Rumänien hat das größte Problem mit Straßenhunden in ganz Europa

Mein Erfahrungsbericht aus Rumänien.
Noch immer gibt es mehr als 30 staatliche und zahlreiche private Tierheime in Rumänien, die Hunde einfangen und töten. Dies geschieht im Auftrag der Gemeinden, denn die Zahl der Straßenhunde ist sehr hoch. „Töten“ bedeutet für die Menschen in Deutschland, dass die Hunde eingeschläfert werden. Leider müssen wir hier sagen: Das ist nicht immer der Fall. Obwohl zumeist öffentliche Gelder für die „Verwaltung und Tötung“ von Hunden bereitgestellt werden, wird das Budget häufig nicht genutzt. Für die Hunde in zahlreichen Tierheimen bedeutet das kein sanftes Entgleiten ins Jenseits, sondern einen grausamen Tod.

Kastrationskampagnen und Bildung als Chance für das Problem der Straßenhunde in Rumänien

Die EINZIGE Chance, das Problem der Straßenhunde in Rumänien in den Griff zu bekommen, sind Kastrationskampagnen und zeitgleich die Bildung von Kindern und Erwachsenen bezüglich der Thematik. Empathie und Mitgefühl für ALLE Lebewesen sowie faktisches Wissen müssen vermittelt werden, damit die Menschen verstehen, woher die Welpen kommen und wie wichtig es ist, weiteres Leiden für noch mehr Hunde zu verhindern. Diese Kampagnen sind natürlich sehr kostenintensiv und müssen in jedem Dorf und jeder Stadt Stück für Stück durchgeführt werden. Es gibt zwar zahlreiche Initiativen und Vereine vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die dies realisieren. Doch die Gelder sind immer knapp, und das Leid ist so groß! Trotzdem zählt jede Aktion, die durchgeführt wird.

Gute Arbeit vor Ort bringt erste Erfolge


Ich war vor Kurzem in Pitești und Umgebung (Landkreis Argeș) und konnte dort sehen, dass die tolle Arbeit vor Ort erste Erfolge hervorbringt. Es gibt sie, die kleinen Orte, in denen die meisten Straßenhunde und Hunde mit Familie kastriert sind. Sie tragen alle gut erkennbare Ohrmarken, leben in einem Sozialverband auf der Straße, in Vorgärten und auf Brachen. Sie erfahren ein Mindestmaß an Versorgung und erhalten Speisereste als Futter. Natürlich sind sie jetzt im Frühling voller Zecken, Flöhe und anderer Parasiten. Aber sie leben, und die Anwohner akzeptieren die Koexistenz. Manche Leute, mit denen wir sprachen, mögen die Hunde und haben ein Auge auf sie. Doch natürlich spricht sich solch eine relativ gute Situation schnell herum. Und so kommen sie dann nachts gerne aus noch ländlicheren Gegenden, laden an einem einsamen Platz 10 bis 20 Autos aus und fahren schnell davon … So beginnt der Kreislauf von vorne, und die Probleme auch!

Situation in staatlichen Tierheime


Staatliche Tierheime, die als „gut“ gelten, ließen mir das Blut in den Adern gefrieren. Zahlreiche Hunde sind krank und werden nicht behandelt, sie bekommen furchtbares Futter … und manchmal tagelang keines. Sie werden nicht kastriert (obwohl es Pflicht ist!) und vermehren sich im Tierheim weiter. In einer Ecke entdeckte ich eine hochtragende Hündin, zusammen mit viel zu vielen anderen Hunden in einem Zwinger, ihre Haut übersäht von Hot-Spots und Pilzbefall. Ihre Versorgung haben wir vor Ort erwirkt, sind dabeigeblieben, um die Notfallmaßnahmen zu überwachen. Das ist ein Fall … von gar Tausenden.

Kastrationsprogramme statt „Verwaltung und Tötung“ von Hunden

Rumänien ist ein wundervolles Land! Es ist romantisch-schön, die Menschen sind gastfreundlich und herzlich. Dieser Artikel soll aufzeigen, wie wichtig Hilfe vor Ort ist, und wie wichtig es ist, dass PETA weiter dafür kämpft, dass keine Hunde mehr getötet werden und die Kastrationsprogramme stattdessen vorangetrieben werden. Öffentliche Gelder sollten in Kastrations- und Bildungsprogramme investiert werden, nicht in die „Verwaltung und Tötung“ von Hunden. Ich liebe dieses Land und seine Menschen, seine Tiere ebenso! Daher ist es mir ein ganz besonderes Anliegen, dass wir dazu beitragen, eine Veränderung voranzutreiben. Denn eines ist sicher: Das schaffen wir nur alle zusammen!

Was Sie tun können

Wir bitten Euch alle: Unterzeichnet unsere Petition gegen das Töten von Straßenhunden und für Kastrationskampagnen. Jede Stimme zählt, wirklich wahr!

Unsere Autoren

PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.