderzucht verursacht weltweit Klimaschäden. Auch in Europa leiden Tiere unter schlechten Haltungsbedingungen wie Anbindehaltung und betäubungsloser Kastration. Gemästet werden auch sie meist mit Futtermitteln aus Anbauregionen im Regenwald.

Was Sie tun können

Als Konsumenten können wir Modeunternehmen darin bestärken, generell kein Leder mehr zu verwenden. Bitte lassen Sie Lederprodukte beim Einkauf konsequent im Regal liegen – den Tieren und der Umwelt zuliebe. Greifen Sie stattdessen zu veganen Alternativen aus Kork, Ananasleder, Apfelleder oder synthetischen Alternativen.
Erdöl mag auf Dauer keine gute Lösung sein. Ökologische Vergleichsstudien wie der Higg Index zeigen jedoch ganz klar, dass Kunstleder für unser Klima dennoch eine bessere Option ist als die chemisch aufbereitete Haut von getöteten Tieren. [3]
Unterzeichnen Sie noch heute unsere Petitionen an Modehersteller wie Levi´s und H&M und fordern Sie diese auf, Leder aus ihren Sortimenten zu streichen.



[1] The Guardian (29.08.2019): Burning Issue: how fashion’s love of leather is fuelling the fires in the Amazon, https://www.theguardian.com/fashion/2019/aug/29/burning-issue-how-fashions-love-of-leather-is-fuelling-the-fires-in-the-amazon, (eingesehen am 12.06.2020)
[2] Greenpeace (2009): Slaughtering the Amazon, http://www.greenpeace.org/usa/wp-content/uploads/legacy/Global/usa/planet3/PDFs/slaughtering-the-amazon-part-1.pdf, (eingesehen am 12.06.2020)
[3] Apparel Insider (04.08.2018): Higg Materials Sustainability Index, https://apparelinsider.com/higg-materials-sustainability-index-updated/, (eingesehen am 12.06.2020)